Entlang der Schwalb, einem Nebenbach der Wörnitz, am Ostrand des Ries


Wanderung ins Land der Schwalbfelder

 

Informationen

Ausgangspunkt: Bühl im Ries, etwa 10 km südwestlich von Wemding. Parken an der Dorfstraße.

Weg: 12 km; mit Abstecher 14 km. Weitgehend eben, befestigte Wege (außer Abstecher). Kaum Schatten! Auch als leichte Radtour möglich..

Abstecher zur Schwalbquelle (lohnend, nicht für Radler): An der Mattesmühle(!) beim Trafomasten links (östlich) in den Wald. Immer geradeaus, auf einem Pfad über die Schwalb (Steg) und weiter zu einer Straße. Von der Lücke der Leitplanken gegenüber führt ein Pfad zur Quelle.

Einkehrmöglichkeiten in der „Waldschenke Mattesmühle“ und in der benachbarten Mattesmühle an der Schwalb. 

Weg: Auf der Dorfstraße in Richtung Gosheim (=westlich). Nach dem Sportplatz links, nach 300 m rechts. Dem Teerweg folgend zur Neumühle, dort über die Schwalb. 300 m nach der Brücke rechts. Auf dem Sträßchen gut 1 km, dann rechts zur Herbermühle, dort erneut über die Schwalb. Dem Linksbogen des Schotterweges folgen und dann, immer in östliche Richtung und, an Wald-weihern vorbei und am Waldrand bleibend, bis zu einem Solarpark. Kurz davor links. Auf dem unbefestigten Weg zur Mattesmühle an der Schwalb. (Abstecher zur Quelle siehe oben). Am gegenüber liegenden Waldrand links. (Die Waldschenke bleibt also rechts liegen). Ca. 200 m nach der Abzweigung des Wegs zur Stoffelmühle rechts, nach weiteren 200 m mit [16] links aufwärts zum Metzlesberg (Aussicht!) und  geradeaus zum Kriegsstatthof. An ihm links vorbei zur Straße, hier rechts. Mit [19] in Richtung Anhauserhöfe, aber gut 100 m davor links nach Bühl.

 

 


Kirchhügel in Bühl

 

Wissenswertes zum Weg

In den Lebensbeschreibungen  Willibalds und Wunibalds berichtet uns die  Nonne Hugeburc ausführlich über das Leben der beiden Brüder. So erwähnt sie auch, dass Wunibald nach seiner Ankunft im Jahr 752 Grundbesitz im heutigen Heidenheim erwarb, das damals „in terra Sualaveldorum“, also „im Land der Sualafelder“ lag.

 Der danach benannte Sualafeldgau erscheint schriftlich zum ersten Mal in einer Urkunde von 793, mit der Graf Hermoin ein Gebiet um den Ort Gosheim dem Bischof von Freising schenkt. Dieser fränkische Gau bildete ein Gegengewicht zum östlich davon gelegenen bayerischen Nordgau. Die Grenze zwischen beiden verlief etwa von Stepperg an der Donau über Wellheim, Dollnstein, Nennslingen und Roth nach Schwabach. Im Norden bildete der Fluss Schwabach die Grenze zum Rangau. 

 


Quelle der Schwalb

 

 

Die Schwalb an der Mattesmühle

Seinen Namen hat das Sualafeld von der Schwalb, einem bis heute fast unberührten, nur 7 km langen, aber wasserreichen Bach, der bei der Schwalbmühle, 3 km südlich von Wemding am östlichen Rand des Ries entspringt und die Wörnitz mündet.

Eine Wanderung entlang der Schwalb erschließt eine reizvolle Landschaft und zeigt, welche Bedeutung das Flüsschen einst hatte. Zehn ehemalige Mühlen, die es auf seinem kurzen Lauf antrieb, säumen das Ufer. Verträumte Teiche und im Wald versteckte Seen, teils durch Sandabbau entstanden, teils schon im Mittelalter zur Fischzucht angelegt, sind wertvolle Biotope, aber auch Erholungsplätze. Von der Ebene geht der Blick zum kreisrunden, mit  Wald bestandenen  Kraterrand des Ries, aber auch zu den kleineren Erhebungen in der Riesebene, die nicht selten eine „Waldkrone“ tragen.  Sie bilden den sogenannten „kristallinen Ring“, eine ringförmige Hügelkette innerhalb des Rieskessels und sind lohnende Aussichtspunkte.


Chorraum der Bühler Kirche
 

Engel mit Schlaginstrument
 

Engel mit Fidel
 

Engel mit Schalmei
 

Evangelist Matthäus
 

Engel mit Orgel
 

Lamm Gottes

Auferstehung

 

 

 

Einen kleineren dieser Hügel krönt die evangelische Kirche St. Maria im kleinen Dorf Bühl, das nur wenige Meter jenseits der Westgrenze des Bistums Eichstätt im Bistum Augsburg liegt,  Schon 868 ist der Ort urkundlich erwähnt. Die von einer Mauer umgebene Kirche mit ihrem hohen Chorturm ist Mittelpunkt und Wahrzeichen des Dorfes. Kirchhofmauer und Turm lassen erkennen, dass sie ursprünglich befestigt  war und als Zufluchtsstätte bei Gefahr diente.

Der Chorraum und die Wände des Kirchenschiffs sind über und über mit gut erhaltenen Wandmalereien bedeckt. Eine besondere Kostbarkeit sind die Fresken im Chorgewölbe, die um 1420 entstanden: das Lamm Gottes im Scheitel, die Evangelistensymbole und grazile musizierende Engel mit verschiedenen Instrumenten, umrahmt von pflanzlichen Arabesken, in den Gewölbezwickeln.

Die Wandbilder im Langhaus wurden  1681 von Bühler Bauern gestiftet und wohl von umherziehenden Malern in naiver bäuerlicher Volkskunst gemalt. Sie zeigen an der Nordwand Paradies und Sündenfall, die Geburt Christi, die Verkündigung an die Hirten, die Taufe Jesu sowie Passionsszenen und ein Auferstehungsbild, über dem Chorbogen das Jüngste Gericht und an der Südwand  unter anderem eine Prophetenberufung und die Bekehrung des Saulus.

Der von stattlichen Eichen eingesäumte Kriegsstatthof, an dem der Wanderweg vorbeiführt, ist schon 1549. erwähnt. In der Stube des alten Wohngebäudes steht noch ein historischer Grenzstein. Genau hier verlief einst die Grenze zwischen dem Fürstentum Pfalz-Neuburg und der Grafschaft Oettingen.

 

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