Zwischen Bär, Hirsch und Drachen


Wanderung um  und in Lichtenau bei Ansbach

 

 Informationen

Lichtenau liegt etwa 8 km östlich von Ansbach. Parken auf dem Festplatz an der Rezat.

Weg: Länge 12 km. Aufstiege: 160 m auf 3 Etappen verteilt.

Einkehrmöglichkeiten in Lichtenau und der Gotzenmühle.

Öffnungszeiten: Festungshof und -mauer sind werktags frei zugänglich, am Wochenende in der Regel bei schönem Wetter.

Die Katholische Kirche in der Badstraße ist tagsüber geöffnet.

 

 

 

 Weg: Auf der Straße „An der Brücke“zur Unterrottmannsdorfer Straße. Ab hier führt der „LiSa“-Wanderweg mit dem Bussardsymbol. Am Friedhof rechts vorbei aufwärts. 100 m vor dem Orts(ende)schild rechts in den Wald. Auf einem querenden Waldweg (nach etwa 1 km) rechts(!), nach 100 m links an der Golfanlage, weiter bis zum Golfrestaurant, dort links. Kurz vor der Hauptstraße rechts, am Wald nach wenigen Metern links(!) auf den Grasweg. Auf der querenden Forststraße rechts, beim Steinhof links über die Autobahn, am Ortsrand von Oberrammersdorf zweimal links, nach etwa 500 m rechts. Nach(!) einem Teich links und am Wald entlang zur Straße. Auf ihr links nach Unterrott-mannsdorf. Auf dem gegenüber liegenden Hang rechts auf einen Feldweg, auf ihm geradeaus, bis im Wald nach gut 1 km die Markierungen MD und Rotkreuz kreuzen. Mit ihnen rechts abwärts zur Gotzenmühle. Rückweg: Mit Rotkreuz und MD wieder den Hang hinauf und abwärts in ein Tal. Hier ist der Weg auf etwa 200 m wegen Holzfällungen z. Zt. stark schwer begehbar. Umgehungsmöglichkeit: Auf einem Weg rechts etwa 200 m zu einem Fischteich, dort links und am Ende der Wiesen erneut links wieder zur Markierung. Mit ihr aufwärts zur Autobahnunterführung und über Boxbrunn zurück nach Lichtenau.

 

Eine Wegskizze für diese Wanderung erhalten Sie kostenlos unter
kontakt@kulturwanderungen.de

Wissenswertes zum Weg

 

Das Ortsbild dominierend erhebt sich im Markt Lichtenau im Tal der Fränkischen Rezat, rund 10 km östlich von Ansbach, eine mächtige Festung. Gut 500 m lang ist ihre Wehrmauer, an deren fünf Ecken mit breiten Türmen bestückte Bastionen mit Respekt heischenden Namen weit in den Wallgraben vorspringen: der Bär und der Hirsch, die Drachen-, die Glocken- und die Jungfernbatterie. Ein Rundgang auf der breiten Mauerkrone gewährt Einblick in den riesigen Innenhof mit dem dreigeschossigen Schlossbau, den zwei hohe runde Ecktürme überragen.

 

Auffallend ist die Ähnlichkeit der Lichtenauer Veste mit der Nürnberger Burg. Und dies nicht von ungefähr, denn von 1406 bis 1806 war Lichtenau, 1246 erstmals urkundlich erwähnt, im Besitz der freien Reichsstadt Nürnberg. Wegen ihrer Lage als ihr taktischer Vorposten der Nürnberger innerhalb des Territoriums der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach kam es wiederholt zu Spannungen und kriegerischen Auseinandersetzungen. So zog im Ersten Markgrafenkrieg 1449 Albrecht Achilles von Ansbach in Lichtenau ein, verheerte das Land und eroberte die Burg. Erst 1453 wurde sie wieder an Nürnberg zurückgegeben. Im Zweiten Markgrafenkrieg wurde sie 1553, obwohl kampflos übergeben, vom Markgrafen Albrecht Alcibiades vollkommen zerstört. Daraufhin ließen die Nürnberger für die damals riesige Summe von 194.000 Gulden die heutige

 Festung von Grund auf neu errichten. 1630 vollendet, ist sie ein Glanzstück der Renaissancebaukunst, entsprach aber schon zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung nicht mehr den aktuellen militärischen Ansprüchen und war wohl auch durch ihre Lage im Tal nicht gut zu verteidigen. So musste sie, kaum ein Jahr später, im Schwedenkrieg erneut ohne Gegenwehr an den kaiserlichen Feldherren Tilly übergeben werden, der sie aber unversehrt ließ. 1688 griffen die Truppen des französischen „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. Lichtenau erfolglos an. 1806 ging auch Lichtenau in Bayern auf. Die Festung diente fortan unter anderem als Zuchthaus und von 1959-72 als Erziehungsanstalt. Nach einer grundlegenden Sanierung nutzt sie seit 1983 der Freistaat Bayern als Außenstelle des Staatsarchivs Nürnberg.

1734-36 war auch der Ort Lichtenau durch eine zusätzliche Mauer mit Graben an die Festung angeschlossen worden. Erhalten sind das schöne, erst 1763 erbaute Untere Tor neben der Festung und das schlichte Obere Tor von 1749 sowie Teile der Wehrmauer und des Wehrgrabens, die den Ort umgaben.. In den Straßen um den Marktplatz zeugen noch stattliche Häuser mit schönen Schweifgiebeln aus dem 18. Jahrhundert von der reichsstädtischen Zeit Lichtenaus.

Ein geschichtliches Kuriosum ist die Dreieinigkeitskirche vor der Festung. 1615 errichtet, wurde sie 1688, um eine bessere Verteidigung zu ermöglichen, also aus militärischen Gründen abgebrochen, 1724 aber als evangelische Saalkirche im Barockstil neu erbaut. Die erste katholische Seelsorgestelle wurde in Lichtenau 1946 als Folge des Zuzugs von Heimatvertriebenen vor allem aus dem Sudetenland und Schlesien errichtet.. 1951/52 wurde die schlichte katholische Kirche Johannes der Täufer erbaut, 1970 die Kuratie Lichtenau zur Pfarrei Sachsen- Lichtenau erhoben.

 

Oben: Katholische Kirche St. Johannes der Täufer
Links: Der Kirchenpatron

 

Die Wanderung zur idyllisch im Tal des Zandtbaches gelegenen Gotzenmühle berührt den großzügigen Golfplatz des Golfclubs Lichtenau-Weickershof, eine über die Region hinaus bekannte Turnieranlage.

 

Der Stadtgraben

 

Oben: Bürgerhäuser in Lichtenau

Links: Inneres Tor der Festung

 

 

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