"Tore, Türme, Schlösser" - Mit dem Fahrrad unterwegs im Fränkischen Seenland


Familienausflug in die Geschichte

 

 

Wegbeschreibung

Der Weg weist nur geringe Steigungen auf und ist auch für Familien mit Kindern geeignet.

Ausgangspunkt Gern, Ortsteil von Ornbau (2 km südlich). Dort Parkplätze am Altmühlzuleiter.

 

Etappe 1: Gern – Ornbau – Sommersdorf.- 12 km.

Markierungen: Bis Thann „Altmühlradweg, von Thann bis Sommersdorf „Tore, Türme, Schlösser“(TTS)

Verlauf: Von Gern Ornbau.. Unmittelbar nach dem Oberen(!) Tor links in die Oberndorfer Straße, rechts in die Straße am Kalkofen. Geradeaus bis Haag. Am Ort vorbei, dann links über die Altmühl nach Mörlach. Dort rechts nach Thann, hier über die Altmühl, rechts nach Winkel und weiter nach Sommersdorf.

 

Etappe 2: Sommersdorf – Weidenbach, Triesdorf - 5 km. Markierung: Tore-Türme-Schlösser

Verlauf: Zunächst in Richtung Großenried, aber schon am Ortsende links und über Esbach nach Weidenbach und Triesdorf.

 

Etappe 3: Triesdorf – Merkendorf - 4 km

Verschiedene Markierungen.

Verlauf: Von Triesdorf geradeaus (Radweg neben der Straße) bis zum Gasthaus Waldeck.

Hier rechts in den Wald und weiter zum Bahnhof Triesdorf/West. An ihm durch die Bahnunterführung und geradeaus Unterführung weiter zur B 13diese überqueren  und auf dem sog. Bahnhofsweg nach Merkendorf.

 

Etappe 4: Merkendorf – Wolframs-Eschenbach - 3 km.

Markierung „Tore, Türme Schlösser“

Verlauf: Am Oberen Tor auf den gegenüber liegenden Radweg, der über Gerbersdorf entlang der Straße nach Wolfram-Eschenbach führt.
 

Etappe 5: Wolframs – Eschenbach – Muhr am See.- 9 km. Markierung 9

Verlauf: Der verlässliche markierte Weg beginnt am Unteren Tor mit 9 ortsauswärts und führt in den Mönchswald und, vorbei an den „3 Buchen“, nach Muhr.

 

Etappe 6: Muhr – Gern (Ornbau) 6 km.

Markierung: Bis zum Altmühlsee 9 und andere Markierungen, ab dort Altmühl-Radweg.

Verlauf: Mit einer der Markierungen zum Ostufer des Altmühlsees, dort auf dem Altmühl-Radweg zum Nordufer und zwischen der Vogelinsel und dem Vogelbrütergebiet Wiesmeth zum Altmühlzuleiter. An ihm entlang zurück nach Gern.

 

Ornbau
 

Wissenswertes zum Weg

Elf Städte, Märkte und Dörfer verbindet der Radwanderweg „Tore, Türme, Schlösser“ nördlich des Altmühlsees. Sie alle können auf eine bedeutende geschichtliche Vergangenheit zurückblicken. Sie hat zahlreiche großartige Bauwerke hinterlassen hat, welche die Ortsbilder bis heute entscheidend prägen: Ortsbefestigungen mit wehrhaften Mauern, Toren und Türmen, mächtige Schlösser und Gotteshäuser mit ihren Türmen – zwar aus verschiedenen Epochen, aber alle künstlerisch wertvoll.

Bei dem Gebiet, das der Radweg erschließt, handelt es sich aber keineswegs um ein in der Vergangenheit politische Einheit, sondern um eine Vielzahl und Vielfalt früherer Herrschaftsbereiche: Gebiete der Ansbacher Markgrafen, der Eichstätter Fürstbischöfe, des Deutschen Ordens, des Klosters Heilsbronn und Besitzungen von Adelsgeschlechtern griffen hier ineinander und bildeten einen „Fleckerlteppich“, der erst 1806 politisch „vereint“ wurde. Die Konfessionsunterschiede in diesem Gebiet, Folge der politischen Zugehörigkeit in der Zeit der Reformation, sind freilich bis heute geblieben und bei näherem Hinsehen auch äußerlich sichtbar.

Die Gesamtstrecke des Tore-Türme-Schlösser-Radrundweges beträgt 86 km. Hier wird eine verkürzte Tour vorgeschlagen, die auf einer Weglänge von etwa 50 km die interessanten Orte im mittleren Teil des Weges verbindet, meist eben verläuft bzw. nur kleinere Steigungen aufweist und deshalb auch geeignet ist für Familien mit Kindern. Trotzdem ist der Weg auch landschaftlich sehr abwechslungsreich. Das Nordufer des Altmühlsees mit der Vogelinsel zur linken und dem Vogelschutzgebiet „Wiesmeth“ auf der rechten Seite, der Altmühlgrund mit dem unberührten, oft ausufernden Fluss oberhalb von Ornbau, der Wechsel von offener Landschaft und kleinen Wäldern, die ausgedehnten Alleen von Triesdorf, und – auf dem größten Teil des Weges - weite Blicke in die Landschaft machen in Verbindung mit den historischen Ortsbildern seinen besonderen Reiz aus. Zum Schluss führt er ein langes Stück durch den ausgedehnten und botanisch abwechslungsreichen „Mönchswald“, der seinen Namen von seinem einstigen Besitzer hat, dem Zisterzienserkloster Heilsbronn.

 Durchfahren werden Ornbau, Sommersdorf, Weidenbach, Triesdorf, Merkendorf, Wolframs-Eschenbach und Muhr am See, während die Erkundung der „Randgebiete“ des Weges um Arberg, Bechhofen, Burgoberbach auf der einen und Windsbach auf der anderen Seite der eigenen Initiative vorbehalten bleiben müssen.

Merkendorf - Stadtmauer

Merkendorf - Marktplatz


Steckbrief der Orte am Weg: Geschichte und Sehenswürdigkeiten


Ornbau

Einzelne Eichstätter Besitzungen in Ornbau schon seit 888, in Fürstbischöflich-eichstättischem Gesamtbesitz von 1310 bis 1803, Mittelalterliche Ortsbefestigung mit Oberem und Unterem Tor, Zwinger, Graben, Türmen, burgartigen Anbauten und Basteien – Steinbogenbrücke über die Altmühl – Pfarrkirche St. Jakobus, Neubau 1967 unter Einbeziehung des Turms aus dem 14. und 16.sowie des Chors aus dem 15. Jahrhundert - Fachwerkhäuser und Barockbauten

 

Schloss Sommersdorf

Mächtiges Wasserschloss, um 1400 von Ludwig von Eyb erbaut, 1468 wehrhafte Vorwerke. Wohnbau mit zwei Flügeln, die einen geschlossenen Innenhof umgeben, quadratischer Zwinger mit einst vier, heute nur noch drei Ecktürmen. Hoch aufragender runder Bergfried an der Ostseite. Vorgelagerter Wirtschaftshof (öffentlich zugänglich) mit barockem Tor, ehemaligem Kastenamt, Pfarrhaus, Zehentscheune und Schlosskapelle (die beiden letzteren heute evangelische Pfarrkirche bzw. Pfarrsaal).

 

Triesdorf und Weidenbach

Gegend ab 1600 im Besitz der Markgrafen von Ansbach, bald ihr bevorzugtes Jagdrevier. Nach und nach zur barocken Sommerresidenz ausgebaut. Im 18. Jahrhundert besonders beliebtes Gebiet für die Falkenjagd. 1723 mit der sog. Roten Mauer umschlossen. Zahlreiche Gebäuden sind noch erhalten, z. B. das Weiße Schloss (1682), die Kavaliershäuschen, das Rote Schloss (erbaut 1732 als Kaserne für das 50 Mann starke Falknercorps), Reithaus, Marstall, Jägerhaus, Forsthaus, Hofgärtnerhaus und Menagerie, Villa Sandrina (1785) mit Gartenpavillon, zahlreiche Alleen. Heute ist in den Gebäuden ein „Landwirtschaftliches Bildungszentrum“ untergebracht.

Auch die 1735 bis 1736 von Leopold Retty erbaute evangelische Pfarrkirche in Weidenbach war Teil der Triesdorfer Sommerresidenz.

 

Merkendorf

Ab etwa 1400 ganz im Besitz des Klosters Heilsbronn, im 15. Jahrhundert mit Mauern und Türmen befestigt, kleinste Stadt im Fürstentum Ansbach. Im 30-jährigen Krieg 1648 niedergebrannt. Im April 1945 schwer umkämpft, große Schäden. Sehenswerte Gebäude: Altes Rathaus (15./16. Jh.) mit Fachwerk-Obergeschoß und Steinrelief, das den Besuch von Kaiser Maximilian im Merkendorf des Jahres 1506 darstellt, Krautbrunnen, ehemaliges Vogtamtshaus und Getreidespeicher (spätes 16. Jahrhundert, heute Heimatmuseum), Altes Pfarrhaus (1742/42).

 

Wolframs-Eschenbach

Stadtbefestigung mit Toren noch fast vollständig erhalten. Von 13. Jahrhundert bis 1796 im Besitz des Deutschen Ordens. Pfarrkirche Maria Himmelfahrt (frühes 13. Jahrhundert) mit guter Ausstattung, u. a. Rosenkranzaltar (um 1520) und Flügelaltar mit den 14 Nothelfern in der Predella (1490). Deutschordensschloss (1623), heute Rathaus, AlteVogtei (2. Hälfte des 15. Jh.), ehemalige Fürstenherberge mit Sgraffito-Fassade (1609), in der Hauptstraße und Färberstraße weitere stattliche Fachwerkhäuser und Sandsteinbauten. Auf dem Marktplatz Wolframsdenkmal (1861), im spätgotischen Alten Rathaus seit 1995 Wolfram-von-Eschenbach-Museum.

 

Muhr am See

1970 durch Zusammenschluss von Altenmuhr und Neuenmuhr entstanden. Wasserschloss der ehemaligen Herren von Lentersheim, im Kern spätes 12. Jahrhundert, später mehrmals erweitert und umgebaut, im 19. Jahrhundert Wassergraben verfüllt und Zwingermauern abgetragen. Mächtiger fünfgeschossiger Bergfried. Unweit davon evangelische Pfarrkirche St. Georg, 1467 unter Verwendung älterer Bauteile erbaut, Grablege der Herren von Lentersheim mit zahlreiche qualitätvollen Grabsteinen, darunter auch von Loy Hering bzw. aus seiner Werkstatt. Torhaus aus dem 18. Jh., zusammen mit dem von Störchen besiedelten Turm der Kirche von Neuenmuhr Wahrzeichen des Ortes. Am Beginn der Schlossstraße liegt das neue „Informationszentrum Muhr am See“.
 

Ornbau
 

Sommersdorf - Schloss
 

Triesdorf - Allee und Reithaus
 

Triesdorf - Das Sommer- und Jagdschloss der Ansbacher Markgrafen
 

Wolframs-Eschenbach -  Deutschordensschloss und Alte Vogtei
 

Deutschordensschloss

Wolframs-Eschenbach - Wehrmauer

Wolframs-Eschenbach
   

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