Ins romantische Tal der Gailach


Wanderung um Mörnsheim und zur Walfahrtskirche "Maria End" in Altendorf

 


Wacholdergarten bei Altendorf

 

Lage: An der Altmühltalstraße, etwa auf halbem Weg zwischen Treuchtlingen und Eichstätt. Parkplatz bei der der Wallfahrtskirche Maria End.

Weg: 6 km; Aufstieg zweimal knapp 100 m. Gute Wege und Steige.

Einkehrmöglichkeiten in Altendorf und Mörnsheim.

 

 Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir per E-Mail kostenlos  anfordern.

Wegbeschreibung

Auf dem Maria-End-Weg (Radweg) nach Mörnsheim. Bei der Abzweigung nach Ensfeld mit [1] und [2] hinauf zur Burg. (Zum höchsten Punkt der Ruine gegenüber Haus Nr. 4). Zurück zur Kehre kurz vor der Burg, mit [1] kurz aufwärts zum Wegweiser, geradeaus über eine Wiese, im Wald abwärts. Im Tal scharf rechts und, vorbei an den „Sieben Brünnle“, nach Mörnsheim zum Kastenhof. Dort über die Brücke und links gegenüber in den Maxbergweg. Kurz nach der Trafostation (Ruhebank) rechts aufwärts zum Gedenkkreuz, weiter zu einer Kapelle und mit [8] weiter auf die Hochfläche. Beim Wanderwegweiser geradeaus zum Museum. Zurück zum Wegweiser und abwärts Richtung Altendorf. An der Wacholderheide rechts am Zaun entlang. Bei der Einfahrt (Torbogen) gerade am Waldrand weiter, nach 50 m rechts in den Wald zum „Feldkreuz“ über dem Grafsloch. Im Wald zurück und über den Trockenrasen abwärts nach Altendorf.
 

 

 

Wissenswertes zum Weg

 

Kaum eine Gegend in unserem Bistum ist landschaftlich so abwechslungsreich und geologisch so voller Besonderheiten wie das nur wenige Kilometer lange Tal der Gailach. Steile, von Wald oder von artenreichem Trockenrasen bestandene Hänge säumen es, und die grauen Halden inzwischen aufgelassener Plattenkalkbrüche verleihen ihm seinen eigenen Reiz. Auch heute ist hier die Steinindustrie noch ein wichtiger Erwerbszweig. Windungsreich schlängelt sich der wasserreiche Bach durch die Talaue. Mit einer Quellschüttung von 600 – 700 Litern in der Sekunde tritt er in Mühlheim zutage. Auf ihrem nur 3 km langen Weg von der Quelle bis zur Mündung in die Altmühl bei Altendorf trieb die Gailach früher nicht weniger als sechs Mühlen. Gegenüber der Finstermühle kurz vor Mörnsheim wird sie gespeist durch sieben Quellen, die auf wenigen Metern nebeneinander entspringen. Deshalb der Name dieser Stelle: „Sieben Brünnle“. Kurz vor Mündung in die Altmühl liegt am nördlichen Talhang das „Grafsloch“, eine Felsformation mit einer schon vor 70000 Jahren besiedelten Höhle. Nach den Tropfsteinansätzen an ihrer Decke heißt sie auch „Steinerner Rosenkranz“. Über den romantischen Felspartien des Altmühltals nördlich der Gailachmündung liegt der ausgedehnte „Wacholdergarten“ mit übermannshohen Wacholderbüschen.

Heute heißt der Ort an der Mündung des Flüsschens Altendorf; ursprünglich nannte man ihn „Morinesheim“, Mörnsheim. Schon 918 ist er urkundlich bezeugt. Unter Bischof Heinrich von Zipplingen (1225/28) wurde etwas taleinwärts eine Höhenburg errichtet, zu deren Füßen ein neuer Ort planmäßig angelegt wurde. Auf ihn ging der Name Mörnsheim über, und das ursprüngliche Dorf wurde zu Altendorf.

Auch an Geschichte und Kultur ist das Tal reich, war doch Mörnsheim schon früh Besitz der Eichstätter Bischöfe und bis 1640 Sitz eines bischöflichen Pflegers. 1354 erhielt der Ort von König Karl IV. das Recht Märkte abzuhalten, kann also heuer „650. Jahre Marktrecht“ feiern. Die Burgruine, der das Ortszentrum beherrschende ehemalige Kastenhof aus dem Jahr 1612, der angebaute Torturm von 1404 und Reste der schon um 1300 erbauten Wehrmauer zeugen noch heute von diesem großen Abschnitt der Mörnsheimer Geschichte.

Einen Besuch lohnt die Pfarrkirche St. Anna. 1955/56 wurde sie unter Verwendung alter Teile neu erbaut; 2003 erfolgte eine sehr gelungene Umgestaltung des Altarraums.

Ein viel besuchter Wallfahrtsort ist die barocke Wallfahrtskirche „Maria End“ in Altendorf, die den Taleingang markiert. Das Gnadenbild auf dem linken Seitenaltar, eine Terracottagruppe aus dem Ende des 15. Jahrhunderts, zeigt Maria auf dem Sterbelager, umgeben von den liebevoll mit Gebetbüchern, Weihwasserkessel und Weihrauchfass ausgestatteten Aposteln. In die Kühle dieses Gotteshauses kann der Wanderer nach erlebnisreichen Stunden eintauchen und Erholung finden auch für seine Seele, im stillen Gebet, dass auch seine irdische Pilgerschaft einst ein gutes Ende finde, wie es der Vers über dem Chorbogen erfleht: „Verehre hie Maria End, dass Gott dir geb ein seeliges End, gut nem dein Seel in seine Händ“.

Blick vom Aussichtspunkt oberhalb des Grafslochs auf Maria End
 

Blick vom Feldkreuz oberhalb des Grafslochs auf Maria End
 


Gnadenbild Maria End
 


Altarraum der Pfarrkirche St. Anna in Mörnsheim
 

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