Im Märzenbecherwald bei Ettenstatt


Östlich von Weißenburg entlang der europäischen Hauptwasserscheide

 


Märzenbecher verwandeln den Waldboden in einen weißen Teppich.

 

Informationen

Lage: Ettenstatt liegt ca. 9 km östlich von Ellingen an der Straße Ellingen - Heideck. Im Ort Wegweiser zum Märzenbecherwald. Parkplatz kurz davor.

Weg: Länge 9 km, Anstieg 150 m.

Einkehrmöglichkeiten in Kaltenbuch und Ettenstatt.

Schloss Geyern ist Privatbesitz. Besichtigung nur nach Anmeldung.

Märzenbecher:  Er blüht – je nach Witterung im Februar - in der Regel von Ende Februar bis Mitte März. Er ist geschützt. Pflücken verboten! Wege nicht verlassen!

Wegbeschreibung

Vom Parkplatz aufwärts zur Infotafel am Eingang zum Märzenbecherwald. Auf dem Weg gegenüber der Tafel nach Hundsdorf. Dort mit [1] links, ca. 400 m nach dem Ort beim Verkehrszeichen „Unebene Fahrbahn“ links aufwärts. Weiter oben eine Straße überqueren und auf dem Trockenhang weglos (!) auf die Höhe (Aussicht!) bis zu einem Feldweg. Auf ihm links nach Kaltenbuch, durch den Ort, am Ortsende mit Rotstrich links zum Wald, im Wald rechts. Nach ca. 800 m Aussichtspunkt. Von dort zunächst ein Stück mit Rotstrich, dann auf der (wenig befahrenen) Straße nach Geyern. (Alternative ab Aussichtpunkt - wenig aussichtsreich: Dem Rotstrich bis nach Geyern folgen). Dort links abwärts zum Schloss, kurz davor auf der Mühlstraße rechts abwärts. Unten am Waldende auf der Straße bleiben (Linkskurve). Ca. 300 m nach der folgenden Rechtskurve links. Am Ortsschild von Enhofen links auf den Weg hinüber zur Straße, dort rechts. Am Ortsanfang von Ettenstatt links, nach 20 m bei den Containern rechts und nahe dem Ortsrand zum Parkplatz.

 

 


Blick vom Albtrauf auf Ettenstatt

 

 

Oft blüht er als einer der ersten Vorboten des Frühlings schon Ende Februar. Die Botaniker nennen ihn wissenschaftlich-sachlich „Frühlingsknotenblume“. Der Volksmund hat ihm wegen seiner Blüte aus sechs weißen, an der Spitze gelb gefärbten Kronblättern den Namen „Märzenbecher“ gegeben. Und mancherorts freut man sich so sehr über sein Erblühen, dass man ihn gar  „Sommertürchen“ nennt.

Im „Märzenbecherwald“ bei Ettenstatt nahe Ellingen. tritt er „flächendeckend“ auf und  verwandelt den vom Herbstlaub braunen Waldboden in einen weißen Teppich. Hier am Nordabhang der Fränkischen Alb findet die Frühlingsknotenblume optimale Standortbedingungen, in erster Linie genügend Feuchtigkeit. Denn hier treten auf dem anstehenden Opalinuston auf breiter Front Quellen zu Tage. Ihr Wasser ergießt sich an zahlreichen Stellen über die tonigen Böden und verwandelt sie in Feuchtgebiete. So auch hier im „Moorholz“ bei Ettenstatt, dem Standort des Märzenbechers.

Sein zweites Lebenselement ist, wie für jeden Frühblüher, das Licht, und auch dafür hat die Natur hier vorgesorgt. Der naturnahe Laubwald aus Esche, Berg-, Spitzahorn und Schwarzerlen hier am Albtrauf lässt im Frühjahr das Sonnenlicht bis auf den Waldboden zu den keimenden Frühlingsblühern durch. So können sie noch vor dem Austrieb des Laubs ihre Blüten entfalten.

Hier, östlich von Weißenburg, steigt die Fränkische Alb aus ihrem Vorland von etwas mehr als 400 Metern bis auf 600 Meter an. Bei klarer Luft hat deshalb der Wanderer von der oberen Hangkante aus immer wieder eine überwältigende Sicht nach Norden: vom Hesselberg über den Heidecker Schlossberg bis zu den Neumarkter Zeugenbergen, über das Albvorland mit dem Brombachsee und den ausgedehnten Wäldern und zahlreichen Siedlungen, ja nach Nürnberg. Eine Tafel am Aussichtspunkt östlich von Kaltenbuch, der sich auch als Rastplatz anbietet, gibt Orientierung.

Hier oben verläuft auch die europäische Hauptwasserscheide. Das Regenwasser vom Dach des „Hauses auf der Wasserscheide“, eines vorbildlich renovierten einstigen Bauernhofes in Geyern, fließt auf der einen Seite in Richtung Nordsee, auf anderen zum Schwarzen Meer. Am Ortsrand liegt das Schloss Geyern, einst stattlicher  Herrensitz der „Schenken von Geyern“. Durch geschickte Politik zwischen den Einflussbereichen der Ansbacher Markgrafen und der Wittelsbacher, durch Ankäufe und kluge Heiratspolitik schufen sie sich hier im Laufe des Spätmittelalters ein kleines zusammenhängendes Herrschaftsgebiet. Von ihrer am steilen Hang liegenden mittelalterlichen Burg sind nur der Stumpf des Bergfrieds, die Toreinfahrt und der Graben zwischen Vor- und Hauptburg erhalten. Die Hauptgebäude wurden im 19. Jahrhundert abgerissen. An ihrer Stelle entstand das heutige Schloss. 1874/75 wurde es durch Turm und Erkeranbauten neugotisch umgestaltet. Die ehemalige Burgkapelle, im Kern eine spätgotische Chorturmanlage mit Veränderungen im markgräflichen Stil des 18. Jahrhunderts, diente den Schenken als Grablege. Davon zeugen wertvolle Grabsteine, darunter auch Familienepitaphien von Loy Hering.

 

 

 
Ehemaliges Schloss der „Schenken von Geyern“
 

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