Im wildromantischen Biberttal


Wanderung von Münchzell über Dietenhofen zur Burgruine Leonrod

 


Münchzell, Gastwirtschaft zur Klosterkapelle

 

Lage: Münchzell, Ausgangspunkt der Wanderung, liegt etwa 20 km südwestlich von Fürth zwischen Großhabersdorf und Dietenhofen.

Weglänge: 16 km. Aufstiege:  Münchzell-Heidenhügel und Leonrod bzw. Dietenhofen – Haunoldshofen je ca. 60 Höhenmeter. Abkürzungsmöglichkeiten: 1. Von der Infotafel bei der Brücke in Münchzell mit Grünring im Tal (Radweg) nach Lentersdorf (ohne Aufstieg zum Heidenhügel) = 1 km kürzer. 2. Von Dietenhofen nicht nach Leonrod, sondern mit Rotkreuz direkt nach Haunoldshofen = 4 km kürzer.

Einkehr: Münchzell (nur Brotzeiten),  Dietenhofen, Leonrod.

Schlüssel für Kirche Dietenhofen: Evang. Pfarramt bei der Kirche

Wegbeschreibung

An der Infotafel nördlich der Brücke mit Rotpunkt halblinks aufwärts, oben bei der Einmündung in Forststraße links. An der Gabelung (kleine „Wiese“) rechts, 300 m danach rechts zum „Heidenhügel“. Zurück zur Wiese und mit Grünkreuz weiter. Bald in der Linkskurve scharf rechts. 150 m danach auf einem Pfad l!) links abwärts zum Radweg, auf ihm rechts nach Lentersdorf. Über die Straße und mit Grünring nach Dietenhofen. Vom Zentrum zurück auf den Radweg und auf ihm weiter nach Leonrod und zur Burgruine am Weiher. Dann ca. 200 m zurück. An der Kreuzung Radweg/Straße beim Haus Nr. 12 halbrechts aufwärts (Trafohaus). Bei der Einmündung in die Straße (große Eiche) nahe Rüdern links, nach 200 rechts nach und durch Haunoldshofen. Ab hier Grünring. An der Kreuzung nach dem Ort kurz links, am Zaun rechts. 200 m nach den Sportplätzen links, am Zaun des Einzelhofes rechts und am Waldrand bleibend und immer dem Grünring folgend nach Münchzell.
 

 

 

 

 

 Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir per E-Mail kostenlos  anfordern.

 


Alt und Neu in Dietenhofen: Zehentscheune, Kirche und Gemeindebücherei

 

Wissenswertes zum Weg

 

Heute erwecken die eingewachsenen, vom tiefen Burggraben umschlossenen stattlichen Mauerreste und Gewölbe und der Brunnen im Burghof den Eindruck eines verwunschenen Märchenschlosses. Einst aber stand hier eine bedeutende Burg von gewaltigen Ausmaßen. Die Ruine der Burg Leonrod  im Tal der Bibert bei Dietenhofen ist ein Ort von wildromantischer Beschaulichkeit. Als eine der wenigen Burgen, die den 30jährigen Krieg unzerstört überstanden, fiel sie 1651 einem Brand zum Opfer, der beim Abbrennen des Gestrüpps im Burggraben ausbrach. Erbaut wurde sie im 13. Jahrhundert von den Herren von Leonrod als Teil eines Systems von Burgen, die eine wichtige Straßenverbindung nach Nürnberg sichern sollten.


Romantische Ruine Leonrod
 

Einer der Angehörigen des 1951 ausgestorbenen Geschlechts war Franz Leopold Freiherr von Leonrod, von 1867 bis 1905 Bischof von Eichstätt. Er zählt sicher zu den bedeutendsten Bischöfen der Diözese.

 So äußerte er sich z. B. in 71 Hirtenbriefen zu  aktuellen Fragen seiner Zeit,   öffnete das Priesterseminar für Kandidaten, deren Ausbildung wegen des Preußischen Kulturkampfes in anderen deutschen Ländern  behindert oder unmöglich war, ließ den Dom regotisieren und visitierte während seiner Amtszeit jede Pfarrei  viermal.

Ausgangspunkt einer Wanderung nach Leonrod  könnte Münchzell sein.  Dieser Name des Weilers und die Bezeichnung „Gastwirtschaft zur Klosterkapelle“ verweisen auf ihre Geschichte. Urkundlich erwähnt wird der Ort  „Cella“ erstmals 1142. Seit 1148 ist er im Besitz des nahen Klosters Heilsbronn und wurde von dessen Mönchen bewirtschaftet. Begünstigt durch den Fischreichtum an Haslach und Bibert legten sie hier einen Wirtschaftshof an. Als in der Reformation die Zahl der Mönche stark zurückging, wurde dieser vom Kloster aufgegeben. Ein Dreipassfenster, eingebaut in eine Scheunenwand, ist das einzige Überbleibsel der Klosterkapelle. Heute laden ein stimmungsvoller Gastraum und ein Biergarten unter schattigen Kastanien zur Einkehr ein.


Aufgang zur ehemaligen Wehrkirche St. Andreas in Dietenhofen

Fachwerkbauten und  evangel. Kirche St. Andreas in Dietenhofen

 

 

 

 

 

In Dietenhofen mit seinen stattlichen Fachwerkhäusern sollte man auf jeden Fall die evangelische Pfarrkirche St. Andreas besuchen - von 1429 bis 1678 Grablege des Geschlechtes von Leonrod. Die ehemalige Wehrkirche mit dem um 1470 erbauten, von vier Scharwachttürmen bekrönten Chorturm birgt u. a. einen sehr sehenswerten Flügelaltar Nürnberger Meister aus der Zeit um 1510.


„Heidenhügel“ nordöstlich von Dietenhofen

 

Wer gut bei Fuß ist, sollte den Weg nach Dietenhofen über den „Heidenhügel“ wählen. Ein mächtiger Sandsteinquader steht hier auf einem kleinen Hügel im Wald – in früheren Zeiten Anlass für viele Phantasien und Gerüchte. Über die nüchterne Wirklichkeit gibt ein „Aufklärungsstein“ am Fuß des Hügels Auskunft: „Das sind Grabhügel alter Teutschen, eröffnet auf Befehl seiner Majestät des Königs von Preußen vom Regierungsrath Reynitzsch im Jahre 1804“. Wilhelm Reynitzsch, geboren 1738, Regierungbeamter am Ansbachischen Hof und Heimatforscher, entdeckte hier im umliegenden Wald 60 Grabhügel aus der Bronzezeit und ließ zur Erinnerung daran auf einem davon dieses „Teutschen-Denkmal“ errichten.

 

Zurück zur Übersicht "Bistum"