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Im Hopfen- und Kirschenland


Von der Bierstadt Spalt zum Kirschenparadies Kalbensteinberg

 


Das „Zigeunerloch“ am Weg nach Kalbensteinberg, ein mächtiger Felsüberhang in einer wilden Schlucht.

 

Informationen

Parken: Parkplatz an der Hopfensignierhalle an der Stadtmauer.

Weglänge: Gesamtweg 16 km, mit der 1. Abkürzung (Weg 146) 10 km, mit der 2. (1 km Straße) 14 km. Mit letzterer fällt jedoch auch der steile Aufstieg nach Theilenberg weg. Gutes Schuhwerk erforderlich.

Steigungen: Aufstiege aus dem Schnittlinger Loch (ca. 80 m) und nach Theilenberg (ca. 100m).

Einkehrmöglichkeiten in Spalt und in Kalbensteinberg

Hinweis: Die Kirche in Kalbensteinberg ist normalerweise geschlossen. Der Mesner, Herr Herzog, Haus Nr. 76 nahe der Kirche, schließt jedoch gerne auf und gibt fachkundige Erklärungen. Tel. 09837/545.

 

 

 

 

 



 

 Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir per E-Mail kostenlos  anfordern.

Wegbeschreibung

Vom P auf den Gabrieli-Platz mit dem Rathaus, links in die Herrengasse, gerade in die Hofgasse, durch den Oberen Torturm in die Hans Gruber-Straße und mit 154 und Blaukreuz hinauf zum Hans-Gruber-Keller und weiter bergauf auf den Höherücken. Kurz nach einem Unterstand links abwärts, im Tal rechts zum Schnittlinger Loch, ab Waldbeginn nicht mit Blaukreuz, sondern Blaustrich. Hier die bisherigen Markierungen mit Weitwanderweg 4verlassend bei Infotafel und Sitzgruppe gerade weiter in die Schlucht. Und in ihr aufwärts. Oben mit Blaukreuz rechts und bald links aufwärts zur und über die Straße. Beim Kinderspielplatz Naturdenkmal Schnittlinger Eiche. Ab hier führt uns Baukreuz über Kalbensteinbach bis nach Theilenberg. Mit ihm weiter, am Waldrand, kurz durch Wald und auf einem Forstweg. Achtung: Mit Blaukreuz links vom Forstweg ab in eine Schlucht. Wo der Weg dieser näher kommt, liegt in links das Zigeunerloch. Kurz vor Erreichen der Talsohle zweigt 154 rechts ab. Mit ihm kann die Wanderung abgekürzt werden, er führt über das Gut Mühlreisig zurück nach Spalt. Unser Weg geht zunächst auf dem Forstweg weiter und zweigt dann links ab und führt über den Bach und dann scharf nach links und bald vom befestigten Waldweg ab auf einen unbefestigten Auf ihm durch den Wald und auf die freie Flur hinauf nach Kalbensteinberg.

Bei der Einmündung in die „Hauptstraße“ nach der Kirche rechts, bei großer Linde fast am Dorfende rechts. Wo der Wald beginnt führt Blaukreuz links abwärts. Auf der Straße im Tal ca. 200 m links, dann scharf rechts und durch den Wald aufwärts nach Theilenberg. Dort mit Wegweiser Wasserzell/Spalt rechts, beim Kinderspielplatz geradeaus, jetzt ohne Markierung. Bei einer Weggabel nach Dorfende auf den rechten Zweig und im Wald abwärts. Kurz vor Erreichen des Talgrundes bei Gabel links, auf der Straße rechts, bei Bushaltestelle links über die Fränkische Rezat und vor einer Gärtnerei rechts. Jetzt am linken Talrand immer geradeaus bis Spalt. Dort nach der Fußgängerbrücke links zum P.

 


Im Tal der Fränkischen Rezat liegt das mauerumringte Städtchen Spalt, umgeben von Kirsch- und Hopfengärten, Wäldern und Feldern.

 

Wissenswertes zum Weg

„In Spalt, in Spalt, dou wern de Leut gor alt, sie kenna nix dafier, dös macht ös goute Bier“.

So steht es geschrieben an der Wand eines traumhaft schönen Spalter Bierkellers, von dem aus man einen herrlichen Blick auf die mauerumringte fränkische Kleinstadt mit ihren Türmen und auf die mit Hopfen- und Kirschgärten, mit Feldern und Wäldern bedeckten Berge hat, die das liebliche Taler der Fränkischen Rezat umsäumen. Und wenn man an einem sonnigen Tag durch diese gesegnete Landschaft wandert, fühlt man sich wie im Paradies, auch wenn nicht gerade die Zeit der Kirschblüte ist, in der ein weißes Meer die umliegenden Dörfer wie Großweingarten, Hagsbronn, Schnittling, Fünfbronn, Theilenberg und Massendorf umgibt. Das Bier aus der Spalter Stadtbrauerei, früher gelagert in den kühlen Felsenkellern, auf die der Wanderer heute noch manchmal trifft, krönt so einen Wandertag – und für den Spalter ist es wie das tägliche Brot, das nährt und gesund hält.

Aber auch wildromantische, von Moosen und Farnen bewachsene Schluchten mit Felswänden, Höhlen und Überhängen wie die „Massendorfer Schlucht“, das „Schnittlinger Loch“, das „Zigeunerloch“ kennzeichnen die Umgebung von Spalt. Das Wasser hat sich hier tief in den weichen Sandstein eingegraben und die Oberfläche „gespalten“ (daher wohl der Ortsname), hat sie zerfurcht, hat eine kleingliedrige, abwechslungsreiche Landschaft geschaffen, in der es viel bergauf und bergab geht, in der sich immer wieder neue Ausblicke ergeben.

Und erst die Stadt selbst! Kreisförmig angelegt, zum größten Teil noch mit der von Türmen bestandenen mittelelterlichen Mauer umgeben. Typisch fränkische Häuser mit hohem Giebel, viele noch mit Fachwerk; manche aus dem Mittelalter, wie die mächtige Hopfensignierhalle von 1430, einst Getreidespeicher, das bekannte Hopfengut Mühlreisig etwas außerhalb der der Stadt und das Zollhäuschen an der Rezat; aber auch barocke Gebäude prägen das Stadtbild, darunter das heutige Rathaus von Gabrieli und das ehemalige Kanonikatshaus, heute Kindergarten, sowie das Pfarrhaus, 1738 von Pedetti umgebaut.

Schon 810 ist in Spalt ein Benediktinerkloster erwähnt, das wohl nur relativ kurz bestand. 1037 wird am gleichen Ort das Chorherrenstift St. Emmeram gegründet, 1294 unmittelbar daneben das Stift St. Nikolaus. 1619 wurden beide Stifte aus wirtschaftlichen Gründen vereinigt. Ihre beiden großen, sehenswerten Kirchen aber stehen als Wahrzeichen der Stadtnoch heute direkt nebeneinander. St. Emmeram, jetzt katholische Pfarrkirche, ursprünglich romanisch, wurde 1698/99 von Jakob Engel umgebaut. Bekanntestes Kunstwerk ist die „Spalatin-Madonna“, die Georg Spalatin, der berühmte Sohn der Stadt 1519 seiner Heimatstadt geschenkt hat. St. Nikolaus mit seiner  mächtigen Fassade und den hohen Türmen wurde 1767-71 vom Deutschordensbaumeister Matthias Binder aus Ellingen an Stelle der alten Kirche von 1313 völlig neu gebaut.

Unsere Wanderung führt aus der Stadt hinauf auf die Höhe, durch eine Schlucht zum „Zigeunerloch“ und hinüber nach Kalbensteinberg zur berühmten „Rieter-Kirche“. Zeit seines Lebens hat der Nürnberger Patrizier Hans Rieter, dessen Familie 1437 in den Besitz dieses Gotteshauses gelangte, Kunstschätze gesammelt. Einen Großteil davon beherbergt dieses gotische Kleinod: Flügelaltäre, Heiligenfiguren und Tafelbilder, einen geschnitzter Palmesel und Glasgemälde. Die Wände schmücken prächtige Totenschilde der Familienangehörigen.

Wer möchte, kann vor dem Rückweg durch das idyllische Rezattal auch noch nach Theilenberg hinaufsteigen. Er wird belohnt mit einem phantastischen Rundblick.

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