Ein Zeugenberg als Standortvorteil


Wanderung um und auf den Schlossberg von Heideck

 

Informationen

Heideck liegt ca. 7 km südwestlich von Hilpoltstein.

Parken auf dem Festplatz (Stadthalle).

Weg: 13 km, Aufstiege: Heideck-Liebenstadt: 60m, Liebenstadt – Schlossberg 180 m. Auch unbefestigte Wege.

Einkehrmöglichkeiten: Heideck, Lieben-stadt, Rudletzholz

Die Frauenkapelle ist wegen Renovierungs-arbeiten noch für längere Zeit geschlossen

Heideck: Marktplatz mit Bürgerhäusern

Wegbeschreibung

Weg: Markierung: „Wanderweg 3“.Am Westende des Festplatzes auf der Straße Am Offenbrunn und auf einem Feldweg am Rand der Siedlung aufwärts zum Wald. Kurz am Waldrand, dann durch den Wald geradeaus nach Liebenstadt. Dort steil abwärts, über die Hauptstraße und genau südlich zum Fuß des Schlossberges, dabei. ein Teersträßchen queren. Auf zwei Querwegen (am Waldbeginn und auf halber Höhe) links (östlich). In Schlossberg zur Kirche, kurz danach rechts aufwärts zur Stelle der ehemaligen Burg, weiter durch den ersten und zweiten (sehr tiefen) Halsgraben und immer westlich zu einem Sendeturm und zum Aussichtspavillon am Westende des Plateaus. Mit 3 weiter (Linksbogen), zurück ins Dorf. Nach der Kirche geradeaus abwärts (auch Markierung Burgen/Schlösser), über die Hauptstraße und leicht versetzt auf dem Teerweg geradeaus weiter durch den Wald und links nach Rudletzholz. 50 m vor dem Dorfende rechts auf einen Feldweg. Auf ihm zurück nach Heideck.

 


Wissenswertes zum Weg

Manche Berge sind eine Herausforderung. Ihre Höhe, Form oder auch besondere Lage erwecken in vielen Menschen den Wunsch, sie irgendwann einmal zu besteigen. Eine solche Herausforderung ist sicher der Schlossberg bei Heideck mit seiner charakteristischen Form einer umgedrehten Schüssel. Mit einer Höhe von 610 m ist dieser der Fränkischen Alb vorgelagerte Zeugenberg weithin sichtbar, und umgekehrt hat man von ihm aus einen weiten Blick auf das zu Füßen liegende fränkische und oberpfälzische Land im Norden und Osten und den Brombachsee im Westen.

 

Blick auf den Schlossberg von Osten
 

Für die Burgenbauer des Mittelalters war diese Lage ein großer „Standortvorteil“, denn von hier aus konnten sie die damals noch wenigen Verkehrswege zu ihren Füßen einsehen und kontrollieren. Dies war wohl auch der entscheidende Grund, dass der edelfreie Ritter Marquard von Heideck schon bald nach 1250 seinen Stammsitz im heutigen Altenheideck aufgab und hier in landschaftlich beherrschender Lage auf dem östlichen Teil des Schlossberges eine neue Burg errichtete.1288 wurde dann zu seinen Fußen die „civitas nova“ gegründet, die heutige Stadt Heideck.

 

Blick vom Schlossberg nach Nordosten

 

Nach 1360, unter Kaiser Karl IV., waren Burg und Stadt eine beherrschende militärische Außenposition zur Sicherung der kaiserlichen Interessen in der Oberpfalz. Um diese Zeit waren die Herren von Heideck Besitzer zahlreicher Orte und Burgen, bis 1471 die fränkische Linie der Heidecker im Mannesstamm ausstarb und Burg und Stadt an Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut fielen. Seit 1506 gehörte Heideck - mit einer Unterbrechung im 16. Jahrhundert, in dem es an Nürnberg verpfändet war - zum Fürstentum Pfalz-Neuburg und kam mit diesem 1777 zu Kurbayern.

Kurz vor dem Burgplateau erinnert heute am Weg nur mehr eine Schrifttafel, die an einem wieder errichteten Mauerstück angebracht ist, an die einstige Festung. Hinter der Hauptburg befand sich, durch einen noch sichtbaren Halsgraben getrennt, die Vorburg, die ihrerseits durch einen zweiten, tief eingeschnittenen und noch heute beeindruckenden Graben zur Bergseite hin gesichert war.
Die mittelalterliche Stadtanlage Heidecks ist im Grundriss fast unverändert erhalten, wenn auch Mauer und Tortürme weitgehend abgetragen wurden. Etliche stattliche Bürgerhäuser, darunter sehr

 

Mauer mit Gedenktafel am Eingang zum einstigen Burggelände


Madonna von Hans Leinberger im der Pfarrkirche

schöne Fachwerkbauten, zeugen von der einstigen Bedeutung der Stadt. Das heutige Rathaus, ein mächtiger Sandsteinbau mit Treppengiebeln und dreigeschossigem Dachboden, wurde 1481 als Getreidekasten erbaut. Bedeutendster Schatz der 1457 geweihten, ursprünglich spätgotischen, später mehrmals vergrößerten und veränderten Pfarrkirche Johannes der Täufer ist die Madonna mit Kind (um 1530) an der rechten Wand des Kirchenschiffs. Wie die zwei Reliefs der Verkündigung und des Abendmahls wird sie dem Umkreis von Hans Leinberger zugeschrieben.

Das „Schmuckstück“ Heidecks schlechthin aber ist die Kapelle Unserer Lieben Frau. Diese 1419 geweihte Kirche wurde von Friedrich II. von Heideck als Grablege für sein Geschlecht errichtet. Chor und Langhaus sind mit Fresken aus der Erbauungszeit ausgemalt: Für Geschichtsforscher interessant ist, dass neben biblischen Szenen und Heiligen auch Burgen abgebildet sind, die damals im Besitz der Heidecker waren. Der neugotische Altarschrein birgt eine Mondsichelmadonna und die Figuren der hl. Barbara und Katharina (alle um 1500), die Altarrückseite zeigt Szenen aus dem Marienleben.

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