Von Dampfrössern zu Drahteseln


Wanderung in den Wäldern rund um die "Hoibruck" auf dem Gebiet der Pfarrei Ursensollen

 


Ursensollen

 

Informationen

Ursensollen liegt an der B 299 (Neumarkt-Amberg), ca. 10 km südwestlich von Amberg. Parkplatz an der B 299 beim Gasthaus Reif

Weg: Länge: 10 km. Markierung U-10. (U-3 und U-5 stehen für die 3- und 5-km-Variante). – Der Weg verläuft in  Form einer großen 8. „Kreuzungspunkt“ ist die „Hoibruck“. Anstiege ca. 100 m, aber kaum steil.-  Abstecher zur Ruine Scharfeneck ca. 400 m (einfacher Weg), zusätzlicher Anstieg ca. 60 m (steiler Steig).

Weg Ursensollen - Hohenkemnath: Einfach knapp 2 km.

Kirche Ursensollen:  Geöffnet ist der rechte Seiteneingang. 

Weg. An der Rückseite des Gasthauses Reif mit der Markierung U-10 auf der Raiffeisenstraße westlich ortsauswärts und auf dem Talweg abwärts. Den Radweg überqueren. Ca. 25 m nach Waldbeginn Abstecher links hinauf zur Ruine Scharfeneck. Zurück, abwärts ins Allmansfelder Trockental und unter der Hoibruck hindurch nach Allmannsfeld. Kurz vor dem Ort links hinauf, durch den Wald bis zum Schweppermann-Radweg auf der ehemaligen Bahntrasse. Auf ihm links (bald Markierung „Rückweg“) über die Hoibruck zurück nach Ursensollen. – Nach Hohenkemnath: Von der Kirche in Ursensollen auf der Vitusstraße zur Hohenburger Straße. Über diese zum Feldweg, der links von der Apotheke beginnt (Markierung „Kirchensteig“). Er verläuft bald auf dem alten Bahndamm (Aussicht nach Amberg). In Hohenkemnath durch die Schlossgasse vorbei am Schloss zur Kirche

 

 

 

 

 


Die "Hoibruck" überspannt imposant den Allmannsfelder Graben unweit Ursensollen.

 

Wissenswertes zum Weg

 

Überrascht bleibt der Wanderer stehen, wenn er aus dem Wald auf die Wiesen im „Allmannsfelder Graben“ hinauskommt  und plötzlich vor einer beeindruckenden Brücke steht, die mit mächtigen Bögen dieses abgelegene Tal überspannt. „Hoibruck“ nennen sie die Einheimischen. Sie ist Teil der 1903 fertig gestellten ehemaligen Lokalbahn Lauterhofen – Amberg und ein Meisterwerk der damaligen Eisenbahnbaukunst. Bis zu 18 m ragen die 4 Pfeiler aus heimischem Jurastein empor, 82 m lang und 3,70 m breit ist die „Fahrbahn“ über die Brücke. 1962 wurde der Personenverkehr eingestellt, 1972 fuhr der letzte fahrplanmäßige Güterzug. Heute ist die Brücke das „Highlight“ des Schweppermann - Radweges von Neumarkt nach Amberg und Schwarzenfeld an der Naab.

Wir wandern auf dem Gebiet der Pfarrei Ursensollen. Der Ort lag an der „Hohen Straße“ („D´Houch Strouß“), die von Nürnberg nach Böhmen führte. Schon in vorchristlicher Zeit wurde sie begangen. Bereits um 1144 ist ein Heinrich von „Ursensoligen“ urkundlich erwähnt.

Als bekanntester „Sohn“ ihrer Gemeinde gilt den Ursensollenern ein Minnesänger aus einem Geschlecht mit Namen Scharfenberg (um 1270). Eine gleichnamige Familie bewohnte die nahe Burg Scharfenberg. Deren Wappen findet sich auch unter den Wohltätern des Klosters Kastl im Wappenfries in der dortigen Kirche auf dem Klosterberg. Wenn auch von der ehemaligen Burg nur noch klägliche Mauerreste erhalten sind, so beeindruckt doch ihre Lage auf einem Felssporn, dessen drei Seiten steil abfallen, noch heute. Von der Bergseite her war sie durch einen Halsgraben geschützt, der sich noch deutlich im Gelände abzeichnet. Ein üppiger Teppich von Immergrün, einer typischen „Burgpflanze“ des Mittelalters, umgibt diesen romantischen Ort, an dem unsere Wanderung nahe vorbeiführt. Wie schwer muss im Mittelalter das Leben in einer solchen Burg gewesen sein! Kein Wunder, dass sie die Scharfenberger schon im 14. Jahrhundert verließen und sich  im Ort neben der Kirche niederließen. Das ehemalige Hofmarksschloss in der Vitusstraße erinnert an die späteren Hofmarksherren von Ursensollen.

 


Marienaltar in der Pfarrkirche St. Vitus in Ursensollen

Seit der Gebietsreform 1972 ist Ursensollen eine Flächengemeinde mit 38 Ortsteilen. Ihr Zentrum ist das moderne Rathaus. 1323 ist erstmals eine Kirche erwähnt, die bereits damals  zur Pfarrei Pfaffenhofen bei Kastl gehörte. 1856 wurde eine Expositur  errichtet, und    erst 1922 wurde Ursensollen eine eigenständige Pfarrei. Die Pfarrkirche St. Vitus wurde zwischen 1712 und 1715 erbaut und 1955 erweitert. Bis heute wird sie als Simultankirche genutzt. Ihre Altäre sind gute Beispiele von Akanthus-Altären - in dieser Gegend eine Seltenheit. Kunstgeschichtlich bedeutend ist das Messingepitaph des Johann von Erkenbrechtshausen, eine Gedenktafel für den 1578 verstorbenen Hofmarksherren. Vor dem Hintergrund der Stadt Jerusalem kniet er  im Harnisch demütig  vor dem Gekreuzigten.

Die Umgebung von Ursensollen, durch die unsere Wanderung führt, ist sehr waldreich. Wer die Aussicht von dem 537 m hoch gelegenen Ort genießen möchte, sollte bei klarer Sicht unbedingt noch den kurzen, unbeschwerlichen Weg nach Hohenkemnath gehen, das bereits im Bistum Regenburg liegt. Ein weiter Rundblick wird ihn belohnen: Zum Annaberg bei Sulzbach und zum Fichtelgebirge im Westen und Nordwesten, nach Amberg im Norden und zum Oberpfälzer Wald im Osten. Die 1968 erbaute Zeltkirche gegenüber dem alten Schloss ist gutes Beispiel moderner Kirchenarchitektur.

Ortsmitte von Ursensollen
 

 

 

 


Minnesänger vor dem Rathaus


"Hoibruck"

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