Wanderung durch und um den uralten Königshof Lauterhofen


Einst ein fränkischer Vorposten

 

Informationen

Lage: Lauterhofen liegt etwa 17 km nördlich von Neumarkt (B 299). Parken nahe dem (ehemaligen) Bahnhof oberhalb der Kirche.

Weg: Ca. 16 km. Bis zur Schlögelsmühle im Lauterachtal, von hier – fast immer durch Wald - zunächst östlich, dann nordwestlich nach Brünnthal und Ödhaag, westlich nach Niesaß und zur Straße Lauterhofen - Poppberg, südlich zum Kalvarienberg und zurück nach Lauterhofen. Mittlere Steigungen. Markierung: Bis Niesaß Lth3 (gelb), ab dort ein Stück ohne Markierung, im letzten Teil Gelbstrich.

Einkehrmöglichkeiten in Lauterhofen und Ödhaag.

 

Wegbeschreibung

Vom P auf dem Radweg (Bahndamm) Richtung Kastl. Beim Pumpwerk nach der Schlögelsmühle links in ein Tal, nach ca. 300 m rechts. Mit der Markierung Lth3 durch den Wald. An seinem Ende (Blick auf Kastl) scharf links und weiter bis Bärnhof und Brünnthal. Hier nach der großen Linde rechts, an der Gabelung nach dem Ort links haltend, zuerst am Waldrand, durch den Wald nach und durch Ödhaag und abwärts zur Staatsstraße. Gerade über diese und nach 200 halblinks, nach weiteren 400 m links auf den Forstweg nach Niesaß. Am Ort ohne Markierung rechts(!) vorbei und geradeaus (westlich) zur Straße Lauterhofen–Poppberg. Über diese und gerade aufwärts in den Wald, bis Gelbstrich quert. Mit ihm links bis zur höchsten Wegstelle auf der Ostseite des Kalvarienberges (ca. 300 m nach einer Starkstromleitung). Hier rechts auf den Weg um den Berg und mit den Stationen hinauf zur Kreuzigungsgruppe, dann die Tafeln entlang abwärts nach Lauterhofen

 

 

 

Wissenswertes zum Weg

Schon im 8. Jahrhundert tritt die Siedlung Lauterhofen, damals am nördlichen Rand des Stammesherzogtums Bayerns in der fränkischen-bayerischen Übergangszone gelegen, ins Licht der Geschichte und ist damit die älteste im Landkreis Neumarkt. Wegen ihrer strategisch wichtigen Lage an der Straße, die von Forchheim die Regnitz und Pegnitz entlang und dann südwärts über die fränkisch-oberpfälzischen Alb durch das Lauterach-, Vils- und Naabtal nach Regensburg führte, war sie aber schon bald Ziel von Begehrlichkeiten der fränkischen Hausmeier. Bemüht, das Frankenreich nach Osten zu vergrößern und zu sichern, gliederte Karl Martell den Ort  wohl 728 konsequenterweise dem Frankenreich ein und ließ ihn zum Königshof ausbauen. Als einer der befestigten Mittelpunkte des Reiches diente dieser als Basis für militärische Aktionen und den Königen auf ihren Reisen durch das Reich als kurzzeitige Unterkunft, Verwaltungs- und Gerichtsort. 806 ist im Plan Kaiser Karls des Großen zur Aufteilung des Frankenreiches auf seine Söhne der Königshof „Lutrahahof“ auch namentlich erstmals urkundlich genannt.

In den folgenden Jahrhunderten hatte Lauterhofen wechselnde Besitzer, darunter die Grafen von Sulzbach, die um 1100 die Pfarrkirche St. Michael erbauen ließen und im 12. Jahrhundert die Erhebung zum Markt erwirkten. 1305 fiel dieser an die bayerischen Herzöge, 1329, im Hausvertrag von Pavia, an die pfälzische Linie der Wittelsbacher. Nach der kurpfälzischen Landesteilung von 1410 kam er zum Teilfürstentum Pfalz-Neumarkt. Wie die ganze Oberpfalz machte auch Lauterhofen in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts die Konfessionswechsel zum Protestantismus und Calvinismus und, nach der Eingliederung in das Kurfürstentum Bayern 1628, die Rückkehr zum katholischen Bekenntnis mit. Der einstmals großen Bedeutung als Könighof war inzwischen in Lauterhofen längst eine Epoche ländlicher Abgeschiedenheit gefolgt. Durch das aufblühende Handwerk wusste es jedoch seine Marktfunktion bewahren.

1852 kauften drei Frauen aus Lauterhofen und Marbertshofen einen Teil des ehemaligen Schlosses Karlshof, um sich hier der Pflege verwahrloster Kinder zu widmen. Das war der Anfang einer noch heute für den Ort auch wirtschaftlich sehr bedeutenden sozialen Einrichtung. 1881 schlossen sie sich die drei Frauen den Dillinger Franziskanerinnen an, und der Karlshof entwickelte sich zu einem Standort der Regens-Wagner-Stiftung, die mit ihren vielfältigen Einrichtungen Behinderten aller Art eine Lebensperspektive eröffnen will.
 



Kirche in Lauterhofen

Der dominierende Bau im Ortsbild Lauterhofens ist die unter Verwendung des romanischen Ostturms der ersten Kirche von 1699 bis 1701 neu errichtete Pfarrkirche St. Michael mit einer guten barocken Ausstattung. Bemerkenswert sind die spätgotischen Steinfiguren in der nördlich der Kirche gelegenen Ölbergkapelle.

Das Rathaus, ein repräsentativer dreigeschossiger Renaissancebau am Abhang neben der Kirche, wurde 1593 gebaut

 


Auf dem Kalvarienberg
 

Eine gern besuchte Andachtsstätte ist der Kreuzweg auf den Kalvarienberg nordwestlich des Ortes. Am Weg dorthin stehen drei spätgotische Kapellen mit neuen Passionsbildern, ehe 14 neugotische gusseiserne Stationen von 1886 hinaufführen zur Kreuzigungsgruppe auf dem Gipfel und zur etwas unterhalb liegenden, 1650 errichteten Kapelle „Zur Schmerzhaften Muttergottes“. Von oben bietet sich ein weiter Blick nach Osten bis zur Kirchenburg von Kastl.

Nepomuk

Kreuzwegstation

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