Da schlugen Kinderherzen höher


Das Spielzeugmuseum in Beilngries zeigt, was früher so unter´m
Weihnachtsbaum lag.

 


Modelleisenbahn

 

Informationen

Das „Spielzeug- und Figurenmuseum Beilngries“ befindet sich im ehemaligen Franziskanerkloster, Hauptstraße 49, neben der Frauenkirche.

Parkmöglichkeiten im Hof. Zufahrt auch von der Ringstraße aus.

Öffnungszeiten in den Wintermonaten: Montag bis Samstag 13 - 18 Uhr, Sonn- und Feiertage 10 – 18 Uhr.

Stadtrundgang: Empfehlenswert ist besonders auch für Kinder ein Rundgang an der Innenseite der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer mit 10 mittelalterlichen Türmen. Tafeln informieren über deren frühere Bewohner und ihre Berufe und vermitteln einen guten Einblick in das Leben in einer mittelalterlichen Stadt.

 

 

 

 

 

 

 

 


Modelleisenbahn

 


Eisenbahnfahrzeuge

 


Pferdekutsche

 

Wissenswertes
 

Da würden sie wohl nicht schlecht staunen, wenn sie noch einmal in ihr Kloster kommen könnten, das sie von 1723 bis 1806 bewohnt und von dem aus sie segensreich gewirkt haben, die Franziskanermönche von Beilngries. Ist doch das Dachgeschoß ihres Klosters auf drei Etagen mit Spielzeug gefüllt, von dem Kinder zu ihrer Zeit noch nicht einmal träumen konnten, Spielzeug, welches das Herz nicht nur jedes Kindes, sondern auch des Erwachsenen höher schlagen lässt. 1999 hat der Kulturhistorische Verein Beilngries-Kinding dieses Museum „Spielzeug anno dazumal“ eröffnet, nachdem die Stadt, der der Klosterbau seit 1823 gehört, dessen Dachgeschoß aufwendig saniert hatte.

Im Spielzeug spiegelte sich zu allen Zeiten die Lebenswelt der Erwachsenen wider; es war immer die verkleinerte Wiedergabe der Welt der Großen. Damit gibt es einen authentischen Einblick in die sozialen Verhältnisse früherer Zeiten und vermittelt ein anschauliches Bild vom täglichen Leben unserer Verfahren. Bestes Beispiel dafür sind die Puppenküchen. Wenn noch dazu fast alle Ausstellungsstücke aus der näheren Umgebung kommen, wie hier im Beilngrieser Museum, dann wird dieses auch zur fast unerschöpflichen Quelle der Heimatgeschichte.

Einen deutlichen Schwerpunkt bildet Spielzeug aus Blech, vorwiegend aus der ländlichen Umgebung: Traktoren, Laster, Kipper, Walzen, Anhänger, Mähdrescher und andere Ackergeräte. Diese Ausstellungsstücke wurden von der Firma Arnold in Mühlhausen gefertigt, also ganz in der Nähe. Sie zählte lange Zeit zu den führenden Spielzeugherstellern mit eigenen Ideen und Entwicklungen. 1960 stellte sie z.B. die erste seriengefertigte elektrische Modelleisenbahn her. Verständlich, dass eine Eisenbahnanlage dieser Firma mit etwa 40 Lokomotiven, 150 Waggons, 15 Signalen und 50 Weichen, mit Zentralbahnhof, Stellwerk und einer großen Stadt den Mittelpunkt des Museums bildet. Noch ist ein Teil davon nur in Vitrinen ausgestellt, aber bald wird die Anlage ganz fertig sein.

Sechs Glasvitrinen gehören den Zinnfiguren, die in z. T. historische Ereignisse originalgetreu nachstellen, vor Kulissen, die im kleinsten Detail stimmig sind. Auch für Märchenszenen ist Zinn der ideale Werkstoff, wie zahlreiche Beispiele zeigen. Natürlich fehlen auch nicht Baukästen aus Holz, Stein und Metall, Kasperltheater, Kaufläden, Puppen und Puppenstuben und Jahrmarktmodelle wie Karusselle und Schaukeln. Das technische Spielzeug im Museum stammt z. T. von namhaften Spielzeugherstellern aus der Zeit um 1900 bis 1930. Eine besondere Rarität ist ein kleiner „Spielaltar“, vor dem die Buben Priester spielen und die Messe lesen konnten.

In einer Szene mit lebensgroßen Figuren in der mittleren Etage des Museums ist das Spielzeug eingebettet in den Familienalltag. In einer Wohnung aus der Zeit um 1950/60 repariert der Vater gerade das Spielzeug, während der Junge eine Modelleisenbahn aufbaut und Tochter und Mutter sich den Puppen widmen.

Dass dieses lebendige, liebevoll eingerichtete Museum entstehen konnte und betrieben werden kann, ist der Initiative und Arbeit vieler ehrenamtlich tätiger Menschen zu verdanken und verdient ganz besondere Anerkennung.

 

Märchenfiguren aus Zinn

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An einem solchen "Spielaltar" von etwa 50 cm Höhe konnten Buben das Zelebrieren der Messe üben. Dadurch sollte in ihnen der Wunsch nach dem Priesterberuf  geweckt werden.
 


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