Der wiederbelebte, alte Pilgerpfad


Auf dem historischen Jakobsweg von Pfünz in die Bischofsstadt Eichstätt

 


Diesen Blick auf Eichstätt mit seinen beiden geistlichen Zentren, dem Dom und St. Walburg,
haben die Pilger, die den „neuen“ Jakobsweg zur Frauenbergkapelle gehen.

 

 

Lage: Altmannstein liegt im (unteren) Schambachtal, ca. 10 km südlich von Riedenburg.

 

Busverbindungen (z. Zt. =2004) Ingolstadt (ZOB) - Altmannstein So. 11.12 Uhr, Mo.-Fr. 8.27 und 10.20 Uhr. Fahrzeit ca. 1 Stunde – Ingolstadt (ZOB) - Böhmfeld täglich 6.25, 8.15, 11.45 Uhr (43 Minuten). – Rückfahrt von Eichstätt nach Ingolstadt mit der Bahn bis ca. 22 Uhr.

 

 

 

Weg: Er ist eindeutig markiert (Jakobsmuschel), verläuft fast ausnahmslos auf befestigten Feld- und Waldwegen und führt von Altmannstein (Kirche) nach Bettbrunn, durch den Köschinger Forst nach Stammham, weiter nach Böhmfeld (erster Ort in der Diözese Eichstätt), durch das Katzental und den Hofstettener Forst nach Pfünz und im Altmühltal nach Eichstätt. Es kann an jedem dieser Orte begonnen werden.

 

 

 

Entfernungen nach Eichstätt: Von Altmannstein 50 km, von Böhmfeld 18 km.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wegetappe von Pfünz auf den Frauenberg in Eichstätt (ca. 6 km):

Der Weg führt von Pfünz auf dem Altmühltal-Radweg in Richtung Eichstätt, vor dem Industriegebiet rechts an die Altmühl, über die Pirckheimerbrücke ans andere Ufer, vorbei an der Zentralbibliothek der Uni, unter dem Brückenbogen hindurch zur Mensa, am Rand des Hofgartens zur Kapuzinerkirche und von dort durch die Gottesackergasse und Wohlmuthgasse zum Dom.

Busverbindung von Eichstätt nach Pfünz: 10 Uhr und 16 Uhr ab Stadtbahnhof.

 


Die Jakobsmuschel ist in ganz Europa die Wegmarkierung für den Jakobspilger. Das „Schloss“ (Schließmuskel) weist immer in Richtung Santiago.

 

 

 

 

Wissenswertes zum Weg

 

„Wir sind nur Gast auf Erden und wandern ohne Ruh mit mancherlei Beschwerden der ewigen Heimat zu.“ Wird dieses Lied auch deshalb so gern gesungen, weil es unseren Lebensweg mit einer Wanderung vergleicht und damit einen Kern unseres Christ - Seins trifft? Die Erde ist nicht unsere Heimat, sondern ständig sind wir unterwegs als Fremdlinge – so die wörtliche Bedeutung des Wortes „peregrinus“ für „Pilger“. Und wie eine Wanderung hat auch die irdische Lebens-Pilgerschaft ein Ziel: Ein Leben lang gilt es, auf Gott zuzugehen; letzte Heimat kann nur er sein, denn „zu dir hin hast du uns erschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir“, schreibt der hl. Augustinus.

 „Unterwegs sein“ ist ein wesentliches Merkmal christlicher Existenz. „Der Mensch erfährt sich als einen, der wesentlich auf dem Weg ist. ... Wenn er sich treu bleiben will, so muss er gehen. Wenn er Mensch werden will, muss er wandernd sich wandeln“, schreibt Anselm Grün. Das Pilgern als „Wandern zu religiösen Zielen“ kann zum Zeichen werden für unser Unterwegssein zu Gott, und unsere körperlichen Erfahrungen auf dem Pilgerweg zu Glaubenserfahrungen. Ist das Pilgern heute deshalb wieder so beliebt, weil die Menschen unserer orientierungslosen Zeit diese Zusammenhänge unbewusst spüren?

Zum Pilgerweg schlechthin hat sich der „Jakobsweg“ nach Santiago de Compostela entwickelt. Mehrere Jahrhunderte pilgerten im Mittelalter ungezählte Menschen dorthin. Aus ganz Europa führten die Wege sternenförmig zum Grab des Apostels.  Für lange Zeit gerieten sie dann aber weitgehend in Vergessenheit, ehe sie in den letzten Jahrzehnten wieder  „entdeckt“ und mit der Jakobsmuschel neu markiert wurden und werden. So auch in unserem Bistum, in dem der evangelische Pfarrer Paul Geisendörfer 1992 den mittelfränkischen Jakobsweg von Nürnberg über Heilsbronn nach Rothenburg als „geistlichen Wanderpfad“ wieder belebte. Der oberpfälzische Jakobsweg, der von Prag kommend über Kastl, Lauterhofen und Gnadenberg nach Nürnberg führt und der Weg von Nürnberg über Schwabach, Abenberg, Gunzenhausen und Heidenheim nach Nördlingen folgten. Am 25. Juli nun wird Bischof Walter Mixa den ostbayerischen Jakobweg eröffnen, der eine Lücke im Netz der Jakobswege in Süddeutschland schließt. Die neue Strecke liegt geographisch genau auf der Luftlinie Prag - Regensburg – Augsburg – Bodensee. In unserem Bistum führt sie, von Regensburg, Kelheim und Altmannstein kommend über Böhmfeld und Pfünz nach Eichstätt und weiter über Bergen nach Kaisheim, wo sie in den neu eröffneten Bayerisch-Schwäbischen Weg einmündet und über Augsburg und Lindau in die Schweiz führt. Ein neuer Alternativweg, der „Wemdinger Pilgerweg“  soll ab Herbst von Eichstätt über Monheim nach Wemding führen. - Die hier beschriebene kurze Etappe will dazu anregen, am Eröffnungstag von Pfünz aus zu Fuß zu den Eröffnungsfeierlichkeiten nach Eichstätt zu pilgern.

Weg auf den Frauenberg

 

 

 

Im Willibaldschor des Eichstätter Doms findet sich eine Statue, in der der Bistumsgründer, der ja ins Heilige Land pilgerte, in der Kleidung eines Jakobspilgers mit Jakobsmuschel und  Wanderstab dargestellt ist. Dazu hat man einfach den heiligen Rochus in einen heiligen Willibald „umgewidmet“.

Dr. Hans J. Kolbinger aus Regensburg hat die Wege für die neue Strecke hat mit großem persönlichem Engagement festgelegt und mit der gelben Jakobsmuschel auf  blauem Grund markiert. Ebenso wichtige „Markierungen“ am Pilgerweg sind jedoch die „Wegzeichen nach oben“. Wie bei den mittelalterlichen  Jakobswegen reihen sie sich auch an den neuen Trassen aneinander wie kostbare Perlen auf einer Schnur. Dome, Kirchen - vor allem Jakobskirchen - und Wallfahrtsorte. In der Bischofsstadt sind das Heilige Grab in der Kapuzinerkirche, die Gräber der Bistumsheiligen im Dom und in St. Walburg, aber auch ein Reliquiar mit einem Finger des Apostels Jakobus solche Zeichen, die mahnen, den Weg zur „ewigen Heimat“ und zum „Vaterhaus“ nicht zu verlieren.


Blick eines Wanderers auf Eichstätt

Die Jakobsmuschel ist in ganz Europa die Wegmarkierung für den Jakobspilger. Das „Schloss“ (Schließmuskel) weist immer in Richtung Santiago.

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