Auf Pfaden der Ordensritter


Auf dem Barock-Rundweg das Schloss Ellingen und seine Umgebung erkunden

 

Informationen

Der Barockrundweg: Ausgangpunkt ist das Schloss (Parkplätze). Hier stadteinwärts und gleich links in die Hintere Gasse. Auf der Pleinfelder Straße zum Pleinfelder Tor, danach links in die Bahnhofstraße zur Heiligenbrücke. Zurück in die Ortsmitte. Von hier in die Hauser Gasse bis zur Lateinschule und zurück, dann in die Weißenburger Straße bis zum ehemaligen Mesner- und Hebammenhaus. Zurück und links in Hammelgasse. In der Neuen Gasse links zur Mariahilfkapelle, dann zurück zum Schloss. – An den barocken Bauten sind Informationstafeln mit den wichtigsten Daten angebracht. Kostenloser Prospekt mit Wegskizze und Informationen zu den Bauten erhältlich im Rathaus, im Tourist-Infoladen gegenüber und an der Schlosskasse.

Öffnungszeiten Oktober – März: Schloss 10 -16 Uhr (stündlich Führungen, Kulturzentrum 10-12 und 14-16 Uhr (ohne Führung). Montags und am Faschingsdienstag geschlossen.

Eintritte: Schloss 4.- €, erm. 3.- €, Kulturzentrum 2,50 €, erm. 2.-- €.

 


Pleinfelder Tor in Ellingen

 


Ellingen - Residenz der Ordensritter

 

Wissenswertes zum Weg

 

Das prachtvolle vierflügelige Barockschloss in Ellingen weist unmissverständlich darauf hin, dass hier einst ein bedeutender Landesherr regierte. Selbstbewusst ist der gewaltige Hauptflügel  nach Süden gerichtet, gegen die protestantischen Nachbarn - die Freie Reichsstadt Weißenburg und die Wülzburg der Markgrafen von Ansbach. Skulpturen von Kriegsgöttern und Cäsaren, Türken in Ketten,  Kanonen,  Hieb- und Stichwaffen und Fahnen den Fassaden und auf dem Dach bilden den „Zierrat“, der das absolutistische Selbstverständnis und den weltlichen Machtanspruch des einstigen Schlossherren zum Ausdruck bringen soll, des Landkomturs der Ballei Franken des Deutschen Ordens.

Dieses Territorium entwickelte sich aus kleinen Anfängen. 1216 übertrug König Friedrich II. dem Deutschen Orden das um 1180 gegründete Spital in Ellingen. Nach und nach kaufte dieser den restlichen Ort und alle darauf noch bestehenden Rechte, und im 14. Jahrhundert wurde er Sitz des Landkomturs der Ballei (des Verwaltungsbezirks) Franken.

Die Reformation und mit ihr die Bauernkriege, der Religionswechsel umliegender Territorien und, damit verbunden, ein erheblicher Rechtsverlust in vielen Kirchen und besonders auch der Verlust Ostpreußens führten dazu, dass die Finanzkraft des Ordens stark abnahm. Bauerkriege, Ritteraufstände und Verwüstungen im zweiten Markgrafenkrieg 1552/53, in dem auch das Schloss niedergebrannt wurde, taten ein Übriges.

Nach den Zerstörungen des 30-jährigen Krieges baute der Orden die verwüsteten Gebiete systematisch wieder auf. Die finanzielle Grundlage dafür schufen - paradoxerweise - Einnahmen aus Kriegswirren. Getreideverkäufe in den Kriegen Ludwigs XIV. und „Lieferungen“ von Soldaten im Spanischen Erbfolgekrieg an mehrere Kriegsparteien brachten einen kometenhaften Anstieg der Finanzkraft des Ordens.
Diese wurde bald auch nach außen sichtbar. Unter dem Landkomtur  Carl Heinrich Freiherr von Hornstein (1717 – 1743) und seinen Nachfolgern kam Ellingens „Goldenes Jahrhundert“. Er ließ das barocke Stadtbild entwerfen und den Hauptteil des heutigen Schlosses und viele der prächtigen Bauten in der Stadt errichten. Sie prägen bis heute ihr Gesicht und machen sie zu einer Perle des fränkischen Barock. Der Schlosskomplex, die Orangerie im ehemaligen Hofgarten, das Pleinfelder Tor, die Heiligenbrücke, das „Balleyhaus“, die „Trisolei“ (Rentamt), das Rathaus, Wohnhäuser der Beamten, Bürger- Handwerker- und Ackerbürgerhäuser, mehrere Gasthäuser, das Elisabethspital mit der Spitalkirche, die Lateinschule und die Deutsche Schule, die Pfarrkirche St. Georg und die Mariahilfkapelle, die Synagoge – nicht weniger als 35 barocke Bauwerke Liegen am „Barockrundweg Ellingen“, der dem Besucher das barocke Gesicht der Stadt erschließt.
 


Heiligenbrücke über die Rezat

 

Im Westflügel des Schlosses wurde  das „Kulturzentrum Ostpreußen“ mit Archiv, Bibliothek und Ausstellungsräumen eingerichtet. Zahlreiche Exponate wie Naturbernstein, Schmuck und Gebrauchsgegenstände aus Bernstein,  historische Jagdwaffen, Gemälde, Grafiken und Plastiken bedeutender Künstler sowie ein original ausgestattetes Königsberger Bürgerzimmer vermitteln hier anschaulich Kenntnisse zur Landeskunde und Kulturgeschichte Ostpreußens. - Der Schlossrundgang führt über das  Treppenhaus in den Festsaal, die Intarsienkabinette, die fürstlichen Räume mit Seiden- und Papiertapeten des frühen 19. Jahrhunderts und in die Schlosskirche und informiert in einem kleinen Deutschordensmuseum auch über den Orden

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