Auf uralten Wallfahrtswegen


Ein besonderer Lehrpfad: Die "Naturwallfahrt" rund um den Petersberg

 


Bildstock Weiße Marter

 

Informationen

Waldkirchen (Petersberg) ist Ortsteil der Gemeinde Seubersdorf und liegt an der Straße von Berching nach Parsberg. Parkmöglichkeit an der Kirche.

Kirchen: Die beiden Kirchen am Weg (Petersberg und St. Jakobus in Ittelhofen) sind tagsüber geöffnet.

Prospekt: Ein Prospekt zur Wanderung mit Wegskizze und Informationen liegt am Schriftenstand der Kirche auf.

Einkehrmöglichkeiten in Ittelhofen

Wegbeschreibung

Rundweg:  Er beginnt und endet an der Kirche. Möglich sind zwei Teilstrecken: Die kürzere Route rund um den Petersberg (ca. 4 km) oder die verlängerte ins Tal der Wissinger Laber (ca. 9 km). Der Weg ist gut markiert, verläuft aber nicht immer so, wie man es eigentlich erwartet, sondern ändert mehrmals unvermittelt die Richtung. Deshalb muss man gut auf die Markierung achten. Am Anfang führt der Weg zunächst von der Kirche weg und dann wieder zu ihr zurück und erst dann vor der Kirche links bergab. - Die Wegroute ist auf jeder Infotafel abgebildet.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wissenswertes zum Weg

Schon immer gab es Orte, welche die Menschen ganz besonders anzogen. Dazu gehören auch auffallende Berge. Ein solcher ist in unserem Bistum sicher der 571 m hohe Petersberg im Oberpfälzer Jura, eigentlich  nur ein größerer, teilweise freilich steiler Hügel, der seine Umgebung kaum einmal 70 m überragt. Da er aber  von allen Seiten weithin sichtbar ist, ist er mit dem spitzen Kichturm zu einem Wahrzeichen der Gegend geworden.

Von alters heißt der bis heute kleine Ort um die Kirche „Waldkirchen“,  ein Name, der auf die ursprüngliche Lage im Wald hindeutet. Heimatforscher sehen Anzeichen dafür, dass das erste Gotteshaus schon im 8. Jahrhundert erbaut wurde und wahrscheinlich an der Stelle einer germanischen Kultstätte steht. Die 775 gegründete Pfarrei, die von Anfang an die Apostelfürsten Petrus und Paulus als Patrone hatte, gehört zu den Urpfarreien im Bistum. Schon um 1000 stand hier eine Steinkirche, die bald zum Ziel von Bittgängen aus den Orten der Umgebung wurde und sich zur Wallfahrtsstätte entwickelte. Dadurch trat sie immer stärker ins Bewusstsein der Menschen, und bald setzte sich synonym für Waldkirchen der Name „Petersberg“ durch.


Altes Feldkreuz
Alte Landkarten zeigen, dass zu ihm hinauf noch vor wenigen Jahrzehnten sternförmig aus allen Dörfern Wege führten - aus Wissing, Ittelhofen, Hermannsberg, Freihausen, Staufersbuch und Riedhof – alte Wallfahrtswege zum viel besuchten Gotteshaus. Gewählt wurde offensichtlich immer der kürzeste Weg, auch wenn er steil war. Baumreihen säumten die Wege und spendeten den Pilgern Schatten, Marterl und Feldkreuze am Weg waren Punkte des Innehaltens und des Gebets. Auch heute noch stehen auffallend viele davon, vorbildhaft restauriert, an den Feldwegen.

 

 

 

Um 1670/80 wurde die heutige Kirche gebaut und mit barocken Kunstwerken reich ausgestattet. Von hoher Qualität sind das Hochaltarbild mit den beiden Apostelfürsten und die Statuen der Apostel im Kirchenschiff. Mit der Säkularisation 1803 wurden Kreuzwege, Bittgänge und Wallfahrten verboten. Heute findet jährlich um den 29. Juni, das Fest Peter und Paul, die Wallfahrt des Dekanats Berching auf den Petersberg statt.

 

 

 

 

 

 


Hochaltarbild Petersberg

Die alten Wallfahrtswege aber sind  weitgehend der Flurbereinigung zum Opfer gefallen. Lediglich der steile Riedhofer, der Staufersbucher und Ittelhofener Weg mit seiner Lindenallee und dem Bildstock der „Weißen Marter“ aus dem 18. Jahrhundert verlaufen noch auf den alten Trassen.

Wohl in Anspielung auf die früheren Wallfahrten wurde 2004 der Lehrpfad „Naturwallfahrt rund um den Petersberg“ geschaffen. Er führt durch das „Arten- und Biotopschutzprojekt Wissinger Laber“  und informiert über die vielfältigen Biotope, angefangen vom Jurakegel des Petersbergs bis zur Wissinger Laber, aber auch über die Kulturgeschichte der Gegend. Die Entwicklung der Landschaftsformen, die vielfältige Flora und Fauna am Weg und im reizvollen Tal entlang der Laber sowie heute erforderliche Maßnahmen der Landschaftspflege sind ebenso Inhalt der gut gestalteten Schautafeln wie das frühere Leben der Menschen, die Geschichte der Wallfahrt und die alten Wallfahrtswege, von denen der alte Ittelhofener mit in die Route einbezogen ist. Die Bezeichnung „Naturwallfahrt“ für den Rundgang will den Wanderer anregen, in der Natur die Spuren des Schöpfers zu erkennen und das eigene Verhalten gegenüber der Schöpfung zu überdenken.
 


Ittelhofener Weiher

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