Ein einzigartiger Meditationspfad


Unterwegs auf dem Heimbacher Bildstockweg bei Greding

 


Kapellenbildstock am „alten Euerwanger Fußweg“ mit dem Bildnis „Maria Hilf“ (Station 3)
Das Bild stellte die Stadt Greding zur Verfügung.

 

 

Lage: Heimbach ist Ortsteil von Greding (Ausfahrt aus der A 9).

Ausgangspunkt: Ortsmitte von Heimbach. Dort auch Parkmöglichkeit

 

 

Heimbacher Bildstockweg: Länge ca. 2 km. Der Weg zu den 10 Stationen beginnt beim Gasthaus Gmelch und ist gut markiert. Dort ist auch ein kostenloser Prospekt mit Wegskizze erhältlich. Sehr empfehlenswert ist die Broschüre, die es im Gasthof für 1 € zu kaufen gibt. (Ruhetage bis Ostern Montag bis Mittwoch, ab Ostern nur Mittwoch).

 

 

Abstecher von Heimbach nach Euerwang: Er ist wegen der weiten Aussicht vom Euerwanger Bühl sehr lohnend und kann mit dem Bildstockweg verbunden werden (Umweg 4 km; Aufstieg.150 m): Dazu bei der 3. Station im Wald weiter aufwärts, auf der Hochfläche bei einem Marterl links, 200 m danach rechts Richtung Euerwang und mit [2] links auf den Bühl. Beim Naturfreundehaus mit [2] weiter über den Bühl und um ihn herum nach Heimbach (etwas länger), oder zurück zum Weg am Fuß des Bühls und ebenfalls mit [2] direkt abwärts nach Heimbach. –

 


Marien-Tafelbildstock  (Station 4)

 

 


Hofkreuz (Station 5)
Das Bild stellte die Stadt Greding zur Verfügung.
 

 

Rundwanderung ab Greding:  Länge 7,5 km, ca.120 m Aufstieg. Markierung [3] führt vom Bauer-Keller (hier Parkplätze) oberhalb der Autobahn-Ausfahrt Greding nach Heimbach. Rückweg: Mit Markierung [9] im Heimbachtal abwärts, am Talende links haltend und durch die Autobahnunterführung nach Mettendorf  und Greding.

 


Kapellenbildstock am „alten Gredinger Weg“ (m 1700)
mit dem Bild „Mariä Krönung“ (Station 1)

 

Wissenswertes zum Weg

 

Einst fuhr der Urahn des Meierbauern in Euerwang mit seinem Pferdefuhrwerk den steilen Weg nach Heimbach hinunter. Plötzlich scheuten die Pferde. Der Wagen überschlug sich und landete im schluchtartigen Graben neben dem Weg. In höchster Gefahr rief der Bauer Maria um Hilfe an. Zum Dank dafür, dass er unversehrt blieb, stiftete er an der Unglücksstelle den Kapellenbildstock „Maria Hilf“. 

Die Anlässe für die Errichtung von Kapellen, Bildstöcken und Wegkreuzen waren und sind so vielfältig wie das Leben der Menschen, die sie in Auftrag gaben.  Neben der Erfüllung eines Gelübdes und dem Dank für die Genesung von einer schweren Krankheit oder der Errettung aus Lebensgefahr wurden sie häufig einfach „nur“ als Plätze der Rast, des andächtigen Verharrens, des Atemholens der Seele und des Gebetes geschaffen.  Noch bis vor wenigen Jahrzehnten zogen Vorbeigehende dort den Hut und verharrten zum Gebet. Die „Salvatortafel“ am Beginn des von Heimbach nach Euerwang hinaufführenden einstigen Schulwegs, für Generationen von Schulkindern Treffpunkt, von dem aus sie bei Wind und Wetter den Weg nach Euerwang gemeinsam gingen, war wohl ein solcher Ort des Gebetes. Die Eltern, die ihre Kinder bis dorthin begleiteten, erflehten hier für sie Schutz auf ihrem vor allem im Winter beschwerlichen Weg.


Salvator am einstigen Schulweg nach Euerwang (Station 6)
Das Bild stellte die Stadt Greding zur Verfügung.

Heimbach, heute Ortsteil der Stadt Greding,  ist besonders reich an vielfältig gestalteten religiösen Flurdenkmälern. Sie sind einerseits geschichtliche Zeugen dörflichen Lebens und Ausdruck harter bäuerlicher Existenz, spiegeln aber auch die Bindung der Menschen an den Schöpfer wider, Frömmigkeit, stille und tiefe Gläubigkeit und das Vertrauen auf die Hilfe Gottes und seiner Heiligen. Zehn dieser liebevoll restaurierten Bildstöcke - steinerne und hölzerne Flur- und Hofkreuze, eine Hofkapelle, eine Mariengrotte, die Salvator- und eine Hubertustafel – verbanden engagierte Bürger vor einigen Jahren zum  „Heimbacher Bildstockweg“.

Meist pflanzte man als markante Zeichen, aber auch zum Schutz vor den Unbilden der Witterung neben die Bildstöcke und Wegkreuze auch ein oder zwei Bäume, meist Linden. So steht der Heimbacher Kapellenbildstock mit dem Gemälde der Krönung Mariens am „alten Gredinger Weg“ unter einer über 300-jährigen Linde, dem ältesten Baum in der Heimbacher Gemarkung überhaupt. 

 

 

 

 

 

 

Auf einer Wanderung von Greding über den Pfaffenberg nach Heimbach wird ein Gegensatz deutlich, den man sich größer kaum vorstellen kann. Auf der einen Seite des Berges Tempo, Hektik, Lärm durch den Verkehr, der auf der Autobahn vorbeibraust. Auf der anderen Seite, keine zwei Kilometer entfernt, ein kleines Dorf in einem abgelegenen, idyllischen, fast noch intakten Tal, durchflossen von einem Bach, der aus zahlreichen Quellen gespeist wird, umgeben von prachtvollen Mischwäldern und mit einer Kirche als Mittelpunkt. Wer von Greding kommend ins Dorf  hinunterwandert, wird von einer Stille umfangen, die heute selten geworden ist und gewinnt den Eindruck, hier sei die Zeit stehen geblieben - eine Umgebung, die wie geschaffen ist für diesen einzigartigen Meditationsweg. Er gibt Gelegenheit, auf die Botschaft dieser religiösen Denkmäler, deren Alter vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart reicht, zu hören und sie zu verinnerlichen.  Wer ihm  folgt, dem wird seine Wanderung zum ganz persönlichen religiösen Erlebnis.

Die Denkmäler des Glaubens an diesem Weg waren früher und sind gerade auch in unserem heutigen hektischen Leben Orientierungshilfen in einem doppelten Sinn: Wegweiser nicht nur im Gelände, sondern auch hinauf zum Herrgott. Eine Inschrift auf der Rückseite des Bildstocks gegenüber der Heimbacher Kirche drückt dies aus: „Sind auch alle Wege versperrt, führt immer noch ein Weg nach oben“

 

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