Der Gang auf den Kalvarienberg in Gosheim


Von Kreuzwegstation zu Kreuzwegstation
das Leiden Christi in Gosheim nachempfinden

 


Golgatha in Gosheim

 

 

Informationen

Lage: Gosheim liegt am östlichen Rand des Nördlinger Ries, ca. 6 km südlich von Wemding.

Parken in der Ortsmitte unterhalb der Kirche.

Weg: Auf den Kalvarienberg ca. 15 Minuten, Anstieg 50 m. Länge des Rundweges nach Huisheim ca. 5 km,  Anstieg zum Mähhorn 80 m.
 

Einkehrmöglichkeiten in Gosheim und Huisheim nur am Wochenende, in der nahen Waldschänke Matthesmühle täglich außer montags

 

 

 

 


 

 Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir per E-Mail kostenlos  anfordern.

Weg zum Kalvarienberg: Durch die Tür neben dem Friedhofstor, an der Burgmauer entlang und auf der Brücke über den Burggraben. Auf der querenden Straße kurz rechts, dann links in die Straße „Am Kalvarienberg“ zum Beginn der Kreuzwegstationen am Fuß des Kalvarienbergs.

 

Rundweg Mähhorn/Huisheim: Beim Brunnen unterhalb der Kirche mit der Rotstrichmarkierung in die Bergstraße, rechts in die Badgasse, bei der Trafostation rechts, ca. 150 m danach links. Auf dem Feldweg aufwärts, bald immer am Waldrand entlang, und später ohne Markierung über den Trockenrasen auf die Kuppe des Mähhorns oberhalb von Huisheim. Auf einem der sichtbaren Wege abwärts ins Dorf, dabei am besten eher südlich halten! Auf der Hauptstraße zur Kirche und weiter zur Sebastianskapelle. Dort rechts in die St.-Sebastian-Straße und gerade weiter in die Jurastraße. Beim Kindergarten rechts. Auf dem Feldweg zurück nach Gosheim.

 


Blick auf den Ort und den Kalvarienberg, auf den der Kreuzweg führt

 

Wissenswertes zum Weg

 

Ein großes Kreuz markiert das Ende des Kreuzweges, der auf den Kalvarienberg in Gosheim führt. Es steht auf einem kleinen „Gipfel“, gebildet von ein paar  Felsköpfen, die aus der Trockenrasenfläche herausschauen. Unwillkürlich fühlt man sich hier an den Ort der Kreuzigung Christi erinnert, den die Bibel wegen seiner kopfförmigen Form  „Golgatha“, nennt, lateinisch „Kalvaria“, „Schädelstätte“.

 Ganz sicher ließ sich der Gosheimer Pfarrer Peter Brand, der die Kreuzweganlage 1890 stiftete, von diesem Eindruck leiten; er stellte die Bedingung, dass die kleine Felsgruppe, auf der das Kreuz errichtet werden sollte, nicht verändert werden dürfe. Man erfüllte ihm seinen Wunsch, und mit seiner für damalige Verhältnisse großzügigen Spende von 2580 Mark  wurden unter Mithilfe der Gemeindebürger die 14 Kapellen mit den ausdrucksvollen neugotischen Reliefs der 14 Stationen des Kreuzwegs errichtet und der Weg angelegt, der sich unter einer Reihe Bäume auf den Berg zieht. Die Fertigstellung der Herz-Jesu-Kapelle neben dem Kreuz im Jahr 1892, für die Pfarrer Brand noch einmal 1555 Mark zur Verfügung stellte, erlebte er nicht mehr.

Weit geht der Blick vom Kalvarienberg ins Ries und zum begrenzenden Kamm der Schwäbischen Alb. Der Hesselberg, Schloss Baldern, der Ipf mit seinem charakteristischen flachen Plateau, Wemding mit der Wallfahrtskirche Maria Brünnlein und viele andere Orte im Ries sind an klaren Tagen zum Greifen nah - ein Platz wie geschaffen zum Ausruhen und Schauen, aber auch  ein Ort der Besinnung und des Gebetes. Zahlreiche Menschen besuchen während des ganzen Jahres diese Stätte; besonders groß aber ist die Zahl derer geworden, die jeden Karfreitag um 10 Uhr den Kreuzweg betend zum großen Kreuz hinaufziehen.

 In Gosheim ist freilich nicht nur der Kreuzweg etwas Besonderes, sondern auch die Kirchenanlage mitten im Ort, noch ganz umschlossen von einer hohen Mauer. Diese und der auf der Bergseite noch erhaltene tiefe Graben sind die Reste einer wehrhaften Burg. Der heutige Kirchturm ist auf dem ehemaligen Bergfried errichtet, der auf Zeit um 1250 datiert wird. Die 1734 eingeweihte, barock ausgestattete Kirche steht wohl an der Stelle der ehemaligen Burgkapelle. Bemerkenswert ist ihr Rokoko-Kreuzweg mit einer 15. Station: der Kreuzauffindung durch die Kaiserin Helena. Die Fresken von fünf Heiligen des Jesuitenordens an der Emporenbrüstung erinnern an die Neuburger Jesuiten, die im 17. und 18. Jahrhundert Grundherren von Gosheim waren - für sie auch eine Art Sommersitz. Das Schloss  im ehemaligen Burgbereich wurde 1694-96 errichtet. Beim Eingangstor an der südlichen Wehrmauer, die auch den Friedhof umschließt, steht noch der Karner, dessen oberer Stock mit einer barocken Ölberggruppe ausgestattet ist.

Die karolingische Königsmark Gosheim – der Ort ist 793 erstmals urkundlich erwähnt - bildete im frühen Mittelalter den Mittelpunkt des ursprünglichen Sualafeldgaues, eines „Außenpostens“ der fränkischen Macht gegen die Bayern. Zur 1200-Jahrfeier wurde der Ortskern vorbildhaft renoviert.

Die Lage Gosheims am Rande des Ries verführt zum Wandern, vor allem zu einem weiteren großartigen Aussichtspunkt, dem Mähhorn, und nach Huisheim mit seiner sehenswerten Kirche. Auf dem Rückweg präsentiert sich das Ensemble aus Schloss und Kirche als „Krone“ und weithin sichtbares städtebauliches Zentrum des Ortes.

 


15. Station des Kreuzweges in der Kirche in Gosheim:  Die Hl. Helena mit dem von ihr gefundenen Kreuz Christi

 


4. Kreuzwegstation des Gosheimer Kreuzwegs auf den Kalvarienberg

Foto: Gemeinde Gosheim


Ölberg im Karner von Gosheim

 

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