Auf den Spuren des seligen Kasters


Eine Wanderung durch das Tal der Weißen Laaber bei Holnstein

 


Blick auf Staufersbuch

 

Informationen

Lage: Die Erbmühle liegt im Tal der Weißen Laaber ca. 10 km westlich von Berching, 3 km südlich von Holnstein. Die Runde kann auch in Holstein begonnen werden.

Weg: Ca. 10 km. Anstiege flach, insgesamt ca. 170 m. Auch unbefestigte Graswege.

Einkehrmöglichkeiten in Erbmühle, Staufersbuch und Holnstein.

 

Wegbeschreibung

Bei der Erbmühle auf der Straße aufwärts in Richtung Gimpertshausen. Nach 500 m links auf einen Waldweg, in einem Talchen aufwärts auf die Hochfläche, oben auf dem Grasweg geradeaus. An der Straße links, nach knapp 200 m erneut links. Nach 250 m rechts zur Scheune, dort links und an der Straße rechts in den Ort Staufersbuch. An der Kirche links und auf der Hofmarkstraße zur Pfarrer-Ecker-Straße, dort links aus dem Ort und geradeaus auf den Holsteiner Weg. Vom Waldrand ab führt die Markierung „Wasser- und Mühlenweg“ nach Holnstein, durch den Ort und im Tal zurück zur Erbmühle. - In Holnstein liegt am rechten Fischteich nach dem Überqueren der Talstraße die Reymotus-Quelle mit dem Gedenkstein. – Weg zu den Kalktuffkastkaden: Ca. 500 m nach Holnstein am Ende der Kläranlage rechts am Zaun entlang aufwärts in den Wald (ca. 200 m).

 

Die Wegskizze für diese Wanderung
zum Ausdrucken können Sie bei mir
per E-Mail kostenlos  anfordern.

 


Holnstein - Kirche und Regens-Wagner-Stiftung

 

Wissenswertes zum Weg

Zwei Wörter in gotischer Schrift geben der Figur, die in den Stein links vom Hochaltar in der Pfarrkirche St. Georg in Holnstein eingeritzt ist, einen Namen: „beatus Reymotus“, seliger Reymotus.  Anderswo ist dieser Mann, der im 13. oder 14.  Jahrhundert gelebt haben soll, unbekannt, hier aber pflegt man sein Andenken bis heute und verehrt ihn als Seligen.

Der Legende nach war Reymotus Kastner in Holnstein. Während einer großen Hungersnot verteilte er sein eigenes Vermögen an die Armen und öffnete sogar die ihm anvertrauten herrschaftlichen Getreidekästen für das hungernde Volk. Als er wegen Unterschlagung angeklagt und der Vorfall untersucht wurde, waren die Getreidelager prall gefüllt. Dennoch weiterhin der Lüge und Untreue bezichtigt, stieß er seinen Stab in den Boden, und sofort entsprang an dieser Stelle eine Quelle – zum Beweis für die Wahrheit seiner Aussagen, wie es die Inschrift an der „Reymotus-Quelle“ zum Ausdruck bringt, die zu Füßen der ehemaligen Burg noch heute an sein Wirken in Holnstein  erinnert. Nach seinem Tod pilgerten bis zur Reformation unzählige Kranke hierher an sein Grab. Die Deckenfresken der ursprünglich romanischen, später erweiterten Pfarrkirche nehmen Bezug auf die Nächstenliebe des Reymotus. 1954 schuf sie Michael P. Weingartner.

Durch christliche Nächstenliebe in „moderner“ Form ist Holnstein heute bekannt: Als  Sitz einer der insgesamt 13 Stiftungen, die auf den Dillinger Regens und geistlichen Direktor des dortigen Franziskanerinnenklosters, Johann Ev. Wagner (1807 – 1886), zurückgehen. Seit 1881 erhalten hier Menschen mit geistiger und psychischer Behinderung Hilfe. Sie wohnen heute in dezentralen Wohngruppen, in denen sie ihren Alltag eigenverantwortlich gestalten können, arbeiten in den Holnsteiner Werkstätten, in der Forstwirtschaft oder im Gartenbau und erhalten hier eine ihrer Neigung und Fähigkeit entsprechende schulische Förderung und vielfältige berufliche Ausbildung, die sie befähigen soll, ihr Leben selbst zu meistern.

Ursprünglichkeit zeichnet das Tal der Weißen Laaber aus, in dem Holnstein liegt. Mit  seinem naturnahen und größtenteils unverbauten, immer wieder stark mäandrierenden Gewässerverlauf, Prall- und Gleitufern, Steilabbrüchen, überhängenden Ufergehölzen und zahlreichen Quellbiotopen bietet der Bach Lebensraum für eine Vielzahl seltener Tiere und Pflanzen - ein Paradies für den Wanderer und Naturfreund. Am Talhang südlich von Holnstein  kann man eine ganz besondere Quellform bewundern: Treppenförmig hüpft der Quellbach über Kalktuffkaskaden zu Tal. Nach dem Austritt an die Oberfläche fällt hier au dem Wasser Kalk aus und bildet Sinterterrassen - eine Naturerscheinung, die den kurzen Abstecher dorthin unbedingt lohnt.

Der Weg von der Erbmühle nach Holnstein führt über die Jurahochfläche nach Staufersbuch, einen ehemaligen Hofmarksitz. Der Chorturm der dortigen sehenswerten Pfarrkirche St. Martin ist mittelalterlich, das Langhaus wurde 1769 neu gebaut und barock ausgestattet. Von keinem geringeren als dem Eichstätter Hofmaler Johann Michael Franz stammt das Hochaltarbild „Glorie des hl. Martin“. Das Deckengemälde von 1786 zeigt vor dem Hintergrund der damaligen Ortsansicht die Krönung Mariens.

 


Sinterterrassen bei Holnstein

 


Ritzzeichnung auf dem Grabstein des seligen Reymotus
(Quellennachweis:  Jura 2000, Berching)

Stein an der Reymotus-Quelle
 

Deckengemälde in der Kirche Staufersbuch

Hochaltarbild Staufersbuch

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