Heimat der heiligen Viehmagd Gundhildis


Eine Wandertour im oberen (Treuchtlinger) Schambachtal

 


Steinskulptur der hl. Gunthilidis
in der Kapelle

 

Informationen

Anfahrt: Beim Gasthof Laubenthal an der B 13 zwischen Eichstätt und Weißenburg in Richtung Treuchtlingen oder von Treuchtlingen in Richtung Schambach ins Schambachtal. Beim Wegweiser Haardt zum Wanderparkplatz gegenüber dem Waldhof (= Gasthaus Zum Schneck).

Weg: Rundweg ca. 4 km. Verlängerung möglich: Talaufwärts von Suffersheim mit [H] (Hangweg) zur Gaststätte Laubenthal und den gleichen Weg zurück (ca. 4 km mehr) und/oder talabwärts von der Kapelle mit [H] zur Flemmühle und mit [12] zurück (ca. 2 km mehr).

Einkehrmöglichkeiten: Landgasthaus/Metzgerei „Zum Schneck“ (nur Freitag bis Sonntag), Gasthof Adler, Suffersheim, Gasthof Laubenthal.

Wegbeschreibung


Vom Parkplatz mit Wegweiser Gun-thildiskapelle und [6] in den Wald und – immer nur wenige Meter vom Waldrand entfernt - zur Kapelle. Von dort abwärts zum geschotterten Talweg und auf diesem in entgegengesetzter Richtung nach Suffersheim. Bei der Einmündung am Ort links, an dem gelben und später links an einem roten Haus vorbei am Quellbach entlang zur Steinriegelquelle und Kirche. An der Kirchbachquelle und am ev. Gemeindehaus vorbei in die Kirchbachgasse. Bei der Einmündung gerade, nach ca. 100 m auf der Straße Sommerleite leicht links aufwärts. Am Ende der Teerdecke links, bei den beiden großen Linden erneut links auf den oberen Hangweg. Auf ihm -  immer an der oberen Hangkante bleibend - geradeaus, am einmündenden Seitental rechts. Auf dem Trockenrasen entweder an günstiger Stelle weglos oder direkt am Waldbeginn auf einem Steig links abwärts zum Parkplatz.

 

 

 


Das Kreuz unter dem Zeltdach der Kapelle

 

 

 

 

 Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir per E-Mail kostenlos  anfordern.

 


Die Fundamente der mittelalterlichen und die neue Gunthildiskapelle
       im oberen Schambachtal

 

Wissenswertes

Nach dem Glauben des Volkes lebte sie als einfache Dienstmagd im oberen Schambachtal bei Treuchlingen und war bekannt durch demütige Lebenshaltung, große Wohltätigkeit und Nächstenliebe.  Als Heilige verehrt wurde sie nur in der Diözese Eichstätt, hier vor allem in Suffersheim, in Biberbach bei Plankstetten, in Wallesau bei Roth und  seit 1957 in Dettenheim bei Weißenburg.  Gunthildis von Suffersheim.  Sie galt als Patronin der Dienstboten und des Viehs. Dargestellt ist sie in bäuerlicher Kleidung mit Milchkübel oder Milchkanne, manchmal auch mit einem Käselaib. Mit einer Kuh ist sie in der Kirche in Biberbach bei Beilngries zu sehen, in Dettenheim bei Weißenburg ist sie Patronin der bekannten „Scheunenkirche“. Bischof Gundekar (1057-75) nahm sie  als eine der zwölf Diözesanheiligen in sein Pontifikalbuch auf. Er weihte ihr zu Ehren  einen Altar im Dom und legte in weiteren  Altäre, Reliquien von ihr ein.  Das aktuelle Kalendarium der Diözese nennt den 22. September als ihren Gedenktag.

Wer aber war Gunthildis wirklich? Gehörte sie zu  Bonifatius Missionshelfern, die neben Willibald, Wunibald, Sola, Walburga, Lioba  und Thekla  aus Angelsachsen ins Frankenland gekommen waren.  Oder eine Frau gleichen Namens aus dem 10./11. Jahrhundert?  Ein erhobenes Gunthildisgrab mit ihren Gebeinen  in der Suffersheimer St.Michaelskirche ist noch im Jahr 1651 bezeugt. Die Historiker konnten wegen der mangelnden Geschichtsquellen kein einheitliches Votum vorlegen. Für den Glauben der Menschen in ihren Nöten und Bedrängnissen war dies von untergeordneter Bedeutung.  Mehrere Jahrhunderte erbaten sie bei Wallfahrten, ob hier in Suffersheim, in Wallesau oder Biberbach auf die Fürbitte hin bei ihren Problemen und Sorgen im Haus und besonders im Stall ihre um Hilfe. 
Die 1,5 km westlich von Suffersheim  errichtete Kapelle, deren älteste Bauphase ins 11., die jüngere ins 15. Jahrhundert zurückgeht , ist wohl wegen der Zunahme von Wallfahrten, errichtet worden. Mit Einführung der Reformation erloschen die Wallfahrten und die Gundhildisverehrung  im Schambachtal.
Die wohl eindrucksvolle Frau Gunthildis und ihre Verehrung jedoch leben in der evangelischen und katholischen Bevölkerung bis heute fort.  So wurde ihr zu Ehren 1956 eine Kirche im nahegelegenen Dettenheim errichtet  und ein  1992 in Suffersheim  gegründeter Förderverein setzte sich für die Wiedererrichtung der ehemaligen Wallfahrtskirche als ökumenische Gunthildiskapelle ein. Durch viel Eigenleistung und mit Hilfe von Spenden konnte sie gebaut werden. 1995 weihten sie der Abt von Plankstetten und der evangelischen Dekan von Pappenheim ein.

Der Heuberger Architekt Johannes Geisenhof wählte als Grundriss den Ammoniten. In der Form des Kapelleneingangs und im Steinfußboden ist dieser gut zu erkennen. Aus seinem Zentrum wächst ein Ambo in die Höhe. Dessen 12 gebündelte Säulen symbolisieren die 12 Stämme Israels als Ursprung des Volkes Gottes. Darüber hängt das Kreuz. Der Körper des Erlösers ist aus den Kreuzesbalken ausgespart und damit quasi negativ dargestellt; er ist nicht mehr Materie, sondern Licht. Der Tod wird aufgelöst durch die Auferstehung. In einer Nische steht die Statue der Hl. Gunthildis. Mit einer Hand zeigt sie auf das Kreuz, mit der anderen auf die Heilige Schrift auf dem Ambo. So weist sie wie in ihrem Leben auf das Zentrum unseres Glaubens hin. Das Zeltdach der Kapelle ist getragen von 12 Balken: Wir sind geborgen in der Kirche mit den 12 Aposteln.
Heute ist die am Talhang gelegene Kapelle am  Ökumenischen Pilgerweg ein gern besuchtes  Ziel zahlreicher  Wanderer /Pilger, Radfahrer und   Spaziergänger. Hier, inmitten des idyllischen Schambachtals mit seinem fast unberührten mäandrierenden Flusslauf, mit ergiebigen Quellen, Feuchtgebieten, Trockenhängen, Mühlen und kleinen fränkischen Dörfern finden sie Erholung für Seele und Leib.

 

 


Suffersheim, Heimat der hl. Gunthildis

 

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