Wanderung im "Tal der tausend Quellen":
Durchs Tal der Weißen Laaber nach Lengenbach


Der Gnadenquell im Laabergrund

 

Informationen

Ausgangspunkt: Höhenberg, Ortsteil von Neumarkt, auf dem Albrand südlich der Stadt gelegen.

Parkplatz am Ortsende in Richtung St. Helena.

Weg: ca. 11 km, geringe Anstiege, Feld- und Waldwege.

Abkürzung: Von Lengenbach durch das Lengenbachtal direkt zurück nach Höhenberg (Markierungen). Ca. 3 km kürzer.

Einkehrmöglichkeiten: Voggenthal, Arzthofen, St. Helena, Höhenberg.

Kirche Lengenbach geöffnet (Gitter), St. Helena meist geschlossen.


Laaberquelle bei Voggenthal

Weg: Schräg gegenüber dem oberen Ende des Parkplatzes in die Langobardenstraße. Ab ihrem Ende mit Gelbstrich: In den Wald, ca. 50 m nach dem Verlassen des Waldes bei einer Wegkreuzung halb(!)links hinauf zu einem Feldkreuz, wenige Meter danach rechts auf einen Grasweg, zum Wald hinüber und abwärts nach Voggenthal, dort an der Kapelle rechts, nach 100 m links abwärts ins beginnende Laabertal und unten rechts. Bald liegt links am Weg die Laaberquelle. Dem Gelbstrich folgen, bis im Wald die Markierung 3 (=Langlaufloipe) rechts abzweigt. Mit ihr wieder hinab ins Laabertal und nach Lengenbach. Auf der Straße (=Wasser- und Mühlenweg) nach Arzthofen. Nach dem Gasthof ohne Markierung rechts in den Sandweg und nach dem Ende der Teerdecke in den Wald. Bald an einer Lichtung links (!) vorbei und in einem Bogen aufwärts zu einer sehr großen Lichtung. Über sie bis zu einem querenden Sandweg ca. 100 m vor ihrem Ende. Auf diesem rechts in den Wald, geradeaus nach St. Helena und mit Rotstrich zurück zum P.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wallfahrtskirche Lengenbach
 

Wissenswertes zum Weg

Als „Land der tausend Quellen“ wird das Tal der Weißen Laaber, die bei Voggenthal nur wenig östlich von Neumarkt entspringt, häufig bezeichnet. Und nicht ohne Grund: Das abgeschiedene Tal ist ein Feuchtparadies von seltener Unberührtheit. Ungezählte Quellen entspringen an den Hängen und fließen zu Tal, wo sie sich auf Wasser stauenden Schichten in Teichen und Mooren sammeln und den 40 km langen Fluss speisen.

Ein Mosaik aus Mooren und Sümpfen, Auwaldresten, Streuwiesen und Seggenrieden säumt den Fluss, und seltene Pflanzen haben hier ihren Lebensraum, unter ihnen mehrere Orchideenarten, Sumpfstorchschnabel, Blaue Himmelsleiter, Fettkraut und der Fleisch fressende Sonnentau. Bunte Schmetterlinge und zahlreiche andere Insektenarten fühlen sich hier wohl.

In dieser noch weitgehend unberührten Landschaft taucht ganz unvermittelt die Wallfahrtskirche „Maria Geburt“ in Lengenbach auf, die nach einer gründlichen Renovierung nun wieder in altem Glanz erstrahlt. Anlass zu ihrer Entstehung war ein Vorfall, der schriftlich überliefert ist. 1694 sei dem Hirten Johann Prant aus dem nahen Oberbuchfeld „eines seiner Kinder plötzlich gelähmt worden, sodaß man es wie einen Block heben und legen mußte“. Da habe er sich „zu Unserer Lieben Frau verlobt“ und versprochen, ihr zu Ehren am Lengenbach eine Martersäule zu errichten, wenn das Kind wieder gesund würde. Kaum war das Gelübde getan, war der Knabe genesen.

Nach Prüfung dieser Heilung durch den Pfarrer von Deining und dessen Bericht nach Eichstätt erhielt der Hirte die Erlaubnis zur Errichtung einer kleinen Kapelle. Er erbaute sie „hoch und rund wie eine Martersäule“, und schon bald setzte dorthin eine Wallfahrt ein. Weil sie rasch zunahm, entschloss man sich, die Kapelle zu vergrößern, und der Maurermeister Leonhard Preintl aus Deining errichtete von 1757 bis 1760 die heutige Kirche mit der Sakristei und einer Wohnung für einen Eremiten. 1768 malte Johann Michael Wild aus Amberg die Fresken mit dem Hauptbild der Aufnahme Mariens in den Himmel. Es ist umgeben von Kartuschen mit marianischen Symbolen und Grisaillenmalereien der vier Evangelisten. Weitere Szenen aus dem Lebens Mariens finden sich an der die Brüstung der Orgelempore. Prachtvoll sind die drei Rokokoaltäre. Den Mittelpunkt des Hochaltars bildet das Gnadenbild Unserer Lieben Frau, ein Gemälde, das wohl noch Johann Prant malen ließ.


Wallfahrtskirche Lengenbach
 

Chorraum
 

Hochaltar
 

Gnadenbild
 

Deckengemälde Maria Himmelfahrt

 


Evangelist Lukas
 

Inschrift mit dem Namen "Ott"
 

 Ausdrucksstarke Votivbilder an den Seitenwänden zeugen von zahlreichen Gebetserhörungen.

An der Kirche mündet das Tal des Lengenbachs in das Laabertal. Durch seine großflächigen mageren Sandböden und Feuchtwiesen ist es ein in der gesamten Fränkischen Alb einmaliger und ganz eigener Lebensraum. Wer es erwandern möchte, kann schon hier nach Höhenberg hinaufwandern. Der vorgeschlagene Weiterweg folgt jedoch bis Arzthofen dem „Wasser- und Mühlenweg“ Dort verlässt er das Tal der Weißen Laaber und führt auf die mit offenen Sandflächen, charakteristischen Heidepflanzen und Kiefernwald bedeckte Hochfläche. Die meterhohen Sanddünen, die hier lagern, bliesen nach der letzten Eiszeit vor etwa 10000 Jahren starke Winde aus dem mittelfränkischen Becken an. Letzter Punkt der Wanderung ist St. Helena mit seiner ursprünglich gotischen, im 18. Jahrhundert barock ungestalteten Kirche. Ein Kuriosum: Im Buch, das der Evangelist Lukas auf der Kanzel in seiner Hand hält, sind rechts unten deutlich Familiename und Weihejahr (1930) des hier geborenen Dogmatikprofessors Dr. Ludwig Ott zu lesen.

 

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