Eine Wanderung rund um die Ruine der Wallfahrtskirche
im Spindeltal


Auf den Spuren des Gnadenbilds

 


Spindeltal-Madonna

 

Informationen

Ausgangspunkt: Ruinenkirche im Spindeltal, ca. 5 km nordwestlich von Wellheim an der Straße nach Tagmersheim/Monheim.

Weg: Länge 10 km, Anstieg ca. 120 m. Achtung: Die Markierung [11] wird demnächst durch die des „Wallfahrtsweges“ ersetzt.

Kirchen: Die Spindeltalkirche ist ganzjährig tagsüber geöffnet. Schlüssel für die Ensfelder Kirche (falls geschlossen) bei Kruck, Jurastraße 22.

Einkehrmöglichkeit: In Ensfeld (nur sonntags).

Wegbeschreibung

Von der Kirche über die Wiese aufwärts. Am Wald links und mit [11], immer nahe dem Waldrand, talauswärts. Am Talende (Sitzgruppe) mit [11] rechts, bei der Gabelung kurz danach links (unterer Weg). Wo der Weg aufhört, mit den Farbmarkierungen weglos links abwärts zur Wiese und rechts zu einem Schotterweg. Hier rechts und gleich wieder links. An der Straße mit dem Wegweiser Konstein-West auf die andere Talseite, links in die Römerbergstraße und auf dem Radweg Richtung Dollnstein. Wo er die Staatsstraße quert, auf dieser 200 m links. Am Wielandshof rechts und am Rand  des Bäckertals aufwärts nach Ensfeld zur Kirche (Jurastraße, Kirchberg). Nach deren Besuch auf der Spindeltalstraße ortsauswärts. Am Ortsende links, nach 400 m rechts aufwärts zu einer Baumgruppe. Dort gerade weiter. Nach der Bauschuttdeponie auf dem Fahrweg links hinunter zum Wald, dort im Tälchen abwärts zur Spindeltalkirche.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Die Wegskizze für diese Wanderung
zum Ausdrucken können Sie bei mir
per E-Mail kostenlos  anfordern.

 


Heute ist die ehemalige Wehrkirche wieder eine viel besuchte Gebetsstätte. Ihr Gnadenbild, eine Steinmadonna aus dem 14. Jahrhundert steht heute in der Pfarrkirche Ensfeld.

 

Wissenswertes zum Weg

 

Bis vor 20 Jahren war die  Kirchenruine im Spindeltal ein verlassener Ort. Nur wenigen war noch bekannt, dass sich hinter den Hecken, die sie umwucherten, eine einstige Wallfahrtskirche mit einer wechselvollen Geschichte verbarg.

Schon in der 2. Hälfte des 15. Jahrhundert baute ein Graf von Helfen-stein, Besitzer von Burg und Ort Wellheim, hier eine Marienkapelle. Sie wurde bald zu einer viel besuchten Wallfahrtsstätte. Doch es währte nicht lange, bis das erste Unheil über die Wallfahrt hereinbrach: Wahrscheinlich 1555 ließ der zum Protestantismus übergetretene Neuburger Pfalzgraf Ottheinrich die Kapelle profanieren, das Dach abtragen und die Kirchengeräte entfernen. Dies bedeutete praktisch das Ende der Wallfahrt.

1727 stürzte Franz Ferdinand von Schwab, pfalz-neuburgischer Kastner in Graisbach, in der Nähe der Ruine böse vom Pferd. Zur gleichen Stunde wurde seine Frau zu Hause vom Hufschlag eines Hengstes ins Gesicht getroffen. Beide bleiben unverletzt. Der Kastner ließt zum Dank bei der Ruine ein Marienbild anbringen. So die Legende. - Sicher ist, dass im August dieses Jahres die Wallfahrt in großem Umfang wieder einsetzte. 1729 wurde die Kirche auf den alten gotischen Resten neu erbaut und 1747 erweitert.

Unmittelbar nach der Wiederbelebung der Wallfahrt begann aber wegen der nicht eindeutig geklärten politischen und kirchlichen Grenzlage der Kirche der Streit ums Geld: Wem gehörten die Geldopfer der Wallfahrer? Der Pfarrei Wellheim in der Diözese Augsburg oder der „Eichstätter“ Pfarrei Rögling, der die Neuburger Regierung das Restvermögen der Wallfahrt schon nach der Profanierung zugesprochen hatte? Oder der Pfarrei Ensfeld, deren Pfarrer sie wegen der Armut seiner Pfarrei für sich reklamierte?  Der  Streit darüber dauerte  Jahrzehnte. Angesichts der offensichtlichen Unmöglichkeit, ihn zu schlichten, sprachen sich schließlich die Ordinariate von Augsburg und Eichstätt 1781 für die Auflassung der Wallfahrt und die Zerstörung der Kirche aus, die 1783 erfolgte. Die verbliebenen Mauerreste verfielen nach und nach, und aus der einst blühenden Wallfahrt wurde ein vergessener Ort.

Am 5. Dezember 1931 barg der arbeitslose Zimmermann Xaver Hiermeier aus Tagmersheim auf  „Schatzsuche“ in der ehemaligen Sakristei der Ruine eine Steinmadonna aus dem 14. Jahrhundert. Man brachte sie in die Pfarrkirche im nahen Ensfeld, wo sie nach einem erneuten Besitzstreit auch verblieb.

1984 stellte die Jugend von Emskeim in der Ruine ein Holzkreuz auf. Der neue Pfarrer des Ortes, Otto Maurer, ließ ein Bild der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt anbringen und freiwillige Helfer stellten einen Altar und Ambo aus Stein auf. Im folgenden Jahrzehnt wurden die Mauern der Ruine gefestigt, behutsam ergänzt und mit einem Dach versehen. Heute ist sie wieder eine viel besuchte Gebetsstätte. 1994 einigten sich die beiden Diözesen auf die Zugehörigkeit der Kirche zur Diözese Augsburg und damit zur Pfarrei Wellheim.

Unsere abwechslungsreiche Rundwanderung in herrlicher Landschaft führt auch zur ursprünglichen Wallfahrtsmadonna in der Pfarrkirche in Ensfeld. Den Besuch dieses dörflichen Kleinods lohnen auch die barocken Altäre und die reich stuckierte Kanzel und Decke.

Blick auf Ensfeld


Kirche Ensfeld

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