Von Krippe zu Krippe


Eine Besichtungstour Bamberger Krippen in Kapellen, Museen und auf Plätzen
(2003)

 


Herbergssuche am Plönlein in Rothenburg  (Maternkapelle)
 

 

 

 

Informationen

Anfahrt mit den Auto: Von der Ausfahrt Bamberg Süd der A 73 zum Park&Ride-Platz „Alter Plärrer“. Von dort Bus-Pendelverkehr zum Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Durch die Rosengasse oder Franz-Ludwig-Straße zum Weihnachtsmarkt am Maximiliansplatz (Station 11 des Krippenweges). Die Kirche St. Martin ein Stück weiter am Grünen Markt ist Station 12. Von hier zum Dom im Wesentlichen immer gerade stadteinwärts.

Anfahrt mit der Bahn: Vom Bahnhof durch die Luitpoldstraße, Obere Königstraße, Kettenbrücke und Hauptwachstraße in ca. 15 Minuten zu Fuß zum Maximiliansplatz oder mit Bus 1, 2, 7, 14 oder 17 (Haltstelle gegenüber dem Bahnhof) zum ZOB.

„Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen, und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen“, schreibt Paul Gerhardt im wohl schönsten seiner Lieder. Wer hätte bei diesen Worten nicht die einfachen Hirten vor Augen,  die in jeder Krippe staunend und anbetend vor dem Kind stehen und knien – Urbild jedes staunenden Krippenbetrachters.

In den „Jahreskrippen“ sind nicht nur die Geburt, sondern alle wichtigen Ereignisse der Kindheitsgeschichte und des Lebens Jesu dargestellt.

 


Jesuskind (Fatsch´nkindl), Maternkapelle

 

Informationen zum Krippenweg: Die Krippen sind zu besichtigen bis Dreikönig. Die Broschüre „Krippenstadt Bamberg“ enthält Kurzbeschreibungen aller Stationen und einen Stadtplan. Es gibt sie kostenlos an einigen Ständen auf dem Weihnachts-markt, an den meisten Stationen des Krippenweges und in der Tourist-Information (Geyerswörthstraße 3, nahe dem Alten Rathaus).

 


Krippe aus St. Heinrich (Station 17 des Krippenweges)
(
Bild: Archiv des Bamberg Tourismus & Kongress Service)

 

Wissenswertes
 

„Sage, wo ist Bethlehem“, fragt ein modernes Weihnachtslied und gibt zugleich die Antwort: „Bethlehem ist überall - Bethlehem ist jederzeit“. Christus ist für alle Menschen, an jedem Ort, in jeder Lebenssituation Mensch geworden.

Nirgends wird diese Aussage deutlicher als in den Krippen, die zur Weihnachtszeit in den Kirchen und Wohnungen aufgestellt und in Ausstellungen gezeigt werden. Seit Franz von Assisi an Weihnachten 1223 zum ersten Mal lebende Tiere an die Krippe gestellt hat, lassen immer liebevoller und detaillierter gestaltete Krippen - jede auf ihre Art - die Weihnachtsgeschichte vor unseren Augen lebendig werden und ziehen klein und groß magisch an. Glauben verlangt eben doch auch nach dem Schauen, das uns hilft, zum Wesen des Geschehens vorzudringen, das unfassbare Geheimnis besser zu verstehen und zu verinnerlichen.

Die wohl eindruckvollste „Krippenschau“ seit Jahren ist der „Bamberger Krippenweg“. Krippen aus verschiedenen Jahrhunderten, aufgestellt an 33 Stationen - auf öffentlichen Plätzen, in Kirchen, in Museen, in Ausstellungen - versetzen das Weihnachtsgeschehen in liebevoll gestaltete bayerische, fränkische, böhmische, italienische, orientalische, südamerikanische Landschaften und Schauplätze. Die beteiligten Personen sind bis in die kleinsten Einzelheiten dargestellt - in ihrer Lebenssituation, an ihrem Wohnort, in ihrem Lebensraum, bei ihrer Arbeit, mit ihrer Tracht. Schlichte, selbst gebastelte Krippen und Krippen großer Künstler, kleine Hauskrippen und Großkrippen, Krippen aus verschiedensten Materialien findet man hier. Wohl bei keinem anderen Thema hat sich die gläubige Phantasie so schöpferisch und vielfältig betätigt.

Freilich muss man bei einem so großen Angebot auswählen. Was sollte man in Bamberg unbedingt gesehen haben? Eine der berühmtesten Krippendarstellungen steht im südlichen (linken) Querschiff des Domes, der „Weihnachtsaltar“ von Veit Stoß. Ebenfalls im Dom stellt eine neuzeitliche Krippe die Ereignisse um die Geburt Jesu in 8 wechselnden Szenen dar. Zweite wichtige Station ist das Diözesanmuseum (links vom Dom) mit einer reichen Krippen - und Wachskindausstellung vom Barock bis zur Gegenwart. Der weitere Weg könnte in die Alte Hofhaltung (rechts neben dem Dom) führen - heuer mit einer Sonderausstellung kostbarer Krippen aus Böhmen und Mähren.

Stille Altstadtgassen führen von der Alten Hofhaltung weiter hinauf und dann links hinunter zur Maternkapelle am Fuß des Dombezirkes. Sie ist dank der jährlich wechselnden Schau der Bamberger Krippenfreunde zur Weihnachtszeit wohl die schönste der Bamberger Kirchen. In der Oberen Pfarre schließlich steht Bambergs eigentliches Krippenwunder: eine Krippe mit 190 vollbewegliche Gliederfiguren aus Holz, durchschnittlich 45 cm groß. Dem weiteren „Krippenschauen“ sind keine Grenzen gesetzt; noch 29 weitere Stationen warten auf den Betrachter, ganz Bamberg ist voll davon.

Begründet wurde die Bamberger Krippentradition vor mehr als 80 Jahren vom Verein der Bamberger Krippenfreunde. Ihr Ziel ist nicht nur Krippenpflege auf volkskundlicher und künstlerischer Ebene; mit ihren Krippen wollen sie die Menschen vor allem zum Kern der Weihnachtsbotschaft führen. Wer den Krippenweg in dieser Erwartungshaltung „pilgert“, wird innerlich reich in seinen Alltag zurückkehren
 

Zurück zur Übersicht "Bistum"

Weitere Bilder                                                                                                  Kulturwanderung