Rundwanderweg durch den Lorenzer Wald,
einen Teil des Reichswaldes, bei Fischbach


Durch Nürnbergs grüne Flanke

 


Lorenzer Reichswald - Panorama

 

Informationen

Ausgangspunkt: Nürnberg - Fischbach. Anfahrt mit dem Auto: A9, Ausfahrt Nürnberg-Fischbach. Mit dem VGN: S2 bis Fischbach/ Bahnhof und Bus 54, 56 oder 59 in den Ort.

Weg: 13 km, gute Wege. Aufstieg zum Schmausenbuck ca. 50 m Höhenmeter, sonst nur geringe Steigungen.

Aussichtsturm auf dem Schmausenbuck geöffnet nur sonntags 13-17 Uhr Eintritt 2,30 €, Kinder 1,50 €.

Einkehrmöglichkeiten: Fischbach, Valznerweiher, Tiergarten

Weg: In Fischbach (Zentrum) in die Pellergasse, nach dem Schloss mit Blaukreuz in den Eisweiherweg, zum Wald und immer geradeaus weiter. Nach etwa 4 km quert nach einer kleinen Brücke ein asphaltiertes (!) Sträßchen. Hier mit den grünen Markierungen 2 und 3 schräg links gegenüber in bisheriger Richtung weiter. Am Valznerweiher beim Kinderspielplatz mit 1/2/3 rechts (Ulmenweg), geradeaus zum Tiergarten. An dessen Eingang in die Straße Schmausenbuck. Nach 50 m beginnt rechts die Blaustrichmarkierung (Anton-Leidinger-Weg): Mit ihr hinauf zum Aussichtsturm auf dem Schmausenbuck (dabei am Zaun des Tiergartens links halten) und immer ostwärts, bis nach gut 2 km (ab Turm) der Blaupunktweg kreuzt. Auf ihm rechts abwärts und zurück nach Fischbach.

 

 

 

 


Blick vom Schmausenbuck über der Lorenzer Wald nach Fischbach

 

Wissenswertes zum Weg

 


Aussichtsturm Schmausenbuck

Der Blick vom 29 Meter hohen Aussichtsturm auf dem Schmausenbuck ist überwältigend: Im Westen liegt die Stadt Nürnberg, auf den anderen drei Seiten wogt ein schier unendliches Meer vom Wald, der vor allem gegen Osten und Südosten kein Ende nehmen will. Wie eine kleine Insel ist darin im Südosten Fischbach auszumachen, heute Nürnberger Stadtteil, im Süden schließen sich Altenfurt, Moorenbrunn und die Trabantenstadt Langwasser an.


Stockwerke im Reichswald

Im 14. und 15. Jahrhundert waren nach und nach immer größere Waldgebiete um Nürnberg samt einem Teil der damit verbundenen Rechte in städtischen Besitz gelangt. So konnte Kaiser Friedrich III. (1452 – 93) „auf ewige Zeiten und unwiderruflich“ bestätigen, dass „Unser und des Reiches Wälder rechts und links der Pegnitz … als Reichslehen bei der Stadt bleiben“ sollten. Ihren Namen gaben den beiden Teilen des Reichswaldes die zwei Hauptkirchen, St. Lorenz und St. Sebald.

Für Nürnberg war er von überragender wirtschaftlicher Bedeutung: In den Sandsteinbrüchen wurden die Steine für die großen Bauwerke - Stadtmauer, Kirchen, Patrizierhäuser - gebrochen. Er lieferte Bauholz, Brennholz, Holzkohle für die Handwerks- und Hammerbetriebe, Streu, Wild, Beeren, Früchte und ganz besonders auch Honig als wichtigen „Grundstoff“ für die Herstellung der Nürnberger Lebkuchen.

So wundert es nicht, dass er trotz einer Waldordnung von 1294 bald ausgeplündert, durch übermäßigen Wildbestand geschädigt, aber auch durch Brände vernichtet war. Schon seit 1368 und später immer wieder forstete man deshalb planmäßig auf, vor allem mit schnell wachsenden Kiefern. Trotzdem befand sich der Wald beim Übergang Nürnbergs an Bayern 1806 in einem desolaten Zustand. Die neue Forstverwaltung pflanzte in großem Umfang erneut überwiegend Kiefern nach, und so entstanden die ausgedehnten Monokulturen des „Steckerleswaldes“. 1894 wurden sie durch die Raupen des Kiefernspanners großflächig wieder vernichtet. Erneut wurde aufgeforstet - und wieder mit Kiefern.

Der Flächenbedarf für Verkehrs- und Industrieanlagen und vor allem neue Randsiedlungen schon nach dem Ersten, aber besonders Zweiten Weltkrieg riss schmerzliche Wunden in das bis dahin geschlossene Waldgebiet. Um dem Einhalt zu gebieten, wurde es 1979 als erstes in Bayern zum Bannwald erklärt. Seitdem muss jede Rodung staatlich genehmigt werden und darf nur erfolgen, wenn eine Ersatzaufforstung erfolgt. Heute sind von der einstigen Waldfläche von 32000 Hektar (um 1800) noch 25000 übrig. Ab 1986 wurden aufgrund eines „Reichwaldprogrammes“ Millionen junger Laubbäume, vor allem Eichen, Buchen und Linden gepflanzt. Sie bilden heute auf weiten Flächen ein dichtes unteres „Stockwerk“ unter den Wipfeln des einstigen Steckerleswaldes und es ist ein gesunder Mischwald im Entstehen - eine „neue“ grüne Lunge Nürnbergs.

Steinbruch im Reichswald

Valznerweiher

 Mit seinen zahlreichen Seen, Weihern und Feuchtbiotopen, den aufgelassenen Steinbrüchen, aber auch mit neuen Freizeiteinrichtungen wie dem Tiergarten, Rad- und Wanderwegen samt den schattigen Biergärten in den Randorten bietet der Reichswald vielfältige Möglichkeiten einer stadtnahen Erholung. Historische Gedenksteine an unserem Weg durch den Lorenzer Wald und vor allem das alte Fischbach mit drei Patrizierschlössern - insbesondere dem stattlichen Pellerschloss (1557) - und gleich drei Kirchen - der Marienkirche (14. Jahrhundert) mit einem spätgotischen Flügelaltar, der Auferstehungskirche (1932/33) und der katholischen Kirche Heilig-Geist (1963/65) - sind auch lohnenswerte kulturelle bzw. religiöse Ziele


Pellerschloss Fischbach

 

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