Quellwasser als Hochbaumeister


Zur "Steinernen Rinne" bei Meinheim an den Hängen des Hahnenkamms

 


Meinheim

 

Informationen

Meinheim, Ausgangs- und Zielpunkt der Wanderung, liegt an der Straße Gunzenhausen – Treuchtlingen, jeweils ca. 12 km entfernt.

Parken z. B. an der Wunibaldstraße bei der Kirche.

Weg: Ca. 14 km. Aufstiege insgesamt ca. 250 m in mehreren Etappen. Die Wege und Pfade können im Frühjahr z. T. sehr aufgeweicht sein.

Nach dem Weg zur Steinernen Rinne oberhalb Oberweiler die Dorfbewohner fragen! - Zu den Sinterterrassen in der scharfen Wegkurve nach der Papiermühle links aufwärts (wenige Minuten).

Weg

 

In Meinheim Richtung Wolfsbronn. 20 m vor dem Ortsende links (Straße Schmiedheck). Aufwärts zum Waldrand, rechts am Wald entlang und kurz durch Wald nach Oberweiler. Gerade durch den Ort und weiter aufwärts, zunächst am Waldrand. Im Wald bei der „Kreuzung“ mit [8] geradeaus.Ca. 600 m nach dieser (nach einer kurzen Steigung) mit [8] scharf rechts abwärts zur Straße. Am P ca. 50 m aufwärts, dann links in den Wald hinauf zur Steinernen Rinne. - Zurück und mit den Markierungen abwärts nach Wolfsbronn. Von dort gut 4 km auf dem Panoramaweg (= Quellenweg) bis zur “Ruhebank“. Dort mit der Markierung „Quellenweg“ halblinks hinauf in den Wald zur „kleinen“  Rinne (rechts halten!). Oben bei der Infotafel geradeaus und (parallel zum Waldrand) bis zu einem querenden Sträßchen. Auf ihm (oder schöner am gegenüber liegenden Waldrand) abwärts nach Kurzenaltheim. Im Ort in Richtung Wolfsbronn, aber schon bei der Bushaltestelle geradeaus auf den Feldweg, der rechts(!) des Baches nach Meinheim führt.

 

 

 

 

 

 

Einkehrmöglichkeiten in Meinheim, Wolfsbronn und Kurzenaltheim

 


Wolfsbronn am Westausläufer des Hahnenkamms

 

Wissenswertes zum Weg

 

„Du lässt die Quellen hervorsprudeln in den Tälern, sie eilen zwischen den Bergen dahin“. Immer wieder kommt mir auf meinem aussichtsreichen Ausflug am Ostabhang des Hahnenkamms dieser Vers des Psalms 104 in den Sinn, der das Lob des Schöpfers singt. Besonders deutlich wird mir der Segen des Wassers auf dem östlichen Abschnitt des neuen „Quellenweges“, der als Rundweg zu den zahlreichen Quellen im Hahnenkamm führt. Immer wieder plätschern kleine Bäche mit klarem Quellwasser aus dem Wald herunter, sammeln sich in größeren und nehmen gemeinsam ihren Weg hinaus zur Altmühl.

Freilich hätte ich mir um diese Jahreszeit für meine Wanderung auch die Farbenpracht der Teppiche von Frühblühern gewünscht, die in der Zeit um den Frühlingsanfang hier die Waldränder und den Waldboden bedecken. Und auch, dass doch heute auch Wirklichkeit wäre, was der Psalm weiter besingt:: „An den Ufern wohnen die Vögel des Himmels, aus den Zweigen erklingt ihr Gesang“. Doch der hartnäckige Winter hat mir einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Statt des Gesangs der Vögel herrscht Stille, und statt bunter Blumen hüllt der Schnee Wald und Feld in leuchtendes Weiß, und das Wasser in den Bächlein bildet formenreiche Eiszapfen. Aber die Blütenpracht wird sich nicht aufhalten lassen und sich umso reicher entfalten – in einer, in zwei, in drei Wochen?

Seinen Namen trägt der neu und vorbildlich markierte „Panoramaweg“ am Osthang des Hahnenkamms zu Recht. Weit geht der Blick zu den kleinen fränkischen Dörfern im Altmühlgrund, zu den Höhen des Mittelfränkischen Beckens bis zum Höhenzug der Fränkischen Alb, der es im Osten begrenzt. Dem Reichtum an Quellen verdanken die Hänge, die er durchquert, dem Ornatenton, einer zwischen dem Eisensandstein und Weißjura eingelagerten Tonschicht, die das Wasser staut. Wo sie im Berghang angeschnitten wird, tritt das hier besonders kalkreiche Nass in ergiebigen Quellen zu Tage. Mehr als ein Dutzend solcher Quellbäche habe ich auf meinem Weg gezählt.

Besondere „Kleinodien“ unter ihnen sind die „Steinernen Rinnen“. Im Gegensatz zum Regelfall, in dem sich das Wasser ein Flussbett gräbt, bauen sich diese Bäche durch Ausfällen von Kalk selber einen Damm, auf dem das Wasser in einer Rinne herab schießt. Moose und Flechten, die vom Kalk eingeschlossen werden und so „versteinern“, helfen dabei. Bis zu 1,50 m hoch konnte so der 124 m lange Damm der Steinernen Rinne von Wolfsbronn werden, der eindrucksvollsten des Hahnenkammgebietes. Unter günstigen Bedingungen kann er jährlich mehr als 1 cm wachsen.


Steinerne Rinne im Sommer

Steinerne Rinne im Winter

 

 

Schon bei Oberweiler haben wir das Abflussbächlein einer steinernen Rinne überquert, die im Wald oberhalb des Dorfes liegt. Und nur ein paar Kilometer nach Wolfsbronn kann man bei der „Ruhebank“  an einer kleineren Rinne die Anfänge der Dammbildung studieren. Aber es gibt hier der Wunder noch mehr: Wo am Waldrand nahe Wolfsbronn der stattliche Bau der ehemaligen Papiermühle noch heute von der einstigen wirtschaftlichen Bedeutung des Wassers zeugt, liegt nur 100 m weiter oben im Wald eine andere Ausformung der Kalkablagerung: Hier hüpft ein Quell-bach über die kleinen Sinterterrassen zu Tal, die er sich selbst gebildet hat – auch ein Teil der wunderbaren Schöpfung, von der der Psalm sagt: „Herr, wie zahlreich sind deine Werke. Mit Weisheit hast du sie alle gemacht.“

Zurück zur Übersicht "Bistum"