Wanderung in der Umgebung des ehemaligen Dominikanerinnenklosters Engelthal


Auf den Spuren der Verehrung Willibalds

 

Informationen

Henfenfeld liegt ca. 5 km südwestlich von Hersbruck. Parken oberhalb des Schlosses (Straße Am Schloss) oder an der Schule (Schulstraße).

Weg: Etwa 14 km, mit Arzbergturm 17 km, größtenteils durch schönen Buchenwald. Anstieg ca. 220 m

Einkehrmöglichkeiten in Henfenfeld,  Engelthal und der Edelweißhütte.

Der Arzbergturm ist geöffnet Sa. ab 12 Uhr, So ab 10 Uhr. Sonst Schlüssel in der Edelweißhütte (Dienstag Ruhetag) 


Katholische Kirche von Engelthal

Weg: Von Henfenfeld bis zur Edelweißhütte mit der Markierung Gelbkreuz: In Henfenfeld auf der Hauptstraße in Richtung Engelthal. Vor der Brücke links und immer in gleicher Gehrichtung bis Engelthal. Dort am Klostertor  geradeaus, nach 100 m links aufwärts (Hersbrucker Weg), nach dem Ortsende am Waldrand und in den Wald.. Wo sich der Weg nach Kruppach senkt (noch im Wald, aber die Häuser sind schon sichtbar), unvermittelt links, ein Stück steil aufwärts. Etwa 1 km später zweigt unvermittelt nach links der steile Steig hinauf zur Edelweißhütte ab. - Rechts der Hütte mit Rotkreuz zum Arzbergturm, nach Rückkehr unterhalb der Hütte mit Rotkreuz rechts. Es führt bis Henfenfeld. Der Weg verläuft  immer auf der linken Bergflanke und im Wald. (Nicht auf die rechte Seite absteigen!). Nach dem Sportplatz links abwärts nach Henfenfeld.
 

 

 

 

Wissenswertes zum Weg

„Swinach“, Schweinach, hieß die hieß die kleine Ansiedlung, die schon um 700 entstanden war, ursprünglich. Als dort aber 1243 der Ministeriale Ulrich von Königstein ein Dominikanerinnenkloster gründete und es „Engelthal“ nannte, ging dieser Name bald auch auf das Dorf über. Durch reiche Schenkungen begünstigt, entstand in kurzer Zeit eine große Klosteranlage. Ihre Ausdehnung ist an den erhaltenen Bauten - darunter Teile der Klostermauer, zwei Klostertore, ehemalige Wirtschaftgebäude - noch heute zu erkennen. Die um 1270 in der Art der Bettelordenskirchen erbaute, 1747-51 barock ausgestattete Klosterkirche St. Johannes der Täufer ist heute evangelische Pfarrkirche.
 


Willibaldskapelle

Der sicher bedeutendste erhaltene Bau ist jedoch die „Willibaldskapelle“, ältester Kern des einstigen Klosterdorfes. Im 11. Jahrhundert wurde sie von Bischof Gundekar II. geweiht, im 14. Jahrhundert neu und größer errichtet, im Markgrafenkrieg 1553 niedergebrannt. Da man sie später gar mit einer Scheune überdeckte, schien sie als Gotteshaus endgültig verloren. Als 1954 die Katholiken des Ortes ihre eigene Kirche bauten, wählten sie in Fortsetzung der örtlichen Tradition Willibald als Patron. Erst 2005 erstand dann auch „seine“ alte Kapelle wieder. Von Umbauten befreit und fachgerecht renoviert dient sie seitdem als Raum für religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen.

Bald nach der Gründung entwickelte sich Engelthal zu einem Ort tiefen mystischen Glaubenslebens mit großer geistlicher Ausstrahlung. Von 1289 bis 1356 lebte hier die Nonne Christine Ebner, die ihre zahlreichen Visionen und Offenbarungen niederschrieb und zu den bemerkenswertesten Frauen dieser Zeit zählt.

 1505 kam das Kloster unter Nürnberger Herrschaft. Nach der Einführung der Reformation durfte es keine Novizinnen mehr aufnehmen und war damit zum Aussterben verurteilt. 1565 übergab es die letzte Priorin, Anna Tucher, der Stadt Nürnberg, die es endgültig auflöste.

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist Henfenfeld, etwas außerhalb des Bistums gelegen. Sein sichtbarer Mittelpunkt ist die evangelische Nikolauskirche mit ihrem von einem hohen Spitzhelm gekrönten gotischen Turm, der 1491 an die schon vorhandene Chorturmkirche angebaut wurde. Eine große Kostbarkeit sind 7 Glasfenster aus der Werkstatt des Nürnbergers Veit Hirsvogel, der sie nach Vorlagen von Albrecht Dürer und Hans Baldung Grien fertigte. Sie gehörten zu einem Zyklus von über 50 Bildern aus dem ehemaligen Karmeliterkloster in Nürnberg. Erst im 18. Jahrhundert kamen sie hierher. In die Felder der in das gotische Langschiff eingebauten barocken Emporen malte Johann Christoph Reich aus Hersbruck 1729/30  biblische Szenen. Die Bürger konnten sie damals für je 1 Gulden und 30 Kreuzer stiften. An der Außenwand steht zwischen Turm und Chor das Grabmonument der Patrizierfamilie Pfinzing. Seit dem 16. Jahrhundert waren sie als Besitzer des 1553 erbauten mächtigen Schlosses auf dem Berg gegenüber der Kirche die Patronatsherren der Kirche.

Landschaftlicher Höhepunkt der Wanderung ist auf 612 m Höhe gelegene, 25 m hohe Arzbergturm. Zusammen mit der Edelweißhütte, die das leibliche Wohl garantiert, ist er ein  beliebtes Wanderziel. Wer die 117 Stufen bis zur Aussichtsplattform erklimmt, darf sich an klaren Tagen eines überwältigenden Rundblicks erfreuen - bis zum Fichtelgebirge, zum Böhmer- und Steigerwald und hinaus nach Nürnberg

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