Auf dem "Archäologischen Wanderweg Thalmässing"

in die Welt der Kelten


So lebten unsere Vorfahren

 

Informationen

Thalmässing liegt 15 km südlich von Hilpoltstein am Nordrand der Fränkischen Alb, Landersdorf auf der Hochfläche, ca. 5 km südlich.
Parken
in Thalmässing am Marktplatz, in Landersdorf am Geschichtsdorf.

Das Geschichtsdorf ist das ganze Jahr über frei zugänglich. Es liegt am Archäologischen Wanderweg etwa auf halbem Weg.

Das Keltenfest findet jedes Jahr im September statt.

Vor- und frühgeschichtliches Museum Thalmässing, Marktplatz 1: Öffnungszeiten April bis Oktober von Dienstag bis Sonntag 10 – 12 Uhr und 13 – 16 Uhr. Eintritt 1,50 €, Kinder 1.- €,  Familien 3.-- €.

Einkehrmöglichkeiten in Thalmässing und Landersdorf 

Archäologischer Wanderweg: Länge 15 km, Aufstieg ca. 140 m  Prospekt mit Wegverlauf kostenlos im Museum Thalmässing oder unter 09173/9134. Der Weg ist durchgehend gut markiert (Symbol: Tonkanne). Er führt vom Marktplatz in Thalmässing nach Süden und auf dem bewaldeten Hang schräg hinauf auf die Trockenrasenfläche des „Waizenhofener Espan“, durch Waizenhofen und am Waldrand in östlicher Richtung zum Geschichtsdorf in Landersdorf. Von dort geht es zurück in den Ort und rechts abwärts zu den Grabhügeln und am Hang der Göllersreuther Platte (Aussicht!)  hinunter nach Göllersreuth und über Hagenich zurück nach  Thalmässing

 

 

 

 


Keltenhaus

  Haus der Keltenzeit mit spartanischer Inneneinrichtung
 


Haus der Jungsteinzeit

 

Wissenswertes zum Weg

Seinen Namen trägt das „lebendige Geschichtsdorf“ in Landersdorf bei Thalmässing zu Recht, wird doch in seinen Bauten und alljährlich beim „Keltenfest“  am dritten Sonntag im September Geschichte anschaulich und lebendig im wahrsten Sinn des Wortes. 

Als sich 3500 vor Christus in der Jungsteinzeit die Wirtschaftsform der Menschen allmählich, aber entscheidend wandelte und aus den umherziehenden  Sammlern und Jägern der Altsteinzeit sesshafte Bauern und Viehzüchter wurden, begannen sie auch damit, Häuser zu bauen. Wie das Beispiel des jungsteinzeitlichen Hauses im Geschichtsdorf zeigt, errichteten sie Blockhäuser mit Wänden aus aufgespalteten Stämmen, deckten sie mit Stroh und teilten sie durch einfache Flechtwände in einen Wohn- und Stallbereich auf. Als Heizung diente ein Kuppelofen aus Lehm, in dem auch gebacken wurde. Man saß auf roh gezimmerten Bänken entlang der Wände und schlief einfach auf dem mit Fellen bedeckten Boden. Die Vorräte wurden aufbewahrt in einem kleinen Vorratshaus aus Flechtwerk, das Luft zum Trocknen der Vorräte durchließ, aber vor der Fresslust der frei laufenden Haustiere schützte.

Der große Fortschritt in den folgenden 2000 Jahren wird im Keltenhaus deutlich: Rundstämme tragen den strohgedeckten Dachstuhl, dessen ebenfalls runde Hölzer mit Leinseilen zusammengebunden sind; die Fächer der Wände sind mit Haselruten ausgeflochten und mit einem Gemisch aus Lehm, Dung und Strohhäcksel abgedichtet – ein wirksamer Schutz vor Wind und Wetter. Die Ausstattung aus Tisch, Stühlen und Bänken ist relativ „komfortabel“; vielfältige Werkzeug aus Eisen, Stein und Holz erleichterten die Arbeit.

Auf einer Freifläche innerhalb des Geschichtsdorfes wurden die Ur-Formen unserer Getreidearten und Hülsenfrüchte angebaut. In einem extra Garten wuchsen die „Färbepflanzen“ der Kelten.

 Für die historische Treue der Bauten des „Dorfes“ bürgen die Mitglieder des Vereins „Freunde der Vor- und Frühgeschichte Landersdorf“, die sie nach den neuesten Erkenntnissen der Archäologie und in enger Zusammenarbeit mit der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit errichteten. Als dritter Bau ist ein „Bajuwarenhaus geplant“. Er soll, wenn alles gut geht, 2008 fertig werden.

Beim Keltenfest kommt Leben ins Dorf. Die Akteure treten in keltischen Gewändern auf, die herangereiften alten Getreidesorten werden geerntet, keltisches Handwerk wird praktisch vorgeführt und Keltenwurst, -bier, - plätzchen und Met versetzen die Augen und den Gaumen der Besucher in die Keltenzeit zurück. Als besondere Attraktion wird heuer ein nachgebauter Rennofen, in dem die Kelten ihr Eisen schmolzen, angestochen. Die Kinder können sich an keltischen Spielen erfreuen und im Speerwerfen und Bogenschießen üben. 

Das Landersdorfer Geschichtsdorf ist eine der 11 Stationen des „Archäologischen Wanderweges Thalmässing“. Er führt vom dortigen Marktplatz auf einer landschaftlich reizvollen  und aussichtsreichen  Route hinauf auf die Jurahochfläche zu den vorgeschichtlichen Wohnplätzen, Kultstätten, Grabhügeln und Befestigungsanlagen, die sich hier in zahlreichen Bodendenkmälern erhalten haben. An ihnen informieren jeweils ausführliche Schautafeln. Das sehenswerte „Vor- und frühgeschichtliche Museum“ in Thalmässing präsentiert die Funde von diesen Orten in hervorragender Weise.

 

 

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