Auf den Spuren eines Komponisten


Der Christoph-Willibalds-Gluck-Rundwanderweg in Erasbach und Weidenwang

 


Erasbach

 

Informationen

Anfahrt: Weidenwang, Ortsteil von Berching, liegt ca. 8 km nordwestlich von Berching. Parkplätze bei der Kirche.

Weg: Länge knapp 7 km; befestigte Wege, kaum Steigungen

Der Weg ist gut markiert. Die Wegskizze ist auf jeder Infotafel abgebildet. - Ausgangspunkt: Kirche Weidenwang (Tafel 1). Von hier ortseinwärts zum Gluckdenkmal (Tafel 2), zur Tafel 3 in der Straße F (Tafel 3) und weiter ortsauswärts. Achtung: Nach der  Tafel 5 zur Staatsstraße und an ihr entlang (!) zu Tafel 6 („Harfendenkmal“). Erst dort in den Ort Erasbach.

Einkehrmöglichkeit in Erasbach.

 


Stationen einer Komponistenkindheit: In der Weidenwanger Pfarrkirche
Sankt Willibald wurde Christoph Willibald Gluck getauft. Im von seinem
Vater Alexander erbauten Haus in Erasbach wurde er geboren. An den
berühmtesten Sohn des Ortes erinnert dort auch das Harfendenkmal.

 


Harfe in Erasbach

Kirche in Erasbach

Stele in Erasbach

Denkmal in Weidenwang mit der Büste des Komponisten

 

Ein „Berchinger“ ist Christoph Willibald Gluck erst seit 1972. In welchem der beiden heutigen Berchinger Ortsteile -   Weidenwang oder Erasbach -  er geboren ist, dieser „Streit“ ist bis heute noch nicht ganz beendet. So haben beide Orte „ihr“ Denkmal: Erasbach eine schlichte Steinstele – „Markstein“ nennen sie die „Konkurrenten“ aus dem Nachbarort geringschätzig - Weidenwang eine kunstvoll  aus Erz gegossene Büste des Komponisten auf einem Steinsockel. In einer aufwändigen „Spendenkampagne“, die auch nach heutigen Maßstäben noch das Prädikat  „profihaft“  verdient, wurden auf Betreiben des damaligen Weidenwanger Pfarrers Caspar Ainmiller in den 1860er Jahren in ganz Europa Gelder dafür gesammelt, runde 2800 Gulden. Prominentester Spender war König Ludwig II., der 400 Gulden stiftete und dem Denkmal damit eine königliche Aufwertung verlieh. 1871 wurde es im Beisein von 3000 Gästen eingeweiht.

Sicher ist, dass Christoph Willibald Gluck am 4. Juli 1714 in der Pfarrkirche in Weidenwang  getauft wurde, aber auch, dass sein Vater Alexander Gluck im Jahr 1413 in Erasbach aus eigenen Mittel ein Haus baute. Damit ist so gut wie sicher, dass sein Sohn in diesem Haus geboren wurde. Eine Gedenktafel weist es demnach auch als sein Geburtshaus aus.

Über diese eher untergeordneten lokalen Fragen zu den Umständen von Glucks Geburt, die Herkunft der Familie aber auch den weiteren Lebensweg Glucks und seine Bedeutung als Komponist von europäischem Rang informiert ein Rundwanderweg mit 10 Tafeln im Gebiet Weidenwang - Erasbach. Schon der Großvater Simon Gluck, der aus der Nähe von Pilsen im Böhmen stammte, war mit dem Wald „verknüpft“ -  als Förster in Erbendorf bei Neustadt an der Waldnaab.  Sein Vater, 1683 dort geboren, war seit 1711 Unterförster des Klosters Seligenporten in Erasbach und stand später zusätzlich auch im Dienst der Abtei Plankstetten. Aber schon 1717 siedelte die Familie nach Böhmen um.

 Erst ab seinem 18. Lebensjahr kommt mehr Licht in Glucks Leben: Er studiert in Prag - bei der Immatrikulation an der dortigen Universität 1731 bezeichnet er sich als aus Erasbach kommend. 1741 schreibt er seine erste Oper, der bald zahlreiche andere folgen; 47 sollten es bis zu seinem Lebensende werden. Nach und nach entwickelt er sich zu einem Opernreformer, der das damals starre Konzept der Oper überwindet und einen neuen Opernstil entwickelt. Sein Bestreben ist es, die Dramatik des Werkes wichtiger zu machen als die Starsänger, die es aufführen. So will er vor allem das Rezitativ abschaffen, in das bis dahin die Handlung verbannt war, und mehr die Musik in den Dienst des Handlungsablaufs stellen. Glucks im Rückblick wegweisende Reformen sind jedoch zu seiner Zeit umstritten und spalten die Musiker regelecht in zwei Lager.

In seinen „Wanderjahren“ unternimmt Gluck weite Reisen durch Europa, so nach Mailand, London und Paris. Als Kapellmeister einer reisenden Operntruppe finden wir ihn in Dresden, Hamburg und Kopenhagen. Nach einem längeren Aufenthalt in Prag lässt er sich 1750 in Wien nieder, findet dort eine feste Stelle und wird auch Kapellmeister der Hoftheater. Für einige Jahre geht er nach Paris, kehrt aber nach Wien zurück und  stirbt dort 1787.

Neben seinen Opern hinterlässt Gluck Ballette, Instrumentalwerke und – in kleinerem Umfang – auch kirchenmusikalische Werke
 


Geburtshaus in Erasbach

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