Schmucke Barockkirchen, stattliche Ruinen, schroffe Felswände

 

Wanderung im Urdonautal rund um Wellheim

 


Die Barockbauten bilden den Mittelpunkt des Marktes: Kirche und Pfarrhaus

 

Anfahrt: Von Dollnstein im Altmühltal(15 km westlich von Eichstätt).

Parken: Am „Festplatz“ an der Schutterbrücke in Wellheim.

Weglänge: Teil 1 ca. 9 km, Teil 2 ca. 5½  km

Steigungen: Aufstiege von Wellheim zur Burg und zum Wasserhochbehälter.

Einkehrmöglichkeiten in Wellheim, Gammersfeld, im Naturfreundehaus auf dem Galgenberg und in Aicha

Besuch von Konstein und der Spindetalkirche: Mit dem Auto nach  Konstein (an der Kirche Parkiplätze). Weiter  in Richtung Dollnstein. Mit Wegweiser „Spindeltalruine“ zur Kirche. Zu Fuß mit Markierung 11 (genau beachten!). Sie beginnt beim letzten Haus von Konstein in Richtung Dollnstein. Der Weg erfordert gutes Schuhwerk und ist im Sommer z. T. verwachsen. Er verläuft im wesentlichen immer am Waldrand oder knapp im Wald. Hin- und Rückweg derselbe! Entfernung einfach gut 3 km.

Die Kreuzelkapelle ist geschlossen. (Schlüssel im Fremdenverkehrsbüro im Torhaus).

 Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir per E-Mail kostenlos  anfordern.

Wegbeschreibung

 

Wanderung 1- Vom P zur Kirche. Dort auf die Straße in Richtung Gammersfeld. Vor dem Tunnel links auf den Steig zur Burg. Gegenüber der Burg mit Wegweiser Konstein und Markierung 3 aufwärts, kurz nach dem Wasserhochbehälter links, jetzt ohne Markierung.  Auf dem beginnenden befestigten Weg einem Linksbogen folgen. Dem nach 300 m abzweigenden Weg nasch Konstein nicht folgen, sondern erst 20 m danach rechts. Mehrere Abzweigungen nach links und rechts nicht beachten. Erst beim Wegeiser Gammersfeld (Markierung 0) links. Am Waldende gerade nach Gammersfeld.

Zum Rückweg wieder ein Stück zurück. Bei der Weggabel 200 m nach dem Ort rechts, mir Markierung 2.immer geradeaus. Auf der Straße 50 m rechts(!), dann links (Wegweiser Pionierweg). Wo dieser in Markierung 1 einmündet, mit dieser links (Wegweiser Aussicht). AiJetzt auf 1 immer gerade zum Aussichtspunkt (Wegweiser „Kreideschacht“ nicht beachten).Von dort ca. 20 m zurück und mit 1 weiter in Richtung Wellheim zur Kreuzelkapelle. Auf dem Steig steil hinunter nach Wellheim, vorbei an romantischen Felsen und an Kreuzwegstationen.

 

Wanderung 2 – Vom Parkplatz auf der Straße in Richtung Nassenfels. Beim Wanderwegweiser „Konstein“ links in die Wittmeßstrasse, dort beim Wegweiser „Aicha“ links in den Hüttenweg und bald auf den Fußweg Aicha – Konstein. In der querenden Allee rechts zum Fuß des Galgenberges, dort links zur Schutterquelle. Gleich danach rechts auf den Feldweg nach Aicha und hinauf zum Kletterheim am Waldrand, Dort links auf den Naturlehrpfad. Er führt knapp im Wald unterhalb der Kletterfelsen zum Dohlenfelsen. Von diesem auf dem Radweg zurück nach Wellheim. An der Kirche links zum Parkplatz.

 


Blick vom Galgenberg auf Wellheim.
In der Mitte die Pfarrkirche St. Andreas und das hochgiebelige Pfarrhaus,
rechts auf hohem Felsen die Burg, links oben im Wald die Kreuzelkapelle

 

Wissenswertes zum Weg

Der Markt Wellheim, bekrönt von einer stattlichen Burgruine, liegt gerade 10 km Luftlinie von Eichstätt entfernt. Er gehört zwar zum Landkreis, aber nicht zur Diözese Eichstätt, ist vielmehr ein in den Fränkischen Jura vorgeschobener „Vorposten“ der Diözese Augsburg.

Traumhaft ist die Landschaft - ein Werk der Urdonau. Sie war hier die landschaftsbildende Kraft, bevor sie ihren Lauf durch das von ihr geschaffene heutige Altmühltal verlegte und den „direkten“ Weg über Ingolstadt nach Regensburg nahm. Sie schuf den weiten Wellheimer Talkessel, in dessen Mitte jedoch hartes Gestein ihren Erosionskräften Widerstand leistete. So entstand ein Umlaufberg, der „Galgenberg“ mit herrlicher Aussicht auf Wellheim und Konstein. Aber auch die mächtigen Felsen, die aus dem Wald bei Aicha ragen, und der weithin sichtbare Dohlenfelsen sind ihr Werk – ein viel besuchtes Kletterparadies, durch das der anspruchsvolle „Oberlandsteig“ führt. Am Fuß des Galgenberges liegt die Karstquelle der Schutter, die aus großer Tiefe gespeicherten Wasservorräten gespeist wird.

Nicht nur diese Schönheiten der Natur fordern heraus, das Wellheimer Gebiet auf einer Wanderung kennenzulernen. sondern die Schätze der Kunst und Kultur. Das Ortszentrum ist geprägt von der Pfarrkirche St. Andreas, dem sie umgebenden Friedhof, dem Pfarrhaus und dem ehemaligen „Torhaus“. Das Gotteshaus wurde um 1700 erbaut und reich mit barocken Kunstwerken ausgestattet. Zwischen ihm und dem vorbildlich renovierten Pfarrhaus liegt der Friedhof, an dessen Gräber ausschließlich Holzkreuze aufgestellt werden dürfen. Er hat Wellheim weit bekannt gemacht. Von der ehemaligen Marktbefestigung ist das westliche Torhaus nahe der Kirche erhalten – heute Fremdenverkehrsamt und Heimatmuseum.

Die eindrucksvolle Burgruine mit ihrem ca. 35 m hohen Bergfried lohnt einen Besuch auch wegen des weiten Blicks auf Wellheim und das Urdonautal. Immer wieder wechselten die Herren der Burg, bis sie 1683 der Fürstbischof von Eichstätt kaufte und damit bis 1803 der (weltliche) Landesherr der Wellheimer war.

Von der auf einem isolierten Felskegel gelegenen, einst dreistöckigen turmartigen Burg im nahe gelegenen Konstein sind nur noch geringe Reste erhalten - so ein Torbogen des inneren Mauerrings. Ihr Umfeld ist vorbildlich neu gestaltet. Zusammen mit der gegenüber liegenden barocken, heute evangelischen „Apostelkirche“, der 1958/60 erbauten Filialkirche St. Ägidius und der ehemaligen „Villa“, einem einst zur Glashütte gehörenden repräsentativen Wohngebäude, ist hier ein sehenswertes Bauensemble entstanden. Mehr als 400 Jahre lang bot in Konstein eine Glashütte zeitweilig über 500 Menschen Arbeit und Brot. 1986 musste sie ihre Tore schließen.

Im nahen Spindeltal liegt an der Grenze der beiden Bistümer die Ruinenkirche „Unserer Lieben Frau“ Die 1989 wieder eingeweihte, gesicherte und ergänzte Ruine zeugt von den früheren Grenzstreitigkeiten. Nicht zuletzt ging es dabei um die Wallfahrtseinkünfte. Die Unstimmigkeiten zwischen den Pfarreien Rögling (Eichstätt) und Wellheim (Augsburg) führten schließlich 1783 zur Demolierung. Heute ist wieder religiöses Leben zurückgekehrt: Die romantisch gelegene Kirche ist ein gern besuchter Wallfahrtsort. Die dort 1931 ausgegrabene Madonna aus Sandstein steht heute in der Kirche im nahen Ensfeld.

Ein Kleinod ist auch die Pfarrkirche St. Leonhard in dem auf der Jurahochfläche gelegenen Dorf Gammersfeld, 1721-22 erbaut und u. a. vom Eichstätter Stuckateur Jakob Egg barock ausgestattet.

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