Monheim, Walfahrtszentrum des Mittelalters


Besuch des ehemaligen Klosters, der historischen Innenstadt und der Umgebung


Kirche und Pfarrhaus

Informationen
Monheim liegt an der B 2  Weißenburg – Donauwörth. Parkplätze an der Schulstraße oder Raiffeisenstraße (Wegweiser).
Rundweg: Länge 9,5 km, Höhenunterschied 63 m.
Einkehrmöglichkeiten in Monheim und Ried (Mo Ruhetag)
Informationsmaterialien: In der Kirche liegt für € 1.-- ein Kirchenführer auf. Ein „Wanderführer Monheimer Alb“ mit Wanderkarte ist während der Amtsstunden kostenlos im Rathaus erhältlich. Während dieser Zeiten ist auch die Besichtigung des Festsaales möglich.
Peterskapelle: Schlüssel im Haus daneben (Nr. 18).


Oberes Tor und Moserhäuser

 

 

 

 

Stadtrundgang Monheim

Vom Marktplatz zum südlichen Torturm. An den Moserhäusern (Fachwerk) links in die Kirchstraße und zur Straße Am Klosterhof. Durch den Durchgang des Hauses „St. Walburga“ in den Kreuzgang und die Kirche. An Nordausgang liegen rechts im Pfarrgarten Reste der Wehrmauer, vor der Kirche steht eine moderne Walburgastatue. Am Pfarrhof vorbei zum Schloss und zum nördlichen Tor, dort links zum Rathaus.

Rundweg: Er ist durchgehend und sehr gut mit Nr. 6 markiert. Beginn nur wenige Meter links der Volksbank in der Neuburger Straße (schräg gegenüber vom südlichen Tor). Hier rechts in die  Nadlergasse. Wo sie einen Linksbogen macht, rechts auf den Fußweg hinauf zur Brandkapelle -. Achtung an folgenden Stellen: Im Wald in einem kleinen Tal nach einem Marterl scharf links über einen Bach und bergan. - In Ried sofort nach dem Teich links.

 


Stadtpfarrkirche St. Walburga

 

Wissenswertes zum Weg

 

Plötzlich konnten Lahme wieder gehen, Blinde sehen, Stumme sprechen: Von 54 solchen außergewöhnlichen Heilungen berichtet der Priester Wolfhard mit konkreten Orts-, Zeit- und Personenangaben in seinen zwischen 894 und 999  verfassten „Monheimer Wunderberichten“.

Kurz zuvor, um das Jahr 879, hatten die beiden adeligen Schwestern Liubila und Gerlinda im damaligen  Ort „Mounheim“ ein Benediktinerinnenkloster gegründet. Ob solcher „Verschwendung“ ihres reichen Erbes wurde Liubila, die erste Äbtissin, von ihrer Sippe stark unter Druck gesetzt. So übereignete sie, um ihr Kloster rechtlich abzusichern, 893 ihren gesamten Besitz dem Bischof Erchanbald von Eichstätt. Dieser entsprach ihrer Bitte um Überlassung eines Teils der Reliquien der hl. Walburga, die noch im gleichen Jahr nach Monheim überführt wurden. Die Kunde von den Wundern, die nun einsetzten, verbreitete sich in ganz Süddeutschland. Das Monheimer Kloster wurde in kurzer Zeit eine bedeutende Wallfahrtsstätte.


Walburgisreliquiar und -statue

Dadurch wurde nun auch die Entwicklung des Ortes nachhaltig begünstigt. Handwerk  und Handel blühten auf, und die Grafen von Öttingen erhoben Monheim um 1330 zur Stadt, die bald darauf auch befestigt wurde. Zwei Tortürme und Reste der Ringmauer zeugen noch heute von der einstigen Wehrhaftigkeit.,
Nach dem Landshuter Erbfolgekrieg fiel Monheim 1505 an das neu gegründete Fürstentum Pfalz-Neuburg. 1530 erhielten Pfalzgraf Ottheinrich und sein Bruder Philipp vom Papst Clemens VII. die Erlaubnis, das Kloster wegen der schlechten Disziplin der nur noch wenigen Nonnen und der


Kreuzgang

unordentlichen Wirtschaftsführung aufzuheben. 1542 führte Ottheinrich das protestantische Bekenntnis ein. Die Reliquien der hl Walburga wurden vernichtet und die Wallfahrt kam zum Erliegen. 1574  brach man auch die Klostergebäude ab. Nur ein Rest des romanischen Kreuzgangs und das stattliche heutige „Haus St. Walburg“ an der Südseite der Kirche blieben erhalten. Unter Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm wurde Monheim 1614 wieder katholisch.

Die Klosterkirche St. Walburg wurde kurz nach 1500 als spätgotische Hallenkirche neu erbaut und zwischen 1700 und 1740 barockisiert. Die fünf Altäre wurden 1803 bei der Aufhebung des Klosters Kaisheim erworben. Besonders reich ausgestattet ist die Kanzel des Eichstätter Stukkateurs Jakob Eck von 1721. Die Gemälde an der Emporenbrüstung erzählen von der Ankunft Walburgas aus England, der Übertragung ihrer Gebeine nach Monheim und ihrer Verehrung durch die Monheimer Stände. Seit 1700 besitzt die Kirche auch wieder Walburga-Reliquien. Die Silberstatue der Diözesanpatronin hinter dem Reliquienschrein in der Walburgakapelle links vom Chor, Werk eines Augsburger Künstlers um 1700, ist das kostbarste Stück der Kirche.

Aus  Pfalz - Neuburgischer Zeit stammt das um 1650 als Sitz des Pflegers und Landvogtes errichtete Schloss. An die zahlreichen Juden, die bis zu ihrer Ausweisung 1740/41 in Monheim wohnten, erinnert das heutige Rathaus, ein schlossartiger Bau, den sich 1714–20 Abraham Elias Model errichten ließ. Seine große Besonderheit sind die alttestamentlichen Szenen der Stuckdecke im Festsaal.

Am aussichtsreichen Wanderweg liegen die „Brandkapelle“ mit einer Kreuzweganlage, eine ausgedehnte Ringwallanlage, die sehenswerte Peterskapelle von 1668, an deren Stelle vor 900 die erste christliche Kirche Monheims stand, und das Gasthaus „Lamm“, in dem 1518 Luther übernachtete.

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