Wanderung zur romantischen Kapellenruine und um den Uhlberg bei Wolferstadt


Auf der Höh', verborgen im Wald

 

Informationen

Wolferstadt liegt ca. 8 km nordöstlich von Wemding. P am Dorfplatz oder bei der Kirche. Von dort auf der Döckinger Straße zur Laurentius-kapelle und mit der Markierung [2] weiter.

Weg: 16 km, Höhenunterschied 142 m. Auch unbefestigte Wege.

Einkehrmöglichkeiten in Wolferstadt.

Schlüssel für die Pfarrkirche Am Kirchberg 23, für die Laurentiuskapelle Kapellweg 5.

Der „Wanderführer Monheimer Alb“ ist in der Gemeindeverwaltung, Döckinger Straße 1, kostenlos erhältlich, ein Kirchenführer im Dorfladen zu kaufen.


Ruine der Uhlbergkapelle innen

Weg: Er ist durchgehend in beide Richtungen mit [2] markiert. Er führt von Wolferstadt ins Rothenberger Tal (1), wo der eigentliche Rundweg beginnt und endet. Hier muss man sich für die Gehrichtung entscheiden. Empfohlen wird, den Weg im Uhrzeigersinn zu gehen, also hier der Markierung nach links zu folgen und über Rothenberg (2), das Hessenloch (3) und den Uhlberg (4) nach Zwerchstraß (5).Es geht zunächst ein wenig bergan, dann links am Waldrand entlang und gerade bis zu einem Gebüsch, hier rechts hinauf zum Wald und dort links. Das Waldstück wird am Waldrand auf  3 Seiten umwandert. Danach ist die Orientierung mit Hilfe von Wegskizze und Kartenskizze problemlos.

 

 

 

 

 

 

 

 


Uhlbergkapelle außen

 

Wissenswertes zum Weg

Nur selten verirrt sich ein Wanderer auf den Uhlberg, eine von einem ausgedehnten Wald bedeckte 605 m hohe Bergkuppe zwischen Wolferstadt und Treuchtlingen. Und wenn, dann führt sein Weg wohl immer an der tief im Wald verborgenen romantischen  Kirchenruine vorbei – ein Ort, der einlädt zur Rast, zur Ruhe, zur Besinnung. Als „Ulrichskapelle“ ist sie in den Karten verzeichnet, obwohl der hl. Ulrich wohl nie ihr Patron war.

Wie eine Tafel an der Ruine informiert, ist der Uhlberg, der seinen Namen von der Eule ableitet, schon 1144 urkundlich erwähnt. Ab 1242 kam das Uhlberggebiet durch Schenkung und Kauf in den Besitz des Deutschen Ordens in Ellingen. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich eine Wallfahrt zu einem Marienbildstock am Uhlberg, zu dem die Wallfahrer bis aus dem Allgäu kamen. Der Landkomtur, Melchior von Neuneck, ließ deshalb eine Kapelle bauen, die Maria, der Schutzpatronin des Deutschen Ordens geweiht war. 1466 gewährte Papst Paul II. den Wallfahrern zur Kapelle auf dem Uhlberg an Maria Verkündigung und Maria Aufnahme in den Himmel sogar einen Ablass.

Wohl als Folge mehrmaliger Verwüstungen im 30-jährigen Krieg setzte der allmähliche Verfall der Kapelle ein. Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie, damals schon Ruine, restauriert. Eine spätgotische Madonnenstatue aus dem Kirchlein, möglicherweise das Gnadenbild, befindet sich heute im Diözesanmuseum in Eichstätt, ein Relief des Marientodes in der Dorfkapelle im nahen Zwerchstraß, durch das uns der Rückweg  führt.

Erwandern lässt sich die Kapellenruine auf  einem landschaftlich abwechslungsreichen Rundweg von Wolferstadt her. Weithin sichtbares Erkennungszeichen dieses schon 1144 urkundlich erwähnten Ortes auf der Monheimer Alb ist die Kirche St. Martin. Sein Grundherr mit wesentlichen Machtbefugnissen wie Vogtei, Dorfgericht und Patronat war mehr als fünf Jahrhunderte das Eichstätter Domkapitel. Es machte die Hofmark Wolferstadt zum Sitz eines Kasten-amtes.

 Mit der Gründung der "Jungen Pfalz" 1505 kam Wolferstadt zum Fürstentum Neuburg und musste ab 1542 vorübergehend auch die Konfession wechseln. Zwischen Domkapitel und  den neuen Landesherren kam es in dieser Zeit zu teilweise erbitterten Auseinandersetzungen um ihre jeweiligen Rechte, die schließlich 1571 mit einem Kompromiss, der „Wolferstattischen Ehehaft“, endeten.

Nach großen Zerstörungen im 30-jährigen Krieg ließ das Domkapitel ein repräsentatives Amtsgebäude, das "Kastenhaus", sowie 1681 einen Zehentstadel – heute Dorfladen - errichten.  Um 1740 wurde auch die unter  Bischof Otto (1182 – 1196) geweihte, arg zerstörte Kirche St. Martin im barocken Stil vergrößert  und qualitätvoll ausgestattet. Beachtenswert sind die Deckenbilder im Chor, die vom Leben des Kirchenpatrons berichten, die zahlreichen Heiligenstatuen der Altäre und vor allem das Altarblatt im Hochaltar. Es zeigt die Verherrlichung des hl. Martin. 1788 malte es der schwäbische Künstler Johann Baptist Enderle

Ein zweites, ebenbürtiges Kleinod ist die Laurentiuskapelle. Die 1702 – 1709 erbaute Kirche wurde damals ausschließlich aus Spenden der Bevölkerung finanziert. Sie besticht durch ihre barocke Ausstattung und vor allem eine reiche Ausschmückung mit einzigartigen, an die großen Wessobrunner Künstler erinnerndem Stuckarbeiten.
 

Kirche von Wolferstadt

 

Madonna von ERnst Steinacker
vor der Kirche in Wolferstadt

 

Inneres der Kirche Wolferstadt
 

Orgelempore der Kirche in Wolferstadt
 

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