Auf einst ritterlichen Pfaden


Auf dem "Burgwanderweg" zum Obermässinger Hofberg
hoch über dem Schwarzachtal

 


Blick vom Tandl auf die Zeugenberg des Neumarkter Umlands

 

Lage: Obermässing ist erreichbar über die Ausfahrten der A 9 Greding (von Süden) oder Hilpoltstein (von Norden).

Parken am Dorf- oder Kirchplatz. Von dort über die Hofbergstraße und Straße Butzwinkel zum Ausgangspunkt.

Burgwanderweg Hofberg ca. 3 km, Anstieg ca. 100 m.

Alternativweg über die Hofberghochfläche und Tandl: 8 km. Er verläuft zum großen Teil auf befestigten Feldwegen und bietet im 2. Teil (Abstieg Tandl und Rückweg nach Obermässing) weite Ausblicke auf die Zeugenberge vor dem Albtrauf und die Orte im Albvorland.

Einkehrmöglichkeit in Obermässing.

Wegbeschreibung

Am oberen Ortsende „Ende der Straße „Butzwinkel“ (Info-Tafel) mit der Markierung „Burgwanderweg“ auf dem Steig über Wiesen und auf Treppen steil aufwärts. Bei der Info-Tafel in Hofberg in den Burggraben zu den sanierten Teilen der Burg, dort mit der Markierung auf dem Waldsteig weiter und später abwärts nach Obermässing.
Variante
: Beim Tor der Vorburg mit [6] auf die Hochfläche. Am Waldrand, später im Wald, gerade bis fast zum nördlichsten Punkt des Bergsporns. Am Jägerstand (Schild „Campen und Zelten verboten“) rechts in den Wald, einen Weg überqueren und - später links haltend - abwärts nach Tandl, zuletzt weglos (Trockenrasen). Im Ort rechts, auch nach dem Ortsende rechts, kurz vor Hagenbuch rechts aufwärts, gerade durch den Ort und wieder auf die Flur. Nach großem Feldkreuz links, ca. 100 m danach rechts (unbefestiger Weg). Auf dem querenden Teerweg links zur Straße, auf ihr rechts nach Obermässing.

 

 

 

 

 Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir per E-Mail kostenlos  anfordern.

 

 

Wissenswertes zum Weg

 

Heute schaut die Ruine friedlich hinab auf das Schwarzachtal und Obermässing. Vor bald 500 Jahren, im Jahr 1525, ging es hier nicht so friedlich zu: An die die 300 Bauern aus der ganzen Gegend rotteten sich zum „Mässinger Haufen“ zusammen, zogen hier herauf zum Hofberg und nahmen die Burg ein. Die Kunde davon verbreitete sich, und bald waren hier über 5000 mit ihrem Schicksal unzufriedene, von der Obrigkeit in ihren Rechten willkürlich eingeschränkte Bauern aus dem Hochstift Eichstätt, dem ansbachisch - markgräflichen Land um Thalmässing, dem pfalz-neuburgischen Gebiet um Hilpoltstein und dem Fürstentum der Oberen Pfalz um Neumarkt versammelt. Mit ihrem Aufstand wollten sie ihre unerträgliche Situation verbessern. Als jedoch Pfalzgraf Friedrich mit vereinigten fürstlichen Truppen nahte, flüchteten sie. Der Aufstand wurde niedergeschlagen, die Rädelsführer hingerichtet oder hart bestraft.


Eckturm der Burgruine

Eckturm der Burgruine auf dem Hofberg

Die Burg auf dem Hofberg geht zurück auf die Adelsfamilie der Mässinger. Sie erbauten sie als Dienstmannen der Bischöfe von Eichstätt und der Grafen von Hirschberg als weithin sichtbares Zeichen ihrer Herrschaft.

 Der Letzte des Geschlechts, der 1285 kinderlos starb, vererbte sie samt dem Dorf dem Deutschen Orden, der hier eine Komturei der Ballei Franken einrichtete. 1465 erwarb Fürstbischof Wilhelm von Reichenau, geboren im nahen Burggriesbach, Dorf und Burg. Im Ort richtete er ein Pflegamt ein, auf der Burg seinen Sommersitz, wo er 1496 auch starb.

1803 in der Säkularisation fiel die Burg an das Kurfürstentum Bayern, das sie umgehend veräußerte. Am Hofberg entstanden sechs private landwirtschaftliche Anwesen. Teile der Burggebäude wurden abgerissen.

Aber noch heute ist die ursprüngliche Anlage der mächtigen Burg zu erkennen. In der etwas höher gelegenen Vorburg befanden sich die Wirtschaftsgebäude. Die Hauptburg mit Palas, Burgkapelle und Bergfried war geschützt durch steile Hänge und einen Halsgraben, durch Mauer, Torbau und Zugbrücke. Wilhelm von Reichenau verbesserte den Schutz 1490 durch eine neue Ringmauer mit 5 Ecktürmen. Fürstbischof Marquard Schenk von Castell ließ 1670 die Hauptburg zu einem Wohnschloss umbauen.

Der aussichtsreiche Weg zur Burg führt vom Ort durch den einstigen vorgelagerten „Herrengarten“, ein Wiesengelände mit Weihern und Wald, auf 270 Stufen steil aufwärts. Dass es diesen Weg gibt und dass sich der Besuch der Burg wieder lohnt, ist der Initiative des Vereins für Kultur- und Heimatpflege Greding zu verdanken. Er erwirkte viele Spenden, bewog zahlreiche Bürger zur tatkräftigen Mithilfe und sanierte so die Westmauer mit zwei Rundtürmen.

Ab etwa 1680 war Obermässing auch „Heimat“ des Graubündner Baumeisters Johann Baptist Camesino. Er hatte hierher geheiratet, besaß ein Wohnhaus und ansehnlichen Grundbesitz und baute in der Umgebung zahlreiche Kirchen oder gestaltete sie um. Er gab auch der sehenswerten Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, einer ehemaligen Wehrkirche, ihr heutiges Aussehen. Als besonders gelungen gelten seine Kirchtürme, z. B. auch in Allersberg, Hilpoltstein und auf dem Eichelberg.

Kirchturm Obermässing von J. B. Camesino

 


Nepumukstatue und Kirchturm von Obermässing

 


Markierungszeichen des Burgwanderwegs Hofberg
mit alter Abbildung der Burg

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