Auf Dietfurter Wasserwegen


Wanderung im Gebiet der  "Siebentälerstadt" zu vielfältigen Erscheinungsformen
des kühlen Nasses

 


Wehrturm an der Stadtmauer

 

Lage: Im unteren Altmühltal zwischen Beilngries und Riedenburg.

Parken: Mehrere P am Stadtrand, am besten auf Altstadt-Parkplatz

Weglänge: 9 km, ohne Abstecher zur Schleuse des Ludwigskanals 7 km, keine wesentlichen Steigungen

Abstecher: Auf den Kreuzberg oberhalb der Stadt mit Wegweiser an der Kirche und Markierungen [1] und [3]. Schöne Kreuzwegstationen. Auf den Kopf- und/oder Breitfelsen mit [12]. Anstieg 90 m.

Öffnungszeiten: Mühlenmuseum: Hauptstraße 51, täglich 8 – 20 Uhr. Museum im Hollerhaus Pfarrgasse 6, täglich 14.30 – 17.30 Uhr. - Die Mühlbachhöhle ist nicht zugänglich

Wegbeschreibung

 

An der Kirche links in die Klostergasse. Vor der Brücke mit [6] und [J] rechts an der „Stadtlaaber“ entlang stadtauswärts. Straße nach Breitenbrunn überqueren. Bei einem Gehöft den Wildensteiner Weg aufwärts bis zum Wald(!), 100 m nach Waldbeginn mit [J] rechts. Immer wenig im Wald oder am Waldrand. Auf querender Straße rechts abwärts, nach 100 m links auf Steig (Wegweiser Mühlbach und [6]). Am Ortsbeginn von Mühlbach liegen rechts der Quelltopf und die Obermühle. An der Kirche vorbei zur Hauptstraße, über die Brücke, links in den Untermühlweg, am Zaun links zum Radweg. Auf ihm rechts bis kurz nach einem Trafohaus. Dort rechts nach Dietfurt (s .u.) oder Abstecher zur Schleuse des Ludwigskanals: Gerade zur Infotafel, dort links.

Rückweg: Zurück zur Infotafel und zum Trafohaus, 100 m davor links. Auf dem Fahrweg am Fuß des Wolfsbergs entlang, bald Markierung [A]. An Fabrikgebäude vorbei in die Stadt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Die Wegskizze für diese Wanderung zum Ausdrucken können Sie bei mir per E-Mail kostenlos  anfordern.



Schleuse des Ludwigskanals mit Schleusenwärterhaus

 

Wissenswertes zum Weg

 

Halten Sie es für möglich, dass unsere Heimat noch nicht bis in den letzten Winkel erforscht ist, sondern dass auch heute noch Neues entdeckt wird? So in Mühlbach, einem Ort der Gemeinde Dietfurt im Altmühltal. Eine Gruppe von Höhlenforschern erforscht hier in der Nähe der Mühlbachquelle seit 1998 eine umfangreiches Höhlensystem mit Gängen, spektakulären Schluchten und Wasserfällen, die noch nie ein Mensch gesehen hat. Unermüdlich sind die Mitglieder der „Karstgruppe Mühlbach“ am Werk, um in Schwerstarbeit dieser Höhle die letzten Geheimnisse zu entreißen. Inzwischen ist klar: Im Berg bei Mühlbach befindet sich ein riesiges, großräumiges Höhlensystem, ein Flusssystem von bisher in der Fränkischen Alb einmaligen Ausmaßen.

Solche Karsthöhlen sind ein Werk des Wassers. Es versickert im Karst und schafft sich in Jahrtausenden Wege im wasserlöslichen Kalkgestein. Wo wasserundurchlässige Schichten vom Talhang angeschnitten werden, tritt es in Quellen zutage oder es wird von tiefer liegenden Schichten in Quelltöpfen hochgedrückt. So in der Mühlbachquelle an der Obermühle in Dietfurt. 300 Liter Wasser sprudeln hier in der Sekunde an die Oberfläche und speisen den Mühlbach, der früher auf seinem kurzen Lauf zur Altmühl 2 Mühlen angetrieben hat. Seine Quelle mit dem ungemein romantischen Quellteich hinter der denkmalgeschützten Obermühle ist ein einmaliges Naturdenkmal.

Unter dem Motto „Dietfurter Wasserwege“ führt die „Siebentälerstadt“ in einem eigenen Prospekt auf Rundwanderwegen nicht nur zum Mühlbach, sondern macht auch die Vielgestaltigkeit des Elementes Wasser im Dietfurter Talkessel erlebbar. Denn in kaum einem anderen Ort findet man so unterschiedliche Gewässersysteme vor wie hier: mehrere Quellen, die Weiße Laaber, die in zwei Armen durch die Stadt fließt, ehemalige Altmühlarme und Altwässer, einen Rest des historischen „Ludwig-Donau-Main-Kanals“ mit einer noch erhaltenen Schleuse und die 55 m breite neue Wasserstraße des Main-Donau-.Kanals. Dass hier einst viele Mühlen die Wasserkraft nutzten, daran erinnert das Altmühltaler Mühlenmuseum.

So begegnen wir auf unserer Wanderung immer wieder dem Wasser, aber auch einer großartigen Natur. Der Blick vom Kreuzberg über der Stadt ist ebenso beeindruckend wie der vom Breitfelsen oder Kopffelsen über Mühlbach aus Schwindel erregender Höhe.

Aber auch die Stadt selbst lädt zu einem Rundgang ein. Zu entdecken gibt es Reste der Stadtmauer mit ihrem zum Teil noch erhaltenen Wehrtürmen, das behäbige Rathaus aus dem 15 Jahrhundert, umgeben von Bürgerhäusern mit Treppengiebeln, die 1408 erbaute, im 18. Jahrhundert barockisierte Pfarrkirche St. Ägidius, das Franziskanerkloster mit dem Klostergarten, die Frauenkirche an der Hauptstraße mit einem sehr schönen barocken Hochaltar und viele Gässchen und stille Plätze am Wasser. Das vorbildlich gestaltete Museum am Hollerhaus führt anschaulich ein in die Landschaftsgeschichte, die Besiedlung des Dietfurter Talkessels von prähistorischer Zeit bis zum Mittelalter, und nicht zuletzt in die Geschichte der Kanalbauten. Ein Besuch von Dietfurt ist also immer lohnend, nicht nur, wenn das Städtchen seinen Chinesenfasching feiert.

Zurück zur Übersicht "Bistum"

Weitere Bilder                                                                                                      Kulturwanderung