Wasser - Kraftstoff der Natur


Historische und moderne Wasserbauwerke in Eckersmühlen erleben

 


Historischer Eisenhammer Eckersmühlen

 

Informationen

Lage: Eckersmühlen liegt ca. 5 km südöstlich von Roth.

Ausgangspunkt: Historischer Eisenhammer. Dort auch Parkmöglichkeit.

Weglänge ca. 10 km. Nur geringe Steigungen.

Einkehrmöglichkeiten in Eckersmühlen, am Rothsee ( Seezentrum Heuberg) und in Hofstetten.

Eisenhammer: Geöffnet 01.04. bis 31.10. Mittwoch bis Sonntag 13 – 17 Uhr und nach Vereinbarung (09171/4784). Erw. € 1,50, Kinder € 1,00. Schmiedevorführungen
€ 10,00 pro Gruppe nach Vereinbarung.

Besucherplattform der Schleuse geöffnet 6 – 22 Uhr (kostenlos)

Wegbeschreibung

An der Hammerschmiede mit [8] über die Kleine Roth und im Rothgrund nach Eckersmühlen. Dort bei der Brücke (ev. Kirche) links in die Eckersmühlener Hauptstraße, mit [9] ortsauswärts und nach gut 400 m links in den Haimpfarricher Weg. Gerade nach Haimpfarrich. Von dort auf Kanalweg oder Straße zur Schleuse, über den Kanal und zum Hauptdamm des Rothsees. Auf ihm links zu einem Infopavillon. Kurz vor diesem links abwärts zu den Weihern und zum Kanal. Auf dem unteren oder oberen Kanalweg rechts zur Straßenbrücke (gut 2 km), über den Kanal und auf der anderen Seite weiter am Kanal (oberer Weg). Ca. 600 m nach der Brücke halblinks in den Wald. Mit [8] nach Hofstetten. Dort über die Kleine Roth, kurz aufwärts (Wegweiser „Eisenhammer“), links in den Wald, ein Stück am Waldrand entlang, und - erneut links - abwärts ins Tal und zurück zum Eisenhammer.
 

 

 

 

 

 

 Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir per E-Mail kostenlos  anfordern.

 

Schleuse Eckersmühlen mit Hotelschiff

    Foto: Robert Tschurl, Wasser- und Schiffahrtsamt Nürnberg

 

Wissenswertes zum Weg

 

Für uns Menschen des technischen Zeitalters ist es ein selbstverständlicher Vorgang: Das Wasser des Baches dreht ein Mühlrad. Über eine „Welle“ wird die Drehbewegung mit Hilfe größerer und kleinerer Räder und Treibriemen weitergeführt, umgelenkt und je nach Bedarf verlangsamt oder beschleunigt. In der Entwicklungsgeschichte der Menschheit aber war es ein weiter Weg von der wohl zufälligen Entdeckung des sich im Wasser drehenden Rades bis hin zur ausgereiften Technik in Mühlen aller Art: in Getreide-, Öl-, Säge-, Schnupftabak-, Kreide-, Gips-,  Farbmühlen, Wasserschöpfrädern und Eisenhämmern. Letzte Stufe dieser Entwicklung ist die Nutzung der Wasserkraft zur Stromerzeugung mittels modernster Turbinen und Generatoren.


Hammerschmied bei der Arbeit

 Foto: Landratsamt Roth

 

So verfolgt man eine Vorführung im Historischen Eisenhammer Eckersmühlen sicher nicht nur mit Interesse, sondern wohl auch mit ehrfürchtigem Staunen. Dieses industriegeschichtliche Kleinod ist heute ein lebendiges Museum, in dem der Besucher die Kunst des Hammerschmiedens eindrucksvoll erleben kann: Immer wieder fällt der schwere, vom Wasser der Kleinen Roth angehobene Hammer auf ein Stück glühendes Eisen, bis dieses unter den geschickten Händen des Schmiedes zu einem Nagel oder Werkzeug geformt ist.

Seit 1775 war der Eisenhammer im Besitz der Familie Schäff, die es damit über die Generationen zu großem Wohlstand brachte. Das stattliche „Herrenhaus“ zeugt vom ausgeprägten Standesbewusstsein der „Hammerherren“. Die Blütezeit endete, als die Massenherstellung in den Fabriken in Konkurrenz zur handwerklichen Fertigung trat.

Ein Wasserbauwerk ganz anderer Art und von unvergleichlich größerer Dimension findet sich nur wenige Kilometer entfernt: die Schleuse Eckersmühlen am Main-Donau-Kanal.  Wie früher das Hammerwerk nutzt auch dieses technische Wunderwerk unserer Zeit die „Kraft“ des Wassers.  Rund 25 Meter hebt oder senkt es die Schiffe und gehört damit zu den höchsten bisher in Deutschland gebauten Schleusen. Wie alle 17 Schleusen zwischen Bamberg und Kelheim ist sie 12 Meter breit und 190 Meter lang. So können zwei Gütermotorschiffe von 90 m Länge und 1.500 t Tragfähigkeit oder ein zweigliedriger Schubverband mit 185 m Länge und über 3.300 t Tragfähigkeit und selbst große Hotelschiffe geschleust werden.

Um Wasser zu sparen, ist sie, wie die anderen großen Schleusen am Kanal, als „Sparschleuse“ angelegt. An ihrer Seite liegen drei terrassenförmig angeordnete Becken, deren Wasser bei der Schleusung „zu Berg“ in die Schleusenkammer fließt und damit das Schiff hebt und bei der Schleusung „zu Tal“ zum großen Teil wieder zurückströmt. So wird der Wasserbedarf  und rund 60% verringert – eine sehr ökonomische, ökologische und schnelle Methode. Die Höhendifferenz von 25 m wird nur 16 Minuten überwunden.

Eine Besucherplattform an der Schleuse ermöglicht es, die Schleusung der Schiffe aus nächster Nähe zu beobachten – ein vor allem für Kinder, aber auch Erwachsene eindrucksvolles Erlebnis. Anschauliche Tafeln informieren über die Technik des Kanals und der Schleusen. Und – nicht zuletzt: Der nur 200 m entfernte Rothsee sorgt dafür, dass der Ausflug nach Eckersmühlen auch zum Naturerlebnis wird.

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