Im Land der Felsendome und Höhlen


Unterwegs in den Wäldern um Neukirchen
zu den Naturschönheiten des Oberpfälzer Juras

 

Informationen

Lage: Neukirchen liegt ca. 20 km nordwestlich von Amberg. Parkmöglichkeiten in Ortsmitte.

Weg: 8 km. Aufstieg zum Hartenfels ca. 80 m. – Zur Osterhöhle mit [3] und Rotstrich. [3] führt nicht über den Hartenfels, sondern unterhalb am Hang nach Peilstein, vorbei am „Windloch“ und „Franzosenloch“.

Einkehrmöglichkeiten in Neukirchen, Peilstein und an der Osterhöhle (hier nur Sa 14 – 22 Uhr, Sonn- und Feiertage 10 – 20 Uhr).

Höhlenführungen an Sonn- und Feiertagen 13 – 17 Uhr (ab 5 Personen). Sonderführungen jederzeit. Anmeldung unter Tel. 09663/1718 (Waldschänke) oder 09661/6962 (privat).

 


 

 Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir per E-Mail kostenlos  anfordern..

Wegbeschreibung

Bei der evang. Kirche (=1) Richtung Peilstein. Am Ortsende mit [3] und Rotstrich links aufwärts. Nach Waldbeginn mit Rotstrich (bequem) oder auf einem Steig (steil) auf den Hartenfels (= 2). Oben mit Rotstrich weiter, nach einer Waldwiese in einem Rechtsbogen absteigend nach Peilstein. Links in den Ort, am Ortsende rechts. 200 m nach der Eisenbahnbrücke links über die Wiese. Am Wald mit Rotstrich (bequem) oder mit [3] (etwas anstrengender, aber ungefährlich und lohnend) auf den Felsen- und Höhlensteig An dessen Ende (nach gut 300m) nach einem kurzen Abstieg links hinunter zum Rotstrich, der am Waldrand (!) verläuft. 500 m vor Lockenricht unerwartet  rechts! Die Alternative über den Scheckenfels ist nur kurz, aber wenig lohnend. Sie mündet wieder in den Rotstrich. Das letzte Stück zur Osterhöhle (= 3) mit [3].  Für den Rückweg (stets [3]) ein Stück zurück und beim Wegweiser in Richtung Neukirchen. Die kath. Kirche (=4) liegt auf dem Weg zum Bahnhof.

 


Blick vom Hartenfels auf Neukirchen

 

Wissenswertes

 

Es könnte fast eine Frage für ein ökumenisches Quiz sein: „In welchem Dorf auf dem Gebiet der Diözese befinden sich eine katholische und eine evangelische Kirche mit dem  gleichen Patrozinium?“ Eine der richtigen Antworten: In Neukirchen bei Sulzbach –Rosenberg. Die Kirchen beider Konfessionen haben dort die Apostelfürsten Petrus und Paulus als Patrone.


Evangelische Kirche

Katholische Kirche

 

In den Zeiten der Reformation und Gegenreformation rangen auch hier die Menschen um den rechten Glauben.  Ihr persönliches Suchen war jedoch überlagert von den Herrschaftsverhältnissen. Sie hatten das Bekenntnis anzunehmen, das ihnen von der Obrigkeit auferlegt wurde.  Nach einem mehrmaligen Wechsel der Konfession wurden hier im Sulzbacher Land 1652 zwischen dem Fürsten von Pfalz-Neuburg und dem Pfalzgrafen von Sulzbach trotz der mehrheitlich evangelisch-lutherischen  Bevölkerung die beiden Konfessionen gleichberechtigt. Als gangbarer Weg für das gegenseitige Miteinander wurde der gemeinsame „Besitz“ aller Kirchen vorgesehen, die fortan als „Simultankirchen“ von beiden Konfessionen gemeinsam genutzt wurden.

Erst 1927 zog die katholische Gemeinde von Neukirchen um in ihr vom Architekten Otto Schulz neu erbautes Gotteshaus, das 1928 eingeweiht wurde und wie die alte, gemeinsame Kirche als Patrone die beiden Apostelfürsten erhielt. Dabei durfte sie den Großteil der Inneneinrichtung mitnehmen, so auch den barocken Hochaltar mit dem Altarbild der Kirchenpatrone. „Schmuckstück“  ist der Kirche ist jedoch der Flügelschrein eines spätgotischen Marienaltars von 1521 an der rechten Wand des Kirchenschiffes, während die evangelische Kirche im Ortszentrum mit ihrem gotischen Chor, den Grabsteinen adeliger Familien und vor allem einem romanischen Taufstein von etwa 1150 ihre größten Schätze besitzt.


Der spätgotische Marienschrein ist das Schmuckstück der katholischen Kirche.

 

Die waldreiche Gegend um Neukirchen ist reich an Schönheiten der Natur, vor allem großartigen Felsgebilden und vielfältigen Höhlen und Halbhöhlen. So führen etwa das „Windloch“ und das „Franzosenloch“ tief in die Erde, während die „Geiskirche“ ein gewaltiger, von einer natürlichen Felssäule abgestützter domartiger Felsüberhang ist. Daneben türmen sich die Felsen wie zu einem Naturtheater auf, an dem der Weg entlang führt. Die „Osterhöhle“ ist zwar eine der kleinsten deutschen Schauhöhlen, aber sicher auch eine der geheimnisvollsten. Ein eigenartiges Gefühl beschleicht den Besucher, wenn bei einer Führung nur das Licht einer Karbidlampe diese stille, geheimnisvolle unterirdische Welt erleuchtet: Das 185 m lange Gangsystem mit der domartigen Erweiterung, die Tropfsteingebilde und Sinterröhrchen, in denen die Phantasie Figuren entdecken kann : Den „Adler“, die „Orgel“,  „Adam und Eva“ oder auch die „Burg“, das „Matterhorn“ und die „Schatzkammer“ .

Ein großartiger Aussichtspunkt auf Neukirche und die Kuppen und Talgründe des Oberpfälzer Jura ist der Hartenfels. Auf diesem Felssporn finden sich Reste von drei Befestigungsanlagen aus frühgeschichtlicher, früh- und hochmittelalterlicher Zeit. Nur in ihrem Schutz konnte sich das Dorf Neukirchen entwickeln.
 

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