Auf dem "Naturlehrpfad Obereichstätt" die Schönheiten
des Jura entdecken


Ein lehrreicher Emmausgang

 

 

Informationen:

Lage: Obereichstätt liegt im Altmühltal, ca. 5 km westlich von Eichstätt. P beim Gasthof Hüttenschänke. Dort Übersichtstafel. Durch die Allee ortseinwärts, an ihrem Ende rechts in den Stadtweg.

Weglänge 8,5 km. Anstieg ca.100 m.

Einkehrmöglichkeiten in Obereichstätt und Schernfeld.

Museum Berger (Harthof) geöffnet  ab Ostersonntag täglich 13.30 – 17.00 Uhr, sonntags auch 10 – 12 Uhr.

 

Wegbeschreibung

Auf dem ganzen Weg führt die Markierung „Silberdistel“. – Beim Eingang zum ehemaligen Hüttenwerk auf dem „Stadtweg“ steil aufwärts. Ziemlich oben links durch die Steinbruchhalden, entlang einer Erdhalde mit der Markierung „Panoramaweg“ rechts zum Museum Berger im Harthof. Zurück und auf der Hangkante weiter, vorbei an einer Kapelle. Vor der Einmündung in die Straße links, am Wald entlang und durch eine Allee zur Schäferei Eichhorn, dort am Gedenkstein links und sofort wieder geradeaus weiter. Am Steinbruch unterhalb des Sportplatzes weiter geradeaus auf dem Hang abwärts, oberhalb der Kläranlage rechts hinauf zum Teerweg und auf ihm links abwärts ins Tal. Dort bei der Schranke links, am Fuß des Trockenhanges bis zum Beginn der Feldflur. Am Schild „Wasserschutzgebiet“ zwischen Hecken links aufwärts, auf dem querenden Weg rechts. Bald oberhalb der Häuser nach und durch Obereichstätt zum Ausgangpunkt.

 

 

 

Wissenswertes zum Weg

 

Die Landschaft um Obereichstätt ist einzigartig. Der lang gezogene Ort wirkt wie hingeduckt an den felsenreichen Steilhang des ehemaligen Urdonautales, welches heute die für das weite Tal viel zu kleine, friedliche Altmühl benutzt. Die Verwitterung hat die dolomitisierten Schwammkalke des einstigen Jurameeres von etwa 30 m Mächtigkeit riffartig aus dem Hang herausgearbeitet. Nischen und Höhlen an den Felstürmen bieten Brutplätze für Dohle, Turmfalke, Haurotschwanz und sogar den sehr selten gewordenen Uhu. Die Trockenrasen zählen mit der Vielfalt ihrer Pflanzen zu den artenreichsten Biotopen der Altmühlalb. Jetzt im Frühling sind sie bedeckt von zahlreichen violetten Blütenglocken der Küchenschelle. Später im Jahr geben sich hier zahlreiche Insekten, vor allem eine Vielfalt von Schmetterlingen, ein buntes Stelldichein.

Einst befand sich in Obereichstätt das Hüttenwerk der Eichstätter Fürstbischöfe, in dem die Erze geschmolzen und weiter verarbeitet wurden, die man in unterirdischen Stollen auf der Jurahochfläche abbaute oder als „Bohnerze“ auf den Feldern fand.  Anfangs goss man daraus vor allem Gebrauchgüter wie Kessel, Töpfe und Ofenplatten. Später erlebte der Kunstguss eine Blüte. Es entstanden Kreuzigungsgruppen, Heiligenfiguren, Büsten, Tierköpfe und vor allem reich verzierte gusseiserne Öfen und Ofenplatten mit Motiven aus Jagd und Bauernarbeit, mit Blumen und Heiligen. Das zur Kühlung und als Antriebskraft notwendige Wasser lieferte der im Werksgelände entspringende „Hüttenbach“, eine ergiebige Karstquelle. Heute findet die Obereichstätter Eisentradition eine Fortsetzung in den monumentalen Eisenskulpturen des Bildhauers Alf Lechner, die auf dem ehemaligen Werksgelände und in dessen Umkreis aufgestellt sind.

Die ganze Vielfalt der Landschaft um Obereichstätt erschließt der landschaftlich sehr abwechslungs- und aussichtsreiche „Naturlehrpfad Obereichstätt“. Am Weg informieren  14 hervorragend gestaltete Tafeln über die geologischen Besonderheiten, die Flora und Fauna der Halbrocken- und Trockenrasen, Wälder und Hecken, aber auch über den Broterwerb der Menschen einst und heute: die Arbeit im Hüttenwerk und den Abbau der Plattenkalke und des Juramarmors. „Highlight“ am Weg ist das Fossilienmuseum Berger im Harthof.

 

 

 

 

 

 

 

Ein absolutes „Muss“ ist der Besuch der Obereichstätter Pfarrkirche St. Johannes des Evangelisten, einer im Kern mittelalterlichen, im 18. Jahrhundert barock ausgestatteten Wehrkirche. Die gotische Steinmadonna im linken Seitenaltar stand einst in einer Nische des „Frauenfelsens“ am steilen „Stadtweg“. So mancher der Fuhrleute, die hier vorbei in einer halsbrecherischen Fahrt das Erz hinunter zum Hüttenwerk brachten, wird hier ein Stoßgebet zur Muttergottes hinaufgeschickt haben.

 

Wertvollstes Kunstwerk im Gotteshaus ist das ausdrucksvolle Monumentalkreuz, das ein unbekannter Meister um 1500 für das nahe Augustiner-Chorherrenstift Rebdorf schuf. Kunstkenner bezeichnen es als Kunstwerk von europäischem Rang und zählen es zu den besten seiner Art überhaupt. Nach der Säkularisation kaufte es die Gemeinde um 14 Gulden. So viel verdiente damals etwa ein Maurer.

 

"Rebdorfer Kreuz"

 

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