Schatzkästchen der Kunstgeschichte


Windsbach und seine Umgebung haben mehr zu bieten als nur einen weltbekannten Knabenchor

 


Gottesruh-Kapelle

 

 

 

 

Informationen

Die Gottesruhkapelle liegt etwa 1 km westlich der Stadt Windsbach an der Straße nach Wolframs-Eschenbach. Parkplatz bei der Kapelle. Sie ist bis Ende Oktober tagsüber geöffnet.

Weg: 10 km; geringe Anstiege. Einkehrmöglichkeiten in Windsbach.

 

Das Faltblatt „Ein Stadtsparziergang“ ist erhältlich bei der Stadtverwaltung, Marktplatz 15, Tel. 09871/6701-14.

Eine Wegskizze zum Ausdrucken für diese Wanderung können Sie bei mir kostenlos anfordern.

Weg: Von der Kapelle stadteinwärts, am Ortsschild links, nach 20 m erneut links aufwärts (Fahrweg), über die Flur, am Waldrand und in den Wald, immer geradeaus. An der großen Lichtung rechts auf den querenden Weg. Bald abwärts nach Neuses. Im Ort links, am Kriegerdenkmal links, nach 200 m auf die Straße mit Schild 6 t. Auf ihr (oder dem Waldweg rechts daneben, der weiter oben wieder in die Straße mündet) immer geradeaus auf die Hochfläche. Oben auf dem „Hauptweg“ bleiben (am Wald entlang). An einer „Wiesenbucht“ links des Weges quert ein gerader unbefestigter Weg. Auf ihm links. Durch den Wald geradeaus bis zu einer Teerstraße. Auf ihr 100 m rechts, dann scharf links (unbefestigter Weg). An den Feldern links und in einem großen Bogen am Waldrand bis zu einem (hier beginnenden) Schotterweg. Auf ihm rechts auf die andere Seite der Lichtung, dort bei der Silieranlage links. 20 m nach einer Bank am Waldrand rechts abwärts, nach 50 m rechts auf den Steig nach Ismannsdorf. Auf der Straße nach Speckheim. Von dort mit Blaupunkt durch den Wald bis zum Sendemast oberhalb Windsbach. Gleich danach links abwärts, unten auf der Straße links zurück zum P.

 


Gottesruhkapelle bei Windsbach: Einen fast vollständig erhaltenen Freskenzyklus des
15. Jahrhunderts birgt das Gotteshaus auf dem Kapellberg.

 

Wissenswertes zum Weg

 

„Gottesruhkapelle“ heißt die kleine Kirche in idyllischer Lage nur wenig westlich der Stadt Windsbach. Der Ritter und Amtmann Hanns von Hellberg ließ sie um 1400 auf eigene Kosten errichten, nach der Legende zum Dank für seine Genesung am Heiligen Grab in Jerusalem auf einer Pilgerfahrt ins Heilige Land. „Seine“ Kapelle sollte ebenso weit außerhalb der Mauern von Windsbach stehen, wie damals das hl. Grab von  der Stadt Jerusalem entfernt lag.

 Dass die Gottesruhkapelle heute der kunstgeschichtlich wohl bedeutendste Bau der Stadt ist, ist einer Renovierung im Jahr 1947 zu verdanken. Damals legte man einen unter alten Putzschichten fast vollständig erhaltenen Freskenzyklus frei: In den vier Feldern des Chorgewölbes die Evangelistensymbole, an den Chorwänden Apostelkreuze und Szenen aus dem Leben Christi, über dem Chorbogen das Jüngste Gericht, an der Nordwand des Kirchenschiffes Szenen aus dem Leben der Gottesmutter und dem Alten Testament, an der Südwand aus der Apostelgeschichte. Sie alle stammen vom selben Künstler und dürften kurz nach der Erbauung der Kapelle etwa 1400-1420 entstanden sein. Obwohl sie teilweise nur schlecht erhalten sind, vermitteln sie einen guten Eindruck von der einstigen Pracht der Wandmalereien, mit der diese Kirche im Sinne einer „Armenbibel“ ausgestattet war, und machen sie zu einer überaus stimmungsvollen  Stätte der inneren Einkehr.

Schon um die Mitte des 14. Jahrhunderts stand hier, in der Nähe des „Richtwasens“, der mittelalterlichen Hinrichtungsstätte, eine Vorgängerkapelle, die Hanns von Hellberg um 1400 zur Gottesruhkapelle umbauen und erweitern ließ. Der 30-jährige Krieg führte zu einer Verwahrlosung des Gotteshauses. Wiederholt wurde es danach renoviert und umgestaltet. Schon von Anfang an gehörte zur Gottesruh auch ein Aussätzigenhaus, das später Siechhaus wurde. Von 1918 bis 1980 war es Altenheim.

Unsere Wanderung führt von der Kapelle über den „Kapellberg“ zu den Windsbacher Ortsteilen Ismannsdorf und Speckheim im Tal des Mühlbachs und durch das Waldgebiet „Prünst“ und über den „Kellerberg“ zurück. Sie sollte unbedingt durch einen Rundgang in Windsbach ergänzt werden. Die Stadt an der Fränkischen Rezat, seit 1946 Heimat des später nach ihr benannten weltberühmten Knabenchors, verdankt ihre Entstehung und Entwicklung der Lage an der Furt einer ehemaligen Heer- und Handelsstraße, die von Nürnberg nach Ulm und Straßburg führte. Von 1291 bis 1791 war sie im Besitz der Burggrafen von Nürnberg beziehungsweise Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und einer ihrer Amtssitze. Ihre Mittelachse bildet die sich zum Marktplatz verbreiternde Hauptstraße, die eingerahmt ist vom historischen Rathaus von 1749 und stolzen fränkischen Fachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert. Sie zeugen noch heute von der einstigen Wohlhabenheit der Bürger. Den Zugang zum einst mit einer Mauer umgürteten Ort bilden das repräsentative Obere und das schlichte Untere Tor, beide aus dem 18. Jahrhundert. Letzterem vorgelagert ist die Markgrafenbrücke, erbaut 1790-92. Wahrzeichen von Windsbach ist der Stadtturm, ein Rest der mittelalterlichen Burg. Die Stadtpfarrkirche St. Margareta wurde 1728-30 vom ansbachischen Baumeister Karl Friedrich von Zocha nach Plänen von Johann David Steingruber errichtet.

 


Marktplatz in Windsheim

Rathaus in Windsheim

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