Eine Wanderung durch die westlichen Ausläufer
des Hahnenkamms


Der "Gelbe Berg" ("Gelbe Bürg"), ein
Berg voller Geheimnisse

 

Informationen

Spielberg, Ortsteil der Gemeinde Gnotzheim, liegt etwa 10 km südwestlich von Gunzenhausen. Parkplatz am Schloss.

Weg: Gut 9 km inklusive des Rundgangs auf dem Gelben Berg. Geringe Anstiege, insgesamt ca. 100 m. Es ist gutes Schuhwerk erforderlich.

Schloss Spielberg ist geöffnet sonntags von 14 – 16 Uhr oder nach Anmeldung (Tel. 09092/1554). Zu besichtigen sind Werke von Steinacker im Schlosshof und der Galerie in den Räumen des Schlosses sowie die Schlosskapelle.

Einkehrmöglichkeit in Spielberg
 


Gelbe Bürg - oberes Plateau

Weg: Vom Schloss auf der Ortsstraße aufwärts in Richtung Heidenheim. 100 m nach dem Ortsende mit der Markierung „Panoramaweg Altmühltal“ links und fast eben durch den Wald zum kahlen Rücken des Gelben Berges. Bei der Schranke halblinks haltend hinauf zum Rundweg am Rand des oberen Plateaus. Nach dessen Umkreisung evtl. abwärts zum Parkplatz (Infotafel, Quelle). Zurück zur Schranke und ohne Markierung auf der Straße abwärts in Richtung Sammenheim. Kurz vor(!) dem linksseitigen Waldende links auf einen kurz ansteigenden Waldweg. Auf ihm und im weiteren Verlauf auf Wegen unterschiedlicher Beschaffenheit (auch nur Wegspuren am oberen Rand von Wiesen) immer geradeaus weiter, meist am Waldrand, aber auch kurz durch Waldvorsprünge. Erst wo nach ca. 1,5 km der Weg in den Wald ansteigt, auf einem befestigten Feldweg rechts abwärts, nach 100 m links aufwärts zur Buckmühle (Betonstraße) und auf dem Sträßchen leicht ansteigend zurück nach Spielberg.

 

 

 

 


Schloss Spielberg

 

Wissenswertes zum Weg

Wie ein mächtiger Pfeiler markiert der Spielberg die Nordwestecke des Hahnenkamms. Und wie die nach ihm benannte Burg schon von weitem den Blick auf sich zieht, gewährt sie umgekehrt auch einen umfassenden Ausblick auf ihr Vorland, hatte damit im Mittelalter eine ideale strategische Lage und war ein hervorragender Standort zur Kontrolle des zu ihren Füßen vorbeiziehenden Verkehrs auf der Straße von Ulm und Nördlingen durch das Ries nach Nürnberg. Im 12. und in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts gehörte sie den Herren von Spielberg, dann den Grafen von Truhendingen, seit 1363 den Grafen von Oettingen. Nach einer der Teilungen  in verschiedene Linien blieb die Burg bis zum Ende des Alten Reiches bei der katholischen Linie Oettingen-Spielberg. 1806 kam sie zu Bayern, wurde 1827 sie vom Fürsten Carl Philipp Wrede für seine Tochter Amalie, Fürstin zu Oettingen-Spielberg „zurückersteigert“.

Noch heute ist der Besucher beeindruckt vom Oval der mächtigen Burg. Ihre 5 Meter hohe Ringmauer umschließt den Hof mit Wirtschaftgebäuden, einem mächtigen Wohnbau und der zweigeschossigen, mit guten Werken des Barock und Rokoko ausgestatteten Schlosskapelle. Heute ist die Burg Wohn-, Arbeits- und Ausstellungsstätte des 1919 in Wemding geborenen Bildhauers Ernst Steinacker. 1983 übernahm er die heruntergekommene Anlage vom Fürsten Albrecht von Oettingen-Spielberg, renovierte sie, ging mit Kreativität und Phantasie daran, dem Inneren ein neues Gesicht zu geben und machte daraus eine Stätte der Kunst und Kultur. Steinackers Werke stehen an zahlreichen Orten im Ries und in Franken, aber auch weit darüber hinaus. Seine ganz besondere Vorliebe gilt der Hl. Walburga, von der er zahlreiche Skulpturen schuf. Einen Eindruck von seinem hohen künstlerischen Schaffen gewinnt der Besucher an Ort und Stelle auf der „Figurenwiese“ vor der Burg, im Innenhof und vor allem in der Schlossgalerie. Gerne öffnet der Künstler auch sein Atelier und sucht das Gespräch mit dem Besucher.

Nur vier Kilometer östlich liegt der „Gelbe Berg“, der zweite, nach drei Seiten steil abfallender, 630 m hohe Eckpfeiler des Hahnenkamms, ein unbewaldeter Höhenrücken mit zwei Plateaus, der unter den Historikern und Archäologen als eines der geheimnisumwittertsten Geländedenkmäler Bayerns gilt. Nachweisbar seit der Jungsteinzeit wurde die „Gelbe Bürg“, so ein anderer Name, von Menschen regelmäßig aufgesucht oder auf Dauer bewohnt. Sowohl sein unteres als auch oberes Plateau waren an den Hangkanten von Mauern aus aufeinander geschichteten Steinen, Erdwerk und Holzpfählen umgeben, die wahrscheinlich von den Alemannen im 4./5. Jahrhundert nach Christus errichtet wurden. Zu mehr oder weniger flachen Wällen verstürzt, sind sie an einigen Stellen noch erkennbar.

Empfehlenswert ist der Rundgang am Rand des oberen Plateaus auch deshalb, weil sich hier an Tagen mit klarer Luft ein einmaliger Rundblick bietet. Vom Hesselberg im Westen schweift der Blick über den Altmühlsee und die Wiesen des flachen Altmühlgrunds im Norden zum Hügelland im Osten und hinüber zum Rand der Fränkischen Alb mit der Wülzburg oberhalb der Stadt  Weißenburg. Die roten Dächer von mehr als vierzig Orten leuchten aus dem Grün der Wälder und Wiesen und vermitteln das unvergleichliche Bild einer liebenswerten, typisch fränkischen Landschaft.

Spielberg - Schlosshof mit Ausstellung



Steinacker - Flötenspieler

Steinacker - Flötenspieler

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