Auf romantischen Steigen


Wanderung zu Füßen zerklüfteter Felswände rund um Illschwang im Oberpfälzer Jura

 


Kreuz auf der Hainsburg
 

Informationen

Ausgangspunkt: Illschwang, ca. 10 km südwestlich von Sulzbach-Rosenberg. Parkplatz hinter dem Feuerwehrhaus an der Straße nach Pesensricht. Von dort auf dem Fußweg zum Dorfplatz.

Weg: 9 km (ohne den Abstecher zum Kalmusfelsen 8 km). Nur mäßige Anstiege. Gutes Schuhwerk unbedingt erforderlich. Vorsicht beim Abstieg von der Hainsburg!

Einkehrmöglichkeiten in Illschwang und Pesensricht.

 

 

 

 

 

 

 

Wegbeschreibung

Vom Dorfplatz auf dem Kirchensteig aufwärts und mit 9 nach Pesensricht. Beim Gasthaus links, vor dem Trafohaus am Waldrand ohne Markierung rechts. Immer nahe am Waldrand in großem Linksbogen um den Hirtenberg und aufwärts zu 3 Scheunen im Wald. Schräg rechts gegenüber der Doppelscheune in bisheriger Gehrichtung weiter (jetzt auch 25 und Rot-Weiß-Punkt). Ca. 2,5 km im Wesentlichen immer geradeaus weiter, dabei Straße und Forstweg überqueren. Ca. 600 m nach diesem mit 8 scharf links (gelber Pfeil an einem Baum links des Weges und Markierungen am Baum rechts), ca. 200 m danach beim Wegweiser rechts zum Kalmusfelsen. Zurück zur Abzweigung und weiter bis zu einer Bank. Hier liegt rechts unterhalb das Osterloch. An der Bank mit 8 und 10 weiter zum Kreuz auf der Hainsburg. Jetzt auf Felstreppen absteigen und links haltend auf dem Steig unterhalb der Felswände zurück nach Illschwang. Eine Forststraße wird schräg links überquert.

 

Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir
per E-Mail kostenlos  anfordern.

 


Blick auf Illschwang

 

Wissenswertes zum Weg

„Brüderlich“ vereint liegen das Gotteslob und die Evangelischen Gesangbücher nebeneinander im Regal. Was mancherorts vielleicht verwundert, ist hier in der Kirche St. Vitus in Illschwang wie andernorts im Sulzbacher Bergland selbstverständlich. Denn seit Pfalzgraf Christian August von Sulzbach die beiden Bekenntnisse gleichberechtigt zuließ, nutzen sie in seinem ehemaligen Herrschaftsgebiet die Gotteshäuser gemeinsam. Dabei wäre ein paar Jahre zuvor wegen eines erbitterten Streits um die Konfessionszugehörigkeit der Illschwanger beinahe der schon beendete 30-jährige Krieg noch einmal ausgebrochen.  Mit dem „Kölner Vergleich“ von 1652 jedoch wurden die Streitigkeiten beigelegt. Mancherorts baute sich im Lauf des vorigen Jahrhunderts eine der  beiden Konfessionen eine eigene Kirche; hier in Illschwang jedoch wird das „Simultaneum“ noch heute praktiziert.

Die gemeinsame, bereits 1109 genannte ehemals romanische Chorturmkirche St. Vitus ist durchaus sehenswert. Im 30-jährigen Krieg war sie sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. 1701/02, wurde sie von Wolfgang Dientzenhofer erweitert und in der Folgezeit ausgestattet. Bemerkenswert sind die qualitätvollen Altarblätter der Seitenaltäre und das Gestühl mit reichen Laub- und Bandelwerkschnitzereien.

Das von einer Wehrmauer mit Torturm eingeschlossene Gotteshaus mit dem Friedhof nimmt die Spitze des Illschwanger Kirchbergs ein und prägt damit das Ortsbild entscheidend. Zusammen mit dem stattlichen Walmdachbau des daneben liegenden Gasthofs, dem evangelischen Pfarrhof mit dem zughörigen Fachwerkstadel sowie zwei am Fuß des Anhöhe liegenden Fachwerkbauten, darunter die ehemalige Dorfschmiede, bildet sie ein abwechslungsreiches, harmonisches dörfliches Bauensemble. Im Zug einer umfangreichen Dorferneuerung wurde dieses gelungen renoviert – eine Gemeinschaftsleistung, die von den Bürgern mit Herz und Sachverstand mitgetragen und durch die Verleihung des Europa-Nostra-Preises 1990 und des „Europäischen Dorferneuerungspreises“ 1992 anerkannt und ausgezeichnet wurde.

Bewaldete, felsenreiche Bergzüge umgeben den in einem idyllischen Trockental des Oberpfälzer Jura. gelegenen Ort. Der südliche, langgezogene Höhenrücken der „Hainsburg“ fällt mit zerklüfteten, höhlenreichen Felswänden steil ab; über ihn und unterhalb seiner Wände verläuft ein romantischer Steig - Höhepunkt unserer Wanderung durch die prächtigen Buchen- und Mischwälder rund um Illschwang. Bekanntester Aussichtspunkt ist der „Kalmusfels“ mit den vorgelagerten, „Zuckerhut“ und „Obelisk“ genannten Felsspitzen, ein Naturdenkmal, das nach Westen, Norden und Osten steil abbricht. Zur Zeit der Kelten trug sein Plateau eine durch Wall und Graben geschützte Fliehburg.  Beeindruckend ist der Blick in die Tiefe, und in die Ferne sieht man bis nach Amberg und zum Oberpfälzer Wald. Kurz vor dem Kreuz auf der Hainsburg führen ein paar Stufen hinunter zum „Osterloch“, einer 30 m langen, 18 m breiten und bis zu 6 Meter hohen Höhle.

Seit der Gebietsreform  ist Illschwang eine 55 Quadratkilometer große Flächengemeinde mit 32 Ortsteilen und fast 2000 Einwohnern. Viele Grünflächen und Gärten lockern das Ortsbild auf; auch ein Hopfen- und Staudengarten lädt zum Besuch ein.



Ortsensemble Illschwang


 


Nordwand der Hainsburg


Spätgotische Madonna in der Kirche
 

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