Durchs fränkische Vogelparadies


Rundwanderweg durchs "Wiesmet", Bayerns wichtigstes Wiesenbrütergebiet, am Altmühlsee
     bei Muhr

 

Blick auf die Vogelinsel
 

Informationen

Muhr liegt ca. 6 km nördlich von Gunzenhausen. Parken am Ortsende in Richtung Streudorf nahe der Altmühlbrücke.

Weg: 12 km (mit Rundgang Vogelinsel), eben, schattenlos. Nach ergiebigen Regenfällen sind die beiden Furten wohl nicht zu überqueren. – Der beschriebene Weg ist einer der wenigen, auf denen das Wiesmet zu durchqueren ist. Abzweigende Wege können interessant sein, enden aber in den Wiesen oder an einem Bach.

 

Einkehrmöglichkeiten in Muhr und Mörsach.

Öffnungszeiten: Kirche und Infozentrum in Muhr täglich geöffnet.
Weg: Vom P (Altmühlbrücke) in den Ort. Nach dem Torhaus links in den Hölzlesweg. Auf ihm aus dem Ort, bald über eine Brücke und geradeaus weiter. 100 m nach dem Ende der Betonstreifen (am Beginn einer Hecknereihe) links, bald über ein Brücklein und weiter bis zu einer Teerstraße. Auf ihr links. Am Wehr Schwarzbrücke geradeaus, am Ende der Teerdecke rechts (Schild Fahrverbot). Auf  2 vielleicht überfluteten Furten ggf. barfuß über den Stecklesgraben und Zecklgraben und auf der Schotterstraße, später Teerweg nach Mörsach (Orientierung: spitzer Kirchturm). Dort vor der Brücke links auf den Radweg. Auf ihm am Altmühlzuleiter entlang zum Altmühlsee. An seinem Nordufer bis zum Einlauf des Nesselbachs. Hier rechts (Wegweiser Radweg Altmühlsee) und am Ostufer bis zur Brücke auf die Vogelinsel. Nach deren Besuch noch 100 m weiter, dann links zurück nach Muhr.

 

 

Betretungsverbot für das Wismet vom 1. April bis 31. Juli.

 


Vogelinsel

 

Wissenswertes zum Weg

 

Wem sind sie beim Vorbeifahren noch nicht aufgefallen, die Störche auf dem Turm der Kirche St. Jakobus in Muhr am See? Seit vielen Jahren kommen sie im Frühjahr verlässlich wieder und finden hier Lebensraum und Nahrung - trotz des Eingriffs in die Natur durch den Bau des Altmühlsees, der sich hier inzwischen als Segen erwiesen hat.

Die ausgedehnten, auch im Sommer häufig überschwemmten Wiesen im Altmühlgrund zwischen Ornbau und Gunzenhausen waren schon immer ein Paradies für zahlreiche Vogelarten. Durch den Bau des Sees jedoch wurde die Hälfte dieses Feuchtwiesengebietes für immer mit Wasser bedeckt. Damit drohten die Vögel einen großen Teil ihrer wertvollen Brut- und Nahrungsplätze zu verlieren. Um dies zu verhindern schuf man die Vogelinsel und beließ im Norden des Sees auf einer Fläche von 1100 ha das Feuchtwiesengebiet „Wiesmet“. Heute ist es als das wichtigste Wiesenbrütergebiet Bayerns Brutstätte und Nahrungsplatz für 300 Vogelarten, vor allem typische Wiesenbrüter, darunter 16 der vom Aussterben bedrohten Arten der „Roten Liste“. Großer Brachvogel und Uferschnepfe, Wiesenpieper, Schafstelze, Braunkehlchen, Grauammer und viele andere brüten hier.

170 Landwirte bewirtschaften das Wiesmet unter der Fachaufsicht  des  Landschaftspflegeverbandes Mittelfranken. Sie verzichten weitestgehend auf Düngung, pflegen und mähen die Wiesen sachgerecht, schaffen neue Biotope  wie z.B. Flutmulden und Flachtümpel oder verbessern die vorhandenen und vernetzen die ökologisch hochwertigen Kerngebiete. Mit  diesen vielfältigen Maßnahmen sichern sie den dauerhaften Erhalt dieses Lebensraums.


Vögel im Wiesmet

 


Wiesmet

 

 

Eine Wanderung durch das Wiesmet, das nur in den Monaten Juli bis März betreten werden darf, erschließt zugleich ein traumhaft  schönes Stück Mittelfranken. Von der weiten Wiesenniederung geht der Blick zu den umliegenden fränkischen Dörfern und Städtchen wie Ornbau, Weidenbach, Arberg, Mörsach und Muhr, die alle einen eigenen Besuch wert wären, bis zu den Höhen, die den Altmühlgrund begrenzen. Ihren Höhepunkt findet sie im Besuch der Vogelinsel, einem Mosaik aus zahlreichen Flachwasserbereichen, Schlickflächen und Inselchen mit Schilfwäldchen, Feuchtwiesen und Büschen. Nur Tieren und Pflanzen ist dieses rund 200 Hektar große „Naturparadies aus Menschenhand“ vorbehalten; Einblick gestattet nur der 1,5 km lange Rundweg mit einem Beobachtungsturm. Vogelkundler aus ganz Europa kommen hierher zur Vogelbeobachtung, und es muss ein großes Erlebnis sein, hier früh am Morgen die Vögel zu beobachten und ihrem Gesang zu laschen.


Torhaus und katholische Kirche in Muhr

 

Ausgangs- und Endpunkt unseres Weges ist  Muhr. Schon 888 ist es erstmalig erwähnt, und als Sitz der Herren von Lentersheim hat es eine reiche Geschichte. Wahrzeichen ist das 1752 errichtete Torhaus. An die einstige Herrschaft erinnert das mächtige Wasserschloss mit seinem fünfgeschossigen Bergfried und den beiden großen Flügeln, das im Kern auf das 12. Jahrhundert zurückgeht.

 

Die benachbarte evangelische Pfarrkirche St. Georg aus gotischer Zeit, einst Grablege der Herren von Lentersheim, birgt vor allem zahlreiche hervorragende Grabsteine, darunter auch mehrere von Loy Hering bzw. aus seiner Werkstatt. Das „Altmühlsee-Informationszentrum“

Am Bürgerhof  informiert mit modernsten Mitteln über den Bau des Altmühlsees und  die staunenswerten Geheimnisse des Vogelzugs und ist damit eine hervorragende Ergänzung und Vertiefung unserer Wanderung.


Torhaus in Muhr


Schloss Muhr

 

Zurück zur Übersicht "Bistum"