Das Juwel auf dem Berge


Wandertouren rund um Königstein, die nördlichste Pfarrei des Bistums Eichstätt

 


Die evangelische Kirche mit ihrer interessanten barocken Turmhaube
 - bis 1965 Simultankirche - bildet den Mittelpunkt des Marktes Königstein

 

Informationen

Anfahrt: Von Sulzbach Rosenberg (17 km) oder Hersbruck (24 km)

Parken: P am Bad oder an der Sulzbacher Straße bei der Schule

Weglänge: 6 km, über das Kühloch 7 km. Gutes Schuhwerk erforderlich!

Steigungen insgesamt ca. 150 m.

Einkehrmöglichkeiten: In Königstein, in der Ossingerhütte (geöffnet an Sa ab 11 Uhr, So ab 10 Uhr).

Weitere Wanderungen: Zur Ossingerhütte: Rotes Andreaskreuz oder Rotstrich, beginnend am Marktplatz (Hüftgasse), ca. 45 Min. - Zum Natur- und Landschaftsrundweg Bocksbühl: Markierung 16 ab den Parkplätzen, ca. 2 Std. Infobroschüre im Verkehrsamt. - Zur Maximiliansgrotte mit Gelbkreuz, 2 Stunden (jeweils einfacherWeg).

Sonstiges: Schlüssel für die Kapelle auf dem Breitenstein im Haus Nr. 2 unterhalb der Kapelle. Die katholische Kirche an der Auerbacher Straße ist ab 9 Uhr geöffnet


 

 Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir per E-Mail kostenlos  anfordern.

Der Rundweg:

Vom Markplatz zum Unteren Markt und in die Gaißacher Straße. Fast am Ortsende beim Wanderwegweiser Kürmreuth mit 17 u. a. rechts ab. Bei einer Gruppe von mächtigen Bäumen mit Wegweiser „Johanniskapelle“ und 17 rechts hinauf zur Kapelle und weiter über den Kühberg. Bei einem Wohnheim mit 17 weiter(!). Am Thorsteinsattel kurz links, nach 50 m mit Rotring rechts nach Breitenstein. Am Ortsende mit Rotring auf Sträßchen links abwärts, in der Kurve gerade zum Wald. Weiter mit 18 und Rotring am Fuß der Felsen entlang. Achtung: Die Markierungen zweigen nach Holztreppen unerwartet durch einen Felsspalt nach links ab. Kurz vor der Schutzhütte nur mit 18 links und am Fuß des Steinbergs und über einen kleinen Sattel nach Königstein. Alternative: An der Schutzhütte mit Rotring und Blaustrich hinauf zum Kühloch. Von dort mit Rotring und 20 zurück nach Königstein

 

 

 

 

 

 

 

 


 Das vorbildlich renovierte Rathaus mit Tourismusamt (vorne links) und die evangelische Kirche im Zentrum des Marktes Königstein

 


Auf hohem Felsen thront die romanische Doppelkapelle der einstigen Burg Breitenstein

 

Wissenswertes zum Weg

 

„Cuius regio, eius religio“, der Landesherr bestimmt die Konfession seiner Untertanen. Dieser Grundsatz galt nach der Reformation. Ohne Wenn und Aber musste die Bevölkerung ggf. die Konfession wechseln. Was aber, wenn sich zwei Herren in einem Territorium um die Souveränität stritten. So in Königstein, heute nördlichste Pfarrei im Bistum Eichstätt, im 17. Jahrhundert Teil des „Sulzbacher Landes“. Nach langem Hin und Her zwischen dem Herzog von Neuburg und dem Pfalzgrafen von Sulzbach um die Frage der Konfessionszugehörigkeit ihrer Untertanen beendete 1652 eine Art „salomonischer Vergleich“die Streitigkeiten: Die katholische und evangelische Konfession sind im Sulzbacher Land fortan gleichberechtigt. Die Kirchen werden „Simultankirchen“, gehören also beiden Konfessionen gemeinsam. Dass es hierbei in Einzelfragen der Nutzung zwischen den Konfessionen nicht immer friedlich zuging, liegt auf der Hand, besonders weil die Landbevölkerung in großer Mehrheit evangelisch-lutherisch blieb. Die Filialgemeinden Kürmreuth und Eschenfelden haben noch heute ihre Simultankirchen, in Königstein baute die katholische Gemeinde 1965 eine eigene Kirche. Die beiden Konfessionen leben heute friedlich miteinander und pflegen gute ökumenische Kontakte.

An das „Zelt Gottes unter den Menschen“ erinnert die vom Nürnberger Architekten Peter Leonhardt erbaute katholische Pfarrkirche St. Michael mit ihrer hoch aufragenden Holzdecke. Das 450 Jahre alte Kruzifix aus der Burgkapelle Breitenstein und ein für die Gegend seltener „Akanthusaltar“ mit einer spätgotischen Madonna aus der Simultankirche, eine der schönsten Marienfiguren unserer Diözese, schmücken die Stirnwand. Ein Bilderzyklus in den Glasfenstern zeigt auf der linken Kirchenwand wichtige Szenen der Heilsgeschichte, rechts die 14 Kreuzwegstationen. - Die evangelische Kirche St. Georg ist ein einfacher Bau, der 1783-86 eine mittelalterliche Kirche ersetzte.

Südwestlich des Ortes thront auf einem Felsen die Burgkapelle Breitenstein aus dem 12. Jahrhundert. Als einzige zweigeschossige Kapelle der Oberpfalz ist sie eine Kostbarkeit. Weit schweift von dort der Blick in die Oberpfälzer Juralandschaft mit ihren ausgedehnten Mischwäldern.

Der Steinberg mit seinen mit vielen romantischen Felsgebilden, gewaltigen Felswänden und Felsüberhängen ist ein ebenso beliebtes Wanderziel wie das Kühloch, die älteste Wohnhöhle der Gegend, benannt nach dem Vieh, das die Bauern in den napoleonischen Kriegen hier versteckten.

Gar nicht weit ist es auch zu einer der eindruckvollsten Tropfsteinhöhlen der Fränkischen Alb, der Maximiliansgrotte mit ihrem 1200 m langen, verzweigten Gangsystem voller bizarr geformter Tropfsteinen, darunter der größten Tropfstein Deutschlands.

Der „Bockbühlweg“ ist ein lehr- und abwechslungsreicher Natur- und Landschaftsweg, der die vielen „Gesichter“ der Alb, aber auch die Vielfalt der Flora und Fauna erschließt.

Wer seine Wanderung mit der Einkehr in einer zünftigen Berghütte abschließen will, der kann noch auf den 653 m hohen Ossinger wandern, von dessen Aussichtsturm sich ein weiter Blick über das fränkische und oberpfälzer Land bietet.

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